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Erzählt uns bitte wer ihr seid und was ihr tut.

Tom: Wir sind Kjell und Tom von der REOS GmbH in Hamburg direkt an der Elbe und haben hier gerade vor zwei Monaten unsere neuen Loft-Räume bezogen und sind super happy, angekommen zu sein in der digitalen Stadt Hamburg. REOS ist übrigens das erste Betriebssystem für Immobilien.

Wir kommen aus dem Bereich der Projektentwicklung des Bauens – wir bauen also eigentlich Häuser. Irgendwann sind wir an den Punkt gekommen, wo uns klar wurde, dass man so ein Haus eventuell auch mal selber betreiben muss. Also selber vermieten und bewirtschaften und es hat sich ergeben, dass dieses Haus ein Studentenwohnheim in Berlin ist, wo 172 Studenten wohnen. Und jetzt sitzen wir alle in Hamburg. Und da gingen schon die ersten Fragen bei uns los: Wie machen wir das denn eigentlich? Also aus unserer eigenen Problemlösung heraus: Wie lösen wir diese Themen? Wer macht jetzt eigentlich diese 300 Besichtigungen, wer macht 172 Schlüsselübergaben und 172 Mietverträge? Wie kommen die Leute da rein? wie machen wir das alles? Dann haben wir uns umgeschaut und uns gefragt: Wo kriegen wir denn eine digitale Haussteuerung her?

Das war unsere erste Idee. Sind wir auf den Markt gegangen, haben geguckt, was gibt es da und haben nach mehreren Wochen Research festgestellt, dass es so etwas gar nicht gibt.

Es war einfach relativ schnell klar, wir müssen selber ran und uns Lösungen überlegen. Immer nur in dem Fokus eine Lösung für unser eigenes Projekt zu schaffen. Auf der Suche nach Hardwarekomponenten haben wir in der Planungsphase mit verschiedensten Herstellern gesprochen. Das fing beim Wasserzähler an und ging bis hin zu einer Paketstation mit Klingelanlage. Also all das, wo sonst jemand hinfahren muss und irgendwas vor Ort selber händisch tun muss. Wir haben uns dabei immer gefragt: Gibt es da nicht irgendwas Digitales? Ich habe, glaube ich, meine Architekten in den Wahnsinn getrieben mit der Frage, wie ich da ein Internetkabel reinkriege. Wir wurden immer gefragt, warum wir das brauchen. Heute haben sie es verstanden und sind sehr glücklich, dass sie Teil dieses Prozesses waren. Und für uns war es am Anfang wirklich die Situation, dass wir für uns eine Lösung schaffen wollten.

Da hatten wir noch nicht die Idee, dass es irgendwann mal REOS geben wird. Es gab auch noch keine Ansätze dazu. Wir tauschten uns natürlich mit Kollegen ganz stark aus. Also auch aus der Baubranche und irgendwann fiel dann auch bei uns der Groschen. Wir haben immer wieder davon erzählt, was wir da machen und welche Ideen wir da verfolgen und welche Komponenten wir da einsetzen. Und wenn man das zwanzigste Mal von den Kollegen angesprochen wird, die sagen: „Hey, das ist toll, das brauche ich auch, könnt ihr…“ Dann war bei uns irgendwann mal der Groschen gefallen: Okay, vielleicht haben wir da ein Problem angesprochen, was nicht nur uns alleine betrifft, sondern auch viele andere. Das war dann der Moment, wo wir uns zusammengesetzt haben und da würde ich jetzt einmal die Geschichte an Kjell übergeben, weil er damit ins Spiel kam. Er hat einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen, dass REOS gegründet wurde bzw. dass REOS als Idee entstanden ist. Der Gedanke dahinter war: Was muss passieren, damit ein Mieter oder Hausverwalter die Hardwarekomponenten steuern kann, die bisher nur ein Fachinformatiker über ein Konsole bedienen konnte?

Wo steht denn REOS gerade heute?

Kjell: Wir haben nun unser fertiges Produkt und haben Anfang Mai unsere Version 0.9 intern gelauncht an einen engen Kreis von Interessenten und Kunden. Unsere Software funktioniert, sieht aber vielleicht noch nicht so sexy aus. Wir sind gerade dabei die Oberflächen final zu designen und auch die Bedien- und Nutzbarkeit der einzelnen Funktionen nochmal zu überdenken. Wir sind am Endschliff und dabei, die Software bei unseren Kunden zu integrieren. Wir haben jetzt die ersten Aufträge bekommen, wo wir gerade damit beschäftigt sind, Hardware in die Gebäude zu implementieren und dann die Software daraufzusetzen.  

Tom: REOS ist eine Software, genauer gesagt eine Servicelösung. Eine cloudbasierte Software, die wir den Eigentümern, den Hausverwaltern, Asset Managern und allen großen Bestandshaltern zur Verfügung stellen. REOS besteht aus drei Modulen. Am Ende kann man sich das so vorstellen, dass wir es als erstes geschafft haben Hardwareintegration in jede Immobilie reinzubringen. Auch in Bestandsimmobilien kann REOS einfach nachgerüstet werden. Es müssen also keine Wände aufgerissen werden um digitale Zähler oder Ähnliches in Immobilien zu bekommen.

Die Daten aus der Immobilie kommen das erste Mal in Echtzeit in unsere Cloudinfrastruktur. Wir sind auch in der Lage darüber Komponenten in der Immobilie aktiv zu steuern. Zum Beispiel den Namen am Klingelschild zu ändern oder Ähnliches. Auf dieser Cloudstruktur sitzen dann zwei Portale oben drauf. Auf der einen Seite für den Mieter, der sein Mieter-Serviceportal darüber hat. Der darüber den Mietervertrag das erste Mal digital unterschreiben kann und digital abschließen kann und der seine Verbrauchsdaten in Echtzeit sieht. Der Mieter kann eine Nachricht bekommen, wenn ein neues Paket in der Paketstation abgegeben wurde. Er erhält dann eine Art Pushnachricht mit dem Abholcode auf das Handy. Wenn zum Beispiel der Aufzug defekt ist, bekommt man eine proaktive Information aus dem System heraus. Also es gibt einmal das Mieterportal und die Mieter App dazu. Und auf der anderen Seite das zweite Portal ist das Verwalterportal, das man sich wie eine klassische Hausverwaltungssoftware vorstellen kann, nur als webbasierte Lösung. Mit dem ganz großen Unterschied, dass im Gegensatz zur klassischen Hausverwaltungssoftware hier jetzt alle Daten automatisch in die Immobilie reinlaufen.

Im Herbst oder am Ende des Jahres erhält man ja meist die Nebenkostenrechnung vom Vorjahr. Das heißt, in Deutschland dauert es aktuell gerade mal ungefähr zwölf Monate, bis die Werte des Wasserzählers am Ende über viele Umwege (über den Vermieter, über den Ablesedienst, über die Hausverwaltung) zum Mieter kommen. Bei uns ist das Ganze am 1. Januar auf Knopfdruck fertig.

Hamed: Erzählt uns doch bitte, wie genau die Gründung bei euch stattgefunden hat. Vor allem auch für die, die sich jetzt auch der Gründungsphase befinden.

Du hast vorhin erzählt, dass irgendwann dieser Groschen gefallen ist. Wie vorbereitet wart ihr, bevor der Groschen gefallen ist?

Kjell: Wie vorbereitet waren wir vorher schon?  

Tom: Gar nicht.

Kjell: Also wie Tom eben schon gesagt hat, ist REOS aus einem Paine entstanden. Also wir haben eine Lösung für uns selber gesucht. Als wir festgestellt haben: Okay, der Markt schreit danach und möchte diese Lösung auch haben, haben wir angefangen uns zu positionieren und uns Zielgruppen zurechtgelegt und geschaut, was die Anforderungen sind. Was muss das Produkt noch können? Tom und ich kommen beide auch ursprünglich aus der Beratung. Das heißt, wir sind mit Prozessoptimierung auch vertraut. Und haben angefangen wirklich jeden einzelnen Prozess der da geschieht aufzuzeichnen. Wie Tom schon sagte: Wir haben wirklich weiße Blätter auf seinem Küchentisch gehabt und haben alles vollgekritzelt was irgendwie ging. Von A bis Z haben wir jeden einzelnen Prozess aufgemalt. Nochmal darüber nachgedacht. Wir sind nach Hause gefahren, haben geschlafen, und haben wieder weitergemacht.

Wie lang ging diese Phase ungefähr?  

Kjell: Das waren so drei vier Wochen.  

Tom: Ja, das waren schon mehrere Wochen. Wir haben uns immer wieder an die Themen gesetzt, uns hineingedacht und es kommt auch heute noch ständig etwas dazu. Dieser Prozess ist laufend. Wir haben da noch keinen Abschluss. Uns fällt ständig noch etwas ein was wir gerne integrieren möchten. Aber es ist dann auch irgendwann wichtig eine Basis zu haben und diese dann erst mal aufzubauen. Nach drei bis vier Wochen ungefähr hatten wir dann unser Kernprodukt, mit dem wir anfangen wollten.

Dann hattet ihr euer Konzept festgelegt? Wie ging es dann weiter?  

Tom: Es klingt total abgedroschen, aber man muss das Rad nicht neu erfinden. Wenn man sich in dieser Phase befindet, kann ich nur raten: Nehmt euch einfach einen Standard-Business-Plan, da sind die Topics drin, die man beantworten muss, die Fragen die man sich stellen muss. Was ist mein Produkt? Was sind meine Alleinstellungsmerkmale? Wer sind meine Zielgruppen? Wie finanziere ich mein Business? Wie kann ich erklären und pitchen? Versteht jeder den Mehrwert unseres Produkts?
Wenn man sich diese Fragen mal in Stichpunkten beantwortet und zu jedem Punkt irgendwie was aufschreiben kann, ist man, glaube ich, schon auf einem guten Weg.

Kjell: Also es gibt ja diesen guten Satz: „Eine gute Idee erklärt sich in wenigen Sätzen“. Das war bei uns tatsächlich relativ schwer. Also wir haben erkannt, dass es eine Top-Idee ist. Aber Tom hat eben ja versucht REOS mal kurz zu skizzieren. Das ist bei uns tatsächlich nicht in wenigen Sätzen zu erklären.

Wir haben unsere Prozesse aufgemalt und versucht sie dann runterzubrechen auf den Kern. Das ist unglaublich schwierig gewesen.  

Aber als wir es geschafft haben, war klar, dass wir damit an den Start gehen würden. Damit wollten wir eine Gesellschaft gründen weil wir sehen, dass hier ein Business-Case vorhanden ist. 

Hamed: Das ist eine Schwierigkeit, die viele Gründer auch bei uns haben. Der berühmte Elevator-Pitch, dass man in elf Sekunden der Person klar machen kann, was man will und wo man hinmöchte.
Wir stellen uns das mal vor: Ihr habt jetzt drei, vier Wochen am Küchentisch gearbeitet, habt jetzt ein Konzept festgelegt, Business-Plan steht auch:

Wie ging es für euch nach der Konzeption weiter? Wie seid ihr dann im nächsten Schritt vorgegangen, um zum fertigen Produkt zu kommen?

Tom: Also der nächste Schritt war tatsächlich die Ausformulierung. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, sich dafür Zeit zu nehmen. Also, dass man wirklich den Business-Plan noch gar nicht in seiner epischen Tiefe schreibt sondern eher pragmatisch: Wie geht es hier los, was sind jetzt die nächsten Schritte.

Man muss auch nicht für alles eine Lösung haben. Man muss nur wissen, dass es ein Problem gibt, das gelöst werden muss.

Man sollte das Problem deutlich identifizieren können. Man braucht bei der Gründung auch nicht schon eine fertige Lösung. Ich glaube, ein Investor versteht auch, wenn dasteht: Es muss noch eine App gebaut werden, eine Front-App gebaut werden, dann sollte das für diesen Moment erst einmal genug an Input sein. Der Gründer muss auch nicht schon irgendwie einen MPP haben; er muss noch keine fertige App haben. Sondern es reicht völlig, wenn man weiß: Das ist das Problem, das sind die Lösungen, das sind die Mehrwerte dafür. Dann kann man erst einmal rausgehen und mit Leuten sprechen, weil man dadurch ein ganz wertvolles Feedback erhält. Ich habe bei vielen Gründern beobachtet, dass sie sich schon komplett verzetteln, schon an dem Produkt bauen und denken, sie müssten erst mal bestimmte Dinge fertig haben. Nein. Es reicht wirklich ein Ziel mit zehn Seiten, mit den wichtigsten Punkten. Viel wichtiger ist es ganz klar benennen zu können was das Problem ist und welche Lösungen dafür angeboten werden können.

Kjell: Genau. Und geht vor allem auch raus und redet über das Produkt! Redet über die Idee, testet sie, erzählt es auch der Familie oder den Freunden. Das ist ein wichtiger Punkt. Einfach mal das Problem zu schildern, das existiert und welche Lösung sich daraus ableiten lässt. Man bekommt vielleicht eine Menge kritische Fragen, aber das ist ja auch so ein bisschen typisch Deutsches Verhalten. Erstmal kritisch und zweifelnd. Wenn man diese Argumente dann sammelt und merkt, dass man wirklich jedes einzelne Argument davon mit einer guten Antwort oder Lösung wegradieren kann, dann hat man, glaube ich, einen sehr, sehr guten Weg eingeschlagen. Und wahrscheinlich auch ein Produkt was erfolgreich sein kann. 

Dann würdet ihr das als Phase bezeichnen, in der ihr einfach diese Idee in die Welt posaunt habt? 

Tom: Ja.  

Was war dann der krönende Abschluss dieser Phase? Was das dann die Finanzierungsrunde, oder wo seht ihr diese Phase Zwei beendet? 

Kjell: Den krönenden Abschluss sehe ich noch vor uns. 

Was ist dann Phase Vier und Fünf?

Kjell: Ich glaube, wenn wir zufrieden wären an irgendeinem Punkt, der bisher schon eingetreten ist, dann wären wir, glaube ich, nicht unbedingt geeignet. Es gibt Etappen, wo man sich freut, aber man kann sich nur kurz drüber freuen, weil es dann sofort weiter geht. Und da sind wir, glaube ich, auch einstimmig, dass wir Etappenziele auch feiern können und uns darüber freuen. Aber dass wir eben auch das große Ganze verfolgen und damit natürlich deutlich weiterkommen wollen, als das, was wir bisher geschaffen haben. 

Tom: Ja. Aber wenn du nach Meilensteinen fragst, natürlich, die gab es und die haben wir sehr genossen. Die wichtigsten Meilensteine waren dann tatsächlich auch eine relativ schnelle Gründung der GmbH, der Abschluss der Finanzierungsrunde, ein neues Büro beziehen, einrichten und darin ankommen. Die erste Eröffnungsparty im Büro zu schmeißen, das war ein ganz intensiver Moment.

Kjell: Und das Team zusammenstellen.

Tom: Genau, das Team zusammenstellen bzw. die Leute die dann daran arbeiten, die mit uns gemeinsam auch diese Reise gehen. Das ist ein ganz, ganz toller Moment gewesen.  

Kjell: Das erste Mal deine App öffnen!

Tom: Genau. Das erste Mal die eigene App sehen. 

Kjell: Das ist der größte Meilenstein!

Tom: Das erste Mal über die App Verbrauchsdaten aus den Zählern in Realtime in meinen Oberflächen ankommen zu sehen. Zu erkennen: Der Durchbruch ist geschafft von der Hardware hin zur Software. Und das ist, glaube ich, auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt für uns gewesen. Denn immer, wenn Hardware entsteht, wird es auch deutlich komplexer in den Abläufen.

Das waren die wichtigsten Meilensteine, die wir bis jetzt erreicht haben. 

Hamed: Das ist auch so ein bisschen die Belohnung, die man dann hat nach Monaten und Jahren vielleicht sogar, die man in die Gründung reingesteckt hat.

Seit wann gibt es die Firma REOS? 

Tom: Also REOS, die GmbH selber, ist gegründet im September 2017. Das ist aber definitiv nicht der Startpunkt der Idee und der Unternehmung selber. Das war wirklich schon zwei Jahre vorher, denn da war der Moment, in dem wir eine Lösung für uns selbst gesucht haben und das ist natürlich Teil des Entstehungsprozesses für dieses Produkt. Das ging schon Anfang 2016 los. Das ganze Jahr 2016, als wir in der Planungsphase von dem Gebäude waren, war eine der ganz prägenden Phasen für die Idee, für die Konzeption. Und auch für den Proof of Concept  war auch die Machbarkeit wichtig. Zu wissen, dass es bereits Hardwarekomponenten gibt, die wir verwenden können. Denn man kann nicht auch noch das Rad neu erfinden und neue Hardware herstellen. Aber die Gründung der GmbH markiert eigentlich den Punkt der Finanzierungsrunde.

Welche Form von Unterstützung habt ihr in der Gründungsphase von außen bekommen?  

Kjell: Ehrlicherweise haben wir von außen keine Unterstützung gehabt. 

Tom: Family and Friends. Also das Diskutieren, auch immer wieder einfach Feedback bekommen darüber: Was hältst du von dem Problem? Mit der Zielgruppe selber sprechen, da braucht man kein Coaching oder Beratung. Wir haben natürlich den großen Vorteil, dass wir mit unserem Hintergrund mit dem Thema Prozesse vertraut sind. Dass wir uns nicht damit umherschlagen müssen, wie eine GmbH Gründung funktioniert. Und was kommt da eigentlich auf mich zu? Und wie setze ich eine doppelte Buchführung vernünftig auf? Das sind natürlich Themen, wo wir einen Vorteil hatten. Das ist glaube ich auch ein Punkt, der ganz massiv viele Gründer davon abhält zu gründen. Dass sie sich wirklich mit vielen, vielen organisatorischen Themen beschäftigen müssen. Wo sie vielleicht auch gar keine Lust zu haben. Und da kann ich immer nur empfehlen: Hol dir den Partner, der es kann! Wir haben bei uns ja auch einen der Partner mit dabei, der selber Rechtsanwalt ist. Das ist schon eine absolute Luxussituation, dass wir einfach immer jemanden da haben, den wir bei rechtlichen Themen einfach fragen können. 

Kjell: Einen Juristen sollte man dabeihaben und zu Rate ziehen, gerade, was das Ganze Thema Firmierung angeht. Wir hatten schon Erfahrungen in Gesellschaften aber ich glaube, das ist für junge Gründer, die sich da noch nicht auskennen ein riesengroßer Stolperstein. Jegliche Zulassung, Erlaubnisbeantragung, Patentanmeldungen usw.

Hamed: Das ist ein fairer Hinweis. Ich nehme an, ihr habt auch BWL studiert und hattet dementsprechend auch selber diese Erfahrung im Berufsleben. Für die meisten Gründer, die nicht diese Erfahrung haben und nicht dieses Studium haben, bieten wir unsere Beratungsdienstleistung an. Das beschleunigt dann Vieles in der Entwicklung. Insofern wärt ihr vermutlich nicht die richtigen Kunden für uns.

Kjell: Das wäre falsch gespart. Also lieber einmal investieren um das Ganze sauber aufzusetzen, bevor dann nachher das Fundament bröckelig wird, weil man etwas vergessen hat.

Tom: Einen Steuerberater sollte man sich auch immer am Anfang dazu holen. Vielleicht gibt es auch jemanden aus der Branche im Bekanntenkreis.

Kjell: Ein guter Steuerberater ist schon wichtig. Da gibt es auch große Unterschiede und man sollte vergleichen. Es gibt auch immer zwei Arten von Steuerberatern: Solche, die eine Nachbetrachtung machen und solche, die wirklich eine Vorausschau machen. Da jemanden zu finden, der das tut ist auch ein wichtiger Faktor.

Was würdet ihr sagen, ist die wichtigste Charaktereigenschaft eines Gründers?  

Tom: Mut, Zuversicht und Spaß. Mut ist entscheidend.

Ist eine schnelle Entscheidungsfindung in der Gründungsphase wichtig?

Tom: Bei einer schnellen Entscheidung ist es besser überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als gar keine Entscheidung zu treffen. Denn du stehst an dem Markt. Wenn du keine Entscheidung triffst, stehst du am Ende immer noch vor dem Markt. Wenn du losläufst und die Entscheidung triffst, ob linksrum oder rechtsrum ist dabei völlig egal. Du kommst ein Stück weiter und kannst den Weg später korrigieren um dein Ziel dann wieder neu anzupeilen. Hauptsache du hast eine Veränderung von dort wo du jetzt kommst. Also wenn man sagt: „Da muss ich nochmal prüfen, oder muss nochmal eine Meinung einholen…“ denke ich:

Lauf doch schonmal drei Schritte los, hole unterwegs Meinungen ein und korrigiere dann den Weg. 

Das sollte ein Lebensmotto sein! Also ab einem gewissen Punkt ist wichtig einfach zu machen und einfach in das Doing zu kommen. Ich kenne dann auch wirklich viele die sagen: Man müsste das ja eigentlich so und so machen. Und warum gibt es das und das nicht? Und dann denken sie lange darüber nach. Dann holst du dir praktische Beispiele, dann fängst du an dich komplett zu verzetteln und dann fängst du irgendwann an das zwanzigste Vergleichsangebot für das Bedrucken von Kugelschreibern einzuholen, wo dann am Ende einen Benefit von drei oder vier Euro eingespart wird. Nicht, dass vergleichen nicht wichtig ist, auf keinen Fall! Dont get me wrong. Aber man sollte schauen, wo es sich lohnt.

Das ist glaube ich auch noch eine ganz wichtige Sache, dass man sich in regelmäßigen Abständen und je schnelllebiger das eigene Projekt ist, rausnimmt, mal in die Metaebene zu gehen und zu sagen: „Lasst uns in regelmäßigen Abständen immer wieder neu ausrichten.“ Gerade wenn man einfach losläuft! Dann ist es wichtig immer wieder zu justieren, immer wieder das Ziel neu anpeilen und das am besten nicht im Alltag. Bei uns gibt es dafür Abende, an denen wir uns Zeit nehmen für Rotwein, Kerzenschein und ein Gespräch auf der Metaebene. Zu erkennen: Was sind denn nun die großen, nächsten Dinge. Sich immer wieder Prioritäten setzen und gegenseitig Feedback geben. Sich regelmäßig aus dem Alltag rausnehmen und bewusst dafür Timelines setzen.

Kjell: Selbst wenn du eine Timeline nicht einhältst, ist das völlig egal. Aber wenn du dir sie selber setzt, wirst du das Ziel irgendwann erreichen. Auch wenn es vielleicht mit ein paar Wochen Verspätung kommt. Aber es wird irgendwann erreicht. 

Tom: Und das nicht im Alltag untergehen lassen, sondern sich wirklich die Zeit dafür nehmen.

Wo seht hier selber REOS in fünf Jahren?  

Tom: Da würde ich sagen, holen wir noch mal diese Videoaufzeichnung raus. Aber da sind wir natürlich in Deutschland und darüber hinaus das Betriebssystem in Immobilien.

Wie kann man euch am besten erreichen? 

Tom: Einfach über reos-software.com und gerne in den Newsletter eintragen. Ansonsten einfach vorbeikommen. Wir haben hier einen wunderschönen Showroom und kann man alles anfassen, erleben, ausprobieren.

 
Vielen Dank an Kjell und Tom von der REOS GmbH für das Interview!
 
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