Was sind SEO Texte?

Und wofür brauche ich SEO Texte auf meiner Webseite? Hier erfährst du bald mehr zum Thema.

Use Case zeigen von SEO Texte, zum Beispiel anhang von SEO Experte Hamburg Artikel

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SEO & SEA Marketing: Wie funktioniert Google Werbung?

Es gibt gute Gründe, weshalb Unternehmen auf Google werben.


Was macht eine Website erfolgreich?

Jeder Gründer möchte eine erfolgreiche Website. Aber was genau bedeutet Online-Erfolg? In diesem Beitrag erklären wir es euch.


Google bestraft unsichere Websites ohne HTTPS Zertifikat

Mit der Einführung von Chrome 68 werden Websites ohne HTTPS Zertifikat ab Ende Juli im Google Ranking besonders schlecht abschneiden. Wer seine Website auf HTTPS umstellt, hat hingegen nichts zu befürchten.

Wozu ein HTTPS Zertifikat?

Durch die SSL Verschlüsselung bzw. das HTTPS Zertifikat wird gewährleistet, dass Nutzerdaten verschlüsselt an die Website übertragen werden.

Google kennzeichnet sichere und unsichere Websites

Sichere Websiten, die auf HTTPS umgestellt sind, werden im Browser mit einem grünen Schloss und dem Vermerk "sicher" angezeigt. Ab Ende Juli, wenn Google Chrome 68 gelauncht wird, werden solche Webseiten, die nicht verschlüsselt sind als unsicher gekennzeichnet werden. Den Besuchern der Website wird eine Fehlermeldung angezeigt.

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Wer seine Website bis dahin also nicht auf HTTPS umstellt, wird zwangsläufig mit einem schlechten Google Ranking und damit einhergehend einem Traffic Rückgang auf der Website rechnen müssen.
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Weiterführende Links zum Thema:

Gründerstory mit David von onlineautokaufen24.de - Neuwagen online kaufen

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Stell dich uns bitte kurz vor. Wer bist du und was machst du?

Ich bin David Henseleit und habe mit onlineautokaufen24.de ein Onlineportal für den Autokauf ins Leben gerufen.

Wie kam es zur Gründung?

Während des Studiums habe ich mir die Frage gestellt: "Warum kann man eigentlich Autos nicht online bestellen und kaufen von anderen Autohändlern?" Ähnlich wie bei Check24 und ähnlichen Portalen, kann der Kunde über das Portal kaufen und zahlen. So läuft es auch bei uns.

Dem Kunden wird zum Beispiel der Standort des Autos angezeigt. Wenn der Kunden in Hamburg lebt, das Auto aber in München steht, kann er sich dieses auch liefern lassen. Er kann sich dann ganz einfach Fahrzeuganfrage und Fahrzeugpapiere beziehungsweise Kaufvertrag zukommen lassen, unterschreiben, zurückschicken, fertig. Dann kommt die Rechnung und er bezahlt das Auto.

Wie ist das mit dem Transport, wenn der Kunde sich das Auto liefern lassen möchte?

Das läuft über einen Partner von uns. Dieser dokumentiert das Auto vorher und nachher und transportiert es zum Kunden.

Dabei entstehen natürlich zusätzliche Kosten für den Kunden. Er hat aber prinzipiell die Möglichkeit sich sein neues Auto unkompliziert liefern zu lassen.

Wann war der Moment in dem du dich entschieden hast ein Startup zu gründen?

Beim Lernen auf dem Sofa. Ich bin sowieso ein Schnelldenker, auch sehr lösungsorientiert. Ich habe mit meiner Partnerin über die Idee gesprochen und sie ist ohnehin der Meinung, dass ich ein schlechter Arbeitnehmer bin. Also habe ich mich entschlossen meinen Job zu kündigen und habe mein ganzes Geld in onlineautokaufen24.de gesteckt.

Hattest du Bedenken im Moment, in dem du dich für die Gründung entschieden hast?

Gar nicht.

Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, der ein Unternehmen gründen möchte?

Mach einfach!

Mehr als schiefgehen kann das nicht.

Ich meine, wenn man Angst hat, dann braucht man auch keine Beziehung zu einem Partner eingehen, die kann ja auch schiefgehen.

Einfach nicht auf andere Menschen hören, mache dein eigenes Ding.

Wenn du von deiner Idee überzeugt bist, musst du dafür brennen und sie umsetzen.

Ist dir das Geld, was du verlieren könntest, nicht so wichtig?

Nein. Ich gründe ja mit der Hoffnung, dass ich das Geld, das ich ausgebe auch wieder reinholen kann und damit Gewinn machen kann. Das ist natürlich das Ziel, wenn man gründet.

Welche Charaktereigenschaft braucht ein Gründer?

Ehrgeiz. Man muss wirklich am Ball bleiben und darf sich nicht unterkriegen lassen, wenn jemand mal "Nein" sagt. Ich habe zum Beispiel diverse Partnerschaften, ich musste 1000-mal hinterherlaufen, bis mal jemand vorbeikam. Irgendwann zahlt sich das definitiv aus.

Wie lange hast du gebraucht, um die Partner aufzubauen, mit denen du jetzt arbeitest?

Ich bin immer noch dabei. Zum Beispiel bei "sicher bezahlen", die haben wir ins Boot geholt und die wollen auch noch mehr Marketing machen für uns. Die haben auch angeschlossene Händler ohne Ende. Dort stehen aber noch Gespräche aus, genauso wie mit anderen Partnern.

Wie bist du bisher vorgegangen, um neue Kunden zu gewinnen und Besucher auf deine Website zu bekommen? Wie bist du an das Thema Marketing herangegangen?

Zuerst macht man sich natürlich Gedanken, welche Ziele man erreichen will. Anschließend geht es darum sich zu informieren. Ich wusste durch mein Studium schon, wo ich anrufen muss, um die verschiedensten Dinge zu erledigen.

Einen gewissen Plan sollte man da schon haben. Ohne Plan und grundlegende Kenntnisse in dem Bereich, in dem man gründen möchte wird das nichts.

Kann man sich auf eine Gründung vorbereiten? Wie hast du dich vorbereitet?

Ich habe mich gar nicht vorbereitet, ich habe einfach gemacht. Ich wusste ja, welche Hebel ich drücken muss, damit es vorwärtsgeht.

Zum Beispiel bei der Unternehmensgründung habe ich Unternehmensberater angerufen. Diese haben sich um die Unternehmensgründung, die UG-Gesellschaft gekümmert. Eine Marketing Firma habe ich kontaktiert und einen Webdesginer beauftragt, der mich unterstützt. Das war mit viel Arbeit und vielen, vielen Gesprächen verbunden.

Wo siehst du dein Unternehmen in fünf Jahren?

Da wo Check24 heute steht. Das ist mein Plan. Oder so bekannt zu sein wie mobile.de. Die Leute sollen sagen: "Ich möchte gerne einen Neuwagen kaufen, also wende ich mich an onlineautokaufen24.de weil ich mich dort um michts kümmern muss. Die KFZ-Zulassung ist gratis, die Anschlussgarantie gibt es oben drauf."

Hast du konkrete Zahlen, die du erreichen möchtest?

Zahlen habe ich tatsächlich keine, außer Plus. Ich habe natürlich vorausschauend geplant und habe eine Summe X angespart, von der ich leben kann, falls das mit onlineautokaufen24.de überhaupt nichts wird.

Ich kann also in einem halben Jahr schauen, wo muss ich noch mal dran drehen muss, was funktioniert und was funktioniert überhaupt nicht.

Was ist aktuell deine größte Herausforderung?

Meine größte Herausforderung ist, die Leute davon zu überzeugen, bei mir ein Auto zu kaufen. Die Neukundengewinnung ist demnach meine größte Herausforderung aktuell.

Ich möchte, dass die Leute ihren Neuwagen bei mir und nicht bei der Konkurrenz kaufen.

Was denkst du über Hamburg als Gründerstadt. Gibt es hier viel oder wenig Unterstützung für Gründer? Nimmst du Hamburg als Startup Metropole wahr?

Das kann ich noch nicht so genau sagen, weil ich noch neu bin in der Startup-Szene in Hamburg.

Kann man dich auf Networking-Events oder Meetups treffen?

Nein. Aber ich weiß zum Beispiel von der Hamburger Volksbank, die haben für Gründer zum Beispiel Gründer-Investitionskredite oder Zuschüsse et cetera. Ob es in Hamburg ein extra Gründer-Programm gibt, das weiß ich allerdings nicht.

Mit der Hamburger Volksbank habe nächste Woche Donnerstag tatsächlich einen Banktermin, da werde ich auch mein Konto eröffnen. Natürlich möchten sie auch meinen Businessplan sehen.

An dieser Stelle danken wir David von onlineautokaufen24.de ganz herzlich für das Interview!

In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel “GRÜNDERSTORY MIT MAURICE VON HEIMATGUT GMBH - ONLINESHOP FÜR GESUNDE SNACKS"


Gründerstory mit Hanna von Localyze UG - Software für Relocation Management

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Stelle dich uns bitte einmal vor. Wer bist du? Was hast du gemacht bisher?

Mein Name ist Hanna Asmussen. Ich bin eine der drei Gründerinnen von Localyze. Uns gibt es seit letztem Jahr und wir machen eine Software für Relocation Management. Das kann man sich so vorstellen: Für Unternehmen, die internationale Mitarbeiter einstellen, übernehmen wir alles, was nach der Einstellung kommt. Sprich wir kümmern uns um Visa, Versicherungen, Wohnungssuche und die Sozialintegration. Das Unternehmen hat mit dem restlichen Prozess daher also nichts mehr zu tun.

Da wir das Ganze über eine Software abwickeln, haben wir auch ein günstigeres Angebot gegenüber Agenturen und wollen globale Mobilität und internationales Recruiting erleichtern. Wir möchten es aber vor allem auch den Mitarbeitern leichter machen nach Deutschland zu kommen, weil wahrscheinlich jeder den Schmerz nachvollziehen kann, wenn man ins Ausland geht und sich erst einmal zurechtfinden muss. Das wollen wir alles erleichtern.

Zu mir selber: Ich habe im Bachelor und Master Wirtschaftsingenieurwesen in Berlin studiert und bin dann für meinen Beruf nach Hamburg gezogen. Hier habe ich anderthalb Jahre in einer Unternehmensberatung bei Boston Consulting gearbeitet und kümmere mich jetzt in Vollzeit um Localyze.

Welches Problem löst ihr mit eurer Software?

Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland ziehen, haben häufig Probleme mit Visa, Versicherungen und Wohnungssuche. Dazu kommen oft Sprachbarrieren und bürokratische Hürden, die es zu meistern gilt. Genau das tun wir mit Localyze.

Was hat euch motiviert, das Startup zu gründen und wie habt ihr euch auf die Gründung vorbereitet?

Wir haben alle drei schon häufig im Ausland gewohnt und kannten das Problem deswegen in die andere Richtung. Denn das hat man eben auch, wenn man aus Deutschland ins Ausland zieht. Daraus entstand die Motivation, den ganzen Prozess leichter zu machen für Leute, die nach Deutschland kommen. Wir haben alle drei unterschiedliche Hintergründe und das ist eigentlich die beste Vorbereitung, die wir haben können, da wir dadurch alle Themen intern im Team abdecken können.

Kanntet ihr euch vor der Gründung schon?

Ja, wir kennen uns alle schon relativ lange, noch aus Flensburg. Letztes Jahr haben wir dann angefangen zusammenzuarbeiten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir haben gemerkt, dass da ein Problem ist und dann kam so ein bisschen die Überlegung: Was kann man da machen? Das hat mit der Idee zu einem Blog begonnen, wo man bestimmte Informationen weitergeben kann. Dann ging es halt weiter damit, dass klar war, dass ein Blog sich schwer monetarisieren lässt und darüber hinaus ist ein Blog auch wenig persönlich. Daraus ist Schritt für Schritt die Idee zu Localyze gewachsen.

Wie lief der Gründungsprozess ab? Welche Hürden sind auf euch zugekommen und worauf habt ihr euch in der Anfangsphase der Gründung am meisten konzentriert?

Wir haben relativ lange am Konzept gefeilt, was auch daran lag, dass wir uns auf das Exist-Stipendium beworben haben.  Da musste ein kompletter und umfangreicher Business Plan eingereicht werden. Das heißt, die Vorlaufphase war erst einmal relativ lang. Das war aber auch ganz gut, weil das auch die Möglichkeit gibt sich intensiv Gedanken zu machen: "Worauf fokussiert man sich denn? Wo will man hin?" Damit haben wir die ersten Monate verbracht.

Nebenbei haben wir immer noch gepitcht bei verschiedenen Events, um da natürlich auch noch einmal Feedback für unsere Idee zu bekommen. Dadurch sind wir dann auch Teil des Next Commerce Accelerators geworden und haben jetzt im letzten halben Jahr sehr stark mit der Produktentwicklung begonnen, worauf auch im Moment der Fokus liegt.

Was waren in der Konzeptionsphase die größten Learnings, die du auch für dich mitnehmen konntest? Was waren die Hindernisse und Hürden?

Das Fokussieren ist nicht so einfach. Man sieht die Idee und das, was man alles theoretisch machen könnte. Aber man muss sich eben auf Teilstücke konzentrieren um sich nicht zu verzetteln.

Dann stellt sich auch immer die Frage: Was ist realistisch? Was kann ich wann erreichen? Was kann ich mit wie viel Geld erreichen? Und natürlich auch: Wofür kann ich Geld verdienen? Ich glaube, je mehr man an der Idee arbeitet und je mehr Feedback man bekommt, umso mehr konkretisiert sich auch die Idee und man erkennt, was funktionieren kann und was nicht. Das Feedback kann natürlich aber in unterschiedliche Richtungen gehen. Da braucht es dann eine klare Linie und und einen Punkt an dem man sich sagt: "Okay, ich fokussiere mich jetzt darauf. Damit fange ich an. Das teste ich einmal."

Die Richtung kann man immer noch ändern und nachjustieren.

Hatte von euch schon Gründungserfahrungen? Habt ihr euch in der Gründungsphase Beratung eingekauft oder hattet ihr einen Business Angel?

Gründungserfahrung hatte keiner, aber ich habe Beratungserfahrung. Meine Mitbewohnerin kommt eben aus dem HR-Bereich. Das heißt, sie kennt da den Markt. Die andere hat wiederum Produkterfahrung. Dadurch können wir vieles selber abdecken.

Wir sind zum Beispiel nicht zum Gründerberater gegangen aber wir standen ja im Austausch mit den Betreuern vom Exist-Stipendium und auch mit dem Accelerator.

Welche drei Tipps würdest du dir selber aus heutiger Sicht geben, wenn du nochmal ganz am Anfang der Gründung wärst?

Man muss sich glaube ich darüber im Klaren sein, dass alles etwas länger dauert als man anfangs denkt. Egal ob das die Produktentwicklung oder die Zusammenarbeit im Team betrifft.

Außerdem ist das Team extrem wichtig. Man sollte sich auch dreimal überlegt, mit wem man zusammenarbeitet. Wer passt? Wer hat welche Kompetenzen? Alle Teams, die ich kenne, hatten halt am Anfang relativ viel Wechsel im Team das scheint normal zu sein. Erst mit der Zeit findet man heraus was passt und was nicht, was braucht man und was nicht.

Sind das ausschließlich Kompetenzen, auf die du achtest, oder sind das auch zwischenmenschliche Aspekte?

Zwischenmenschliche Aspekte sind aus meiner Sicht um einiges wichtiger als die Kompetenzen. Kompetenzen kannst du lernen, das Zwischenmenschliche eher nicht.

Wenn es halt nicht passt, dann ist es egal, wie gut die Person ist, aber dann bringt es niemandem etwas. Man lernt ja am Anfang sowieso relativ viel. Deshalb ist es wichtig, dass das Team passt und man gemeinsam Spaß an der Sache hat. Dann kannst du den Rest lernen. Aber wenn du ein Team hast, wo vielleicht viele Kompetenzen da sind, die Zusammenarbeit aber nicht klappt, wirst du nie weit kommen.

Welche Charaktereigenschaften braucht ein Gründer?

Leidensfähigkeit. Ich glaube, ohne das geht es nicht, denn man braucht eine hohe Frustrationstoleranz, Leidensfähigkeit, damit man die ganze Gründungsphase durchstehen kann. Ich kenne kein Startup, was nicht ein paar Mal richtig auf die Fresse geflogen ist und das musst du dann durchstehen und weitermachen, sonst hat man da keine Chance.

Ich denke die Gründer, die am erfolgreichsten sind, sind auch die, die am längsten durchgehalten haben.

Was ist das Beste, das euch während der Gründung passiert ist?

Ich glaube, das kann man nicht an einem Moment festmachen. Wir haben bisher relativ viel Glück gehabt mit Externen, die wir uns ins Team hereingeholt haben. Das waren immer eher Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Dadurch haben wir es geschafft, uns ein ziemlich gutes Team aufzubauen. Ein Team, das gerne daran arbeitet und für das Startup brennt. Das hat uns am stärksten vorangebracht.

Würdest du jemals wieder etwas anderes machen wollen, jetzt wo du ein Startup gegründet hast? Das Leben und die Arbeitsweise sind ja doch verschieden.

Definitiv. Wenn das jetzt nicht klappt, kann ich mir definitiv vorstellen, noch einmal zu gründen. Es muss aber natürlich auch immer alles passen.

Habt ihr bisher in Marketing investiert? Habt ihr schon herausgefunden, wer eure Zielgruppe ist und wie man Neukunden gewinnen kann? Habt ihr Tipps oder Tricks?

Vor allem Sales und Marketing ist etwas, womit man nicht zu spät anfangen sollte. Man sollte systematisch vorgehen.

Es bringt dir nichts, wenn dir zehn Leute sagen, dass die Idee total gut ist, wenn sie dann später aber nicht bereit sind dafür zu zahlen. Das heißt, früh rangehen und versuchen, wirklich einmal etwas zu verkaufen. Erst dann weißt du, dass es eine Zielgruppe und einen Markt für dein Produkt gibt.

Wo seht ihr euch so in fünf Jahren? Gibt es da konkrete Zahlen oder Ziele, die ihr euch gesetzt habt?

Unser Ziel ist bis dahin definitiv international aktiv zu sein. Also im Endeffekt: Das, was wir machen, kannst du erst einmal für Deutschland aufbauen, du kannst es aber auch für jeden anderen Ort weltweit machen, an den Leute aus dem Ausland ziehen. Von daher ist das definitiv ein großes Ziel und dann ist es im weiteren Schritt auch ein Ziel, das für unterschiedliche Gruppen anzubieten. Zum Beispiel nicht nur für Unternehmen, die Leute einstellen, sondern auch B2C, so dass man es weltweit schafft, gobale Mobilität und Relocation zu vereinfachen.

Hast du das Gefühl, dass die Stadt Hamburg viel für Gründer tut? Werden Gründer in Hamburg gut unterstützt?

Es gibt schon gute Angebote in Hamburg. Das Netzwerk ist zwar immer noch kleiner als in Berlin, aber ich finde, was die Stadt selber tut hier nicht unbedingt schlechter als in Berlin. Trotzdem ist in Hamburg immer noch alles etwas zerstückelt.
Man hat teilweise die Universitäten, wo ein paar Startups sind. Man hat halt dann irgendwie so ein paar Company Builder, ein paar Accelerator Programme und so weiter. Aber es ist natürlich immer schwierig alle zusammen an einen Tisch zu bringen. Man hat in Hamburg keine dieser richtig großen Startup Konferenzen, wie sie vielleicht einmal in Berlin sind. Aber prinzipiell war es für mich noch nie ein Nachteil, dass wir in Hamburg sitzen und nicht in Berlin.

Gibt es generell etwas, das die Stadt Hamburg besser machen könnte? Wie könnten Startups besser unterstützt werden?

Es ist nett, dass die Startup Szene hier in Hamburg ein bisschen übersichtlicher ist. Man kann sich schneller vernetzen und andere Gründer kennenlernen. Für alles andere kann man ja auch nach Berlin gehen.

In Hamburg kann man anders wachsen, sich anders einen Namen machen und es gibt mehr Unternehmen.

Hat die Stadt Hamburg euch dazu bewogen, hier zu gründen oder war das einfach nur Zufall, dass ihr hier gegründet habt?

Das war uns egal. Aber da wir alle in Hamburg leben, war das relativ klar auch hier zu gründen.

Welche drei Tipps hast du für Gründer, die gerade am Anfang ihrer Gründung stehen?

Das Wichtigste ist, wie schon gesagt, das Team. Man braucht Leute die wirklich mitziehen und sich nicht verunsichern lassen. Alleine gründen würde ich selber nicht, denn wenn es einmal schlecht läuft, braucht man jemanden, der einen auffängt.

Man sollte gerade am Anfang viel Zeit investieren, damit man loslegen kann.

Als dritten Punkt finde ich es wichtig sich über das Thema Marketing Gedanken zu machen. Man kann noch so sehr in sein Produkt verliebt sein, aber wenn es sonst niemand ist, wird es schwierig.

An dieser Stelle danken wir Hanna von Localyze ganz herzlich für das Interview!

In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel „GRÜNDERSTORY MIT MAURICE VON HEIMATGUT GMBH - ONLINESHOP FÜR GESUNDE SNACKS"


Gründerstory mit Maurice von Heimatgut GmbH - Onlineshop für gesunde Snacks

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Wer bist du, was machst du und was hast du bisher gemacht in deinem Leben?

Ich bin Maurice, bin 31 Jahre alt und habe mit meinem Kollegen Aryan das Unternehmen Heimatgut gegründet. Angefangen hat die Story bereits in der Schulzeit: Ich habe jemanden kennengelernt, der die internationale Schule in Hamburg besucht hat. Gemeinsam sind wir dann nach London gegangen um Universitäten zu besuchen. Im Anschluss bin ich nach Amerika gegangen, wo ich mein Studium beendet habe. In der Zwischenzeit habe ich Einiges getan: Ich habe Commodity-Training in Shanghai gemacht, ich habe ein Praktikum bei VW gemacht im Bereich Logistik, ich habe bei einer Holzfirma gearbeitet und dort einmal alles durchleuchtet, von der Produktion über Logistik, Finanzen bis hin Managementmarketing. Anschließend habe ich in Madrid den International Business Master gemacht. Zu dieser Zeit haben wir uns dann auch entschlossen ein Unternehmen zu gründen.

Wie alt ist euer Unternehmen?

Die Idee hatten wir 2012 und wir sehen 2014 als das erste richtige Geschäftsjahr an. Da haben wir mit der Produktion begonnen und an den Einzelhandel verkauft. Richtige Umsätze konnten wir dann 2015 verbuchen.

Was genau bietet denn euer Startup und welches Problem löst ihr damit?

Aryan und ich waren beide sehr viel international unterwegs und haben festgestellt: Der Deutsche Snack Markt ist extremst langweilig. Die Autoindustrie entwickelt sich weiter, die Handys entwickeln sich weiter und dann gehst du in den Supermarkt und da ist dann leider gefühlt die Zeit stehengeblieben.

In der letzten Zeit hat sich zwar ordentlich was getan, aber es hat sich einfach nicht im besonderen Maße weiterentwickelt. Wir dachten: "Ein paar gesunde Snacks muss es doch irgendwie geben." Aber sind wir rumgelaufen und haben einfach nichts gefunden. Dadurch sind wir auf die Idee gekommen, dass wir selber versuchen möchten gesunde Snacks herzustellen, die nicht so langweilig schmecken wie Reiswaffeln.

Wir wollten gesunde Snacks herstellen, bevorzugt in Bioqualität und diese zu guten Preisen verkaufen.

Was hat euch motiviert, Heimatgut zu gründen und wie habt ihr euch auf die Gründung vorbereitet?

Wir haben uns gar nicht auf die Gründung vorbereitet, sondern das ist einfach entstanden. Unser Startup Heimatgut ist sehr organisch gewachsen, zum Beispiel haben wir in der eigenen Küche verschiedene Dinge ausprobiert. Wir haben tatsächlich Gemüse getrocknet, ein paar Geschmäcker hinzugefügt und bei niedrigen Temperaturen gedörrt, so dass Mineralien und Vitamin erhalten blieben. Tag und Nacht standen wir in der Küche und haben Familie und Verwandte mit unseren Snacks versorgt. Die Begeisterung war groß und alle wollten mehr. Als wir ein bisschen Geld zusammen gespart hatten, haben wir einen Dörrautomaten gekauft. Einen Trocknungsautomaten für Wirsing-Chips gibt es aber so nicht und wir wurden an jeder Ecke komisch angeguckt. Deshalb haben wir mit Maschinenbauern eine Maschine entwickelt und mit dieser Maschine in einem alten Industriekeller von Bekannten begonnen zu produzieren. Wir haben während der Gründungsphase alles selber gemacht und so wenig Geld wie möglich ausgegeben. Und dann haben wir begonnen unsere Produkte auf dem Wochenmark, genauer gesagt dem Isermarkt, zu verkaufen.

Wir hatten nicht im Kopf, dass aus unserer Idee mal eine große Firma entstehen würde. Wir hatten einfach Zeit und Spaß an der Sache. Nachdem unsere Snacks bei Familie und Verwandten gut ankamen, haben wir uns natürlich gefragt, ob unsere Kunden das genauso sehen.

Wie lange lief dieser Gründungsprozess?

Von der Idee bis zur ersten Snack Tüte bei Edeka vergingen sieben Monate. Das ist alles recht zügig gegangen, denn wir hatten viel zu tun in dieser Zeit der Gründung: Wir mussten eine Maschine bestellen, wir mussten sie entwickeln, wir mussten sie verstehen und damit produzieren. Das Gute war, dass wir auf dem Markt immer wieder Kundenfeedback bekommen haben. Die Entscheidung auf den Wochenmärkten zu starten war Gold wert! Wenn du gleich in den Einzelhandel gehst oder direkt online verkaufst, fällt dieses Feedback vielleicht nicht so ehrlich aus und findet auch nicht Face to Face statt, wie du es auf dem Wochenmarkt bekommst.

Würdest du auch anderen Gründern empfehlen, sich direktes Kundenfeedback einzuholen, auch wenn das Produkt vielleicht noch nicht gelauncht ist?

Ich kann zwar nur für die Lebensmittel Branche sprechen, aber ich denke, dass es branchenunabhängig sinnvoll ist, sich Feedback vom Kunden einzuholen. Zum Beispiel die Frage danach, ob das Produkt überhaupt eines ist, das der Kunde braucht. Gibt es einen Markt für mein Produkt?

Dein Produkt kann noch so toll sein, du kannst davon noch so überzeugt sein, aber wenn die Kunden die Produkte dann nicht kaufen möchten, weil der Markt nicht reif ist oder kein Bedarf da ist, ist das Startup zum Scheitern verurteilt.

Ihr habt euch am Anfang ja auf den Vertrieb fokussiert mit der Präsenz auf den Wochenmärkten. Wie ist das heute?

Eigentlich lief alles zeitgleich. Wir haben unsere Produkte entwickelt und standen gleichzeitig auf Wochenmärkten - bei klirrender Kälte auf Holzpaletten. Wir mussten morgens um fünf Uhr aufstehen um uns einen Platz auf dem Markt zu sichern. Danach sind wir in die Firma gefahren um weiter zu produzieren. Das war damals eine extrem witzige Zeit aber nochmal würde ich es nicht machen wollen, denn es war wirklich anstrengend.

Woher hattet ihr Zeit in das Projekt Heimatgut zu investieren?

Aryan kam gerade aus Afrika zurück und ich war gerade zwischen zwei Studiengängen. Wir hatten beide Zeit uns mit einem neuen Projekt zu beschäftigen.

Hat das den Prozess beschleunigt und begünstigt?

Ich hasse es, zu Hause rumzusitzen und nichts zu machen. Das konnte ich noch nie und Heimatgut hat uns dann in dieser Zeit gut beschäftigt. Es hat auch extrem Spaß gemacht und wir haben relativ schnell erkannt, wo wir uns verbessern müssen. Wir hatten wirklich keine Ahnung, denn der Einzelhandel ist komplex: "Wie erstellt man Strichcodes? Was sind Gebinde-Einheiten? Wie verschickt man Ware auf einer Palette?"

Von all dem hatten wir keine Ahnung als wir mit unserem Startup Heimatgut angefangen haben. Wir haben ganz Vorne angefangen und uns nach Oben gearbeitet. Dann haben wir über einen Bekannten den ersten Kontakt zu Edeka Struve in Hamburg bekommen, der uns dann die ersten Tipps gegeben hat. Wir haben ihm unsere Produkte gezeigt und er hat sich wirklich Zeit für uns genommen,. Ein super netter Mensch, der sicher andere Dinge im Kopf hatte als sich uns und unseren Produkten zu widmen. Er hat uns zum Beispiel darauf gebracht, dass wir uns um die Gebinde-Einheiten kümmern und unseren Produkte mit Strichcodes versehen müssen. Also sind wir zurück in die Entwicklung, haben eine neue Verpackung hergestellt und sind dann damit wieder zu ihm gegangen. Er hat uns empfohlen zum Großhändler zu gehen und so kam schon der erste Kontakt zum Großhändler. So kam es dazu, dass Edeka nach und nach unsere Produkte verkauft hat.

Ist euer Startup eigenfinanziert?

Wir sind eigenfinanziert und haben seit letztem Jahr einen strategischen Partner mit dabei.

Habt ihr euch während der Gründung Unterstützung von außen geholt, zum Beispiel durch einen Anwalt, einer Marketing Agentur oder Unternehmensberater?

Wir hatten weder Unterstützung durch einen Anwalt noch durch einen Marketing Experten. Wir haben hier und da mal Designer gehabt, aber die ersten Ideen kamen von uns. Als Beratung hatten wir Familie und Verwandte. Ein befreundeter Kollege aus der Familie hatte mit der Lebensmittelindustrie zu tun und er hat uns in dieser Hinsicht unterstützt. Ansonsten hatten wir keinerlei Beratung, Coaching etc.

Welche drei Dinge würdest du aus heutiger Sicht während der Gründungsphase anders machen?

Ich verstehe den Alltag jetzt besser, ich kenne die Kontakte, ich würde gar nicht erst zu diesem einen Edeka hingehen sondern ich würde entweder gleich zum Großhändler oder zur Zentrale der Region gehen. Ich wüsste, wie man Vertrieb macht. Das alles wussten wir vorher nicht und mussten uns das ganze Wissen erstmal aneignen. Jetzt ist es wirklich nur ein Fingerschnipsen. Wir haben dann schnell ein EAN, diesen Code für die hintere Seite der Verpackung, generiert und wir wissen welche Lebensmittelverordnung auf die Verpackung gehört. Zum Launch eines neuen Produkts braucht es dann nicht mehr sieben bis acht Monate sondern nur noch ein bis zwei Wochen.

Ich würde alles nochmal genauso machen.

Wir haben zwar viel Geld aus dem Fenster geschossen, aber das war in meinen Augen immer ein gewisses Lehrgeld. Und hätten wir die Fehler nicht gemacht, wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Wie sollte man sonst lernen, wenn man keine Fehler macht? Nur mit dem Wissenstand, auf dem wir jetzt sind, könnten wir sowas viel, viel schneller auf die Beine stellen als vorher. Das ist aber wiederum auch davon abhängig, was vorher finanziell möglich war. Eine Unternehmensberatung war für uns zum Beispiel sehr weit entfernt, denn wir standen ja wirklich mit unseren Produkten auf dem Markt. Mit den 300-400 Euro Einnahmen haben wir neue Ware zum Verarbeiten gekauft. Von den paar Kröten die übrig blieben haben wir dann Benzin und Verpackung gekauft.
Wir haben uns auch nie größere Gehälter ausgeteilt oder Geld ausgeschüttet. Wir wollten das Unternehmen organisch zum Wachstum antreiben, weil uns klar war, dass wir das für uns machen möchten und nicht für Investoren.

Welche Charaktereigenschaften braucht ein Gründer?

Man sollte einen klaren Kopf bewahren können. Selbst wenn man denkt, alles geht gerade den Bach runter und denkt: "Okay, ich fahre jetzt erstmal zur Tankstelle, hole einen Kanister Benzin und zünde den ganzen Laden an." sollte man nicht aufgeben. Einen Tag später ist dann nämlich oft alles wieder gut und der Kanister Benzin darf zu Hause bleiben. Es ist wirklich ein Auf und Ab und das muss man abkönnen, würde ich sagen.

Man braucht ein sehr dickes Fell, besonders im Einzelhandel. Wir wurden auch schon von großen deutschen Einzelhändlern am Telefon angeschrien. Dann legst du auf, denkst dir deinen Teil und machst weiter.

Im Einzelhandel heißt es wirklich: Fressen und gefressen werden. Auf Lieferantenseite wird man runter gedrückt und auf der Einkaufseite vom Einzelhandel genau das gleiche. Das macht keinen Spaß.

Was war denn das Beste, was euch in der Gründungsphase passiert ist? Gibt es ein einschneidendes Erlebnis, das euch sehr geprägt hat?

Die Höhle der Löwen natürlich. Das war extremst toll und mega witzig. Ich kann jedem nur empfehlen sich einfach mal anzumelden. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen, aber das hat für uns wirklich Einiges gebracht. Das war die witzigste und gleichzeitig auch schwerste Zeit. Da haben wir zeitweise sogar in der Firma geschlafen.

Die Leute verstehen nicht, dass man noch ein kleines Unternehmen ist. Kunden haben sich über vier Wochen Lieferzeit beschwert. Die Problematik, die damit verbunden war: Wir hatten keinen Kundenservice und keine Ressourcen eine Person nur zum Beantworten von Emails einzustellen. Wir haben in kürzester Zeit unglaublich viele Emails bekommen und gleichzeitig Bestellungen ohne Ende. Dann haben wir Bestellzeiten irgendwann auf vier Monate gesetzt, aber die Kunden bestellten trotzdem weiter. Dann wirst du beschimpft, weil der Online-Store zugeht und, und, und.

In Zeiten von Amazon, wo man heute bestellt und morgen sein Paket bekommt, steht man da als kleines Unternehmen wirklich blöd da. Selbst bei drei Tagen Lieferzeit kommen Beschwerden rein.

Wo siehst du das Unternehmen in fünf Jahren? Gibt es konkrete Zahlen, die ihr innerhalb dieser Zeit erreichen wollt?

Grundsätzlich wollen wir in Deutschland bekanntester, größter Hersteller für gesunde Snacks werden. Wir möchten mit unseren Produkten in den Massenmarkt hinein, der glaube ich mit der schwerste ist. Wir möchten es besser machen als manch anderer Konkurrent. Der Endverbraucher soll so ein Vertrauen zu uns haben, dass er zum Regal geht und mit gutem Gewissen zu unseren Produkten greift.

Ich finde es einfach schrecklich, wenn man auf die Zutatenliste schaut und dort Zutaten aufgeführt sind, die man nicht einmal aussprechen kann oder direkt mit Zahlen versehen sind. Die Kunden kaufen solche Produkte, weil es günstig ist. Wenn du zum Beispiel 200 Gramm für 88 Cent bekommst, hat da weder der Markt noch der Verkäufer wirklich Spaß dran. Da geht es dann einfach nur um die Masse und der Endverbraucher ist glücklich, weil er wieder was gespart hat.

Das ist aber wirklich eine Deutsche Kultur, denn im Ausland ist das ganz anders.

Wie habt ihr herausgefunden, wer eure Zielgruppe ist? Wann habt ihr euch entschieden den Massenmarkt zu bedienen?

Wir haben ja erst angefangen auf dem Wochenmarkt zu verkaufen. Daraus ergab sich dann Weiteres. Wir sind in Reformhäuser gegangen, später in Feinkostläden, zu Edeka, usw. Das Hauptziel war aber immer, in den Massenmarkt hineinzukommen. So mussten wir dann auch unsere Produkte anpassen, um sie massenfähig zu machen.

Ihr wolltet also nicht irgendeine Nische bedienen?

Genau. Unser Ziel war in den Deutschen Einzelhandel reinzukommen. Natürlich verkaufen wir auch online, aber das Hauptziel war immer der Deutsche Einzelhandel, weil man dort eben die Masse erreicht.

Die Leute, die in ein Reformhaus gehen, wissen schon, was sie wollen. Sie sind sich darüber bewusst, dass sie weniger Zusatzstoffe, Bioqualität oder auch vegane Produkte einkaufen möchten. Wir möchten aber an die Leute im Supermarkt, die ihren Wocheneinkauf machen. Besonders an Frauen, weil sie letztlich meist die Versorger der Familie sind. Sie gehen einkaufen während die Männer eher mal eine Tüte Chips kaufen.  Wenn Vater mit den Kindern einkaufen geht, kauft er doch meistens nur Müll und die Mutter geht dann in die Gemüseabteilung.

Gab es einen ausschlaggebenden Grund für euch in Hamburg zu gründen?

Wir waren viel unterwegs aber es hat mich immer wieder nach Hamburg gezogen und hier gibt es alles, was du brauchst. Wären wir in einer anderen Stadt großgeworden, hätten wir wahrscheinlich da gegründet. Wir wären nicht extra nach Hamburg gezogen. In Hamburg haben wir aber eben Vertraute. Edeka sitzt ebenfalls in Hamburg und es gibt eine megagroße Startup Szene. Du hast Möglichkeiten ohne Ende. Das einzige Manko ist, dass Hamburg teuer ist. Aber wir sind nah an Berlin, Hannover und Bremen, so dass man sich dahin auch schnell ausweiten kann.

Bist du der Meinung, dass die Stadt Hamburg viel für Startup Unternehmen oder Gründer tut?

Ehrlich gesagt gar nicht. Wir haben uns am Anfang recht wenig schlau gemacht, wir haben einfach gemacht. Später haben wir mal in Richtung Förderung geguckt und da hat Hamburg im Gegensatz zu den neuen Bundesländern sehr wenig zu bieten. Ich kenne Freunde aus Berlin, die Förderungen zu sämtlichen Messen bekommen, und hier nochmal und da nochmal. "Warum gibt es das in Hamburg nicht?" dachten wir oft.

Vielleicht hätten wir uns auch besser informieren müssen. Aber es ist so, dass unseres Erachtens doch sehr viel im Weg steht, was jetzt nicht unbedingt mit Hamburg zu tun haben muss, aber generell vielleicht mit Deutschland.

Auf welchen Events kann man euch treffen oder besucht ihr irgendwelche Meet-Ups in Hamburg?

Früher ja, als man noch mehr Zeit hatte. Heute bin ich froh, wenn ich rechtzeitig nach Hause komme um mit meiner Familie noch was essen kann oder meine kleinen Geschwister sehen kann, bevor ich dann abends noch auf Startup Events gehe.

Wie lange dauerte die Phase, in der du extrem viel gearbeitet hast und Freizeiteinbußen hattest?

Am Anfang haben wir das alles sehr genossen, trotz viel Arbeit. Da gab es zwischendurch immer auch mal wieder Auszeiten oder Tage, an denen wir uns frei nehmen konnten. Das geht heutzutage nicht mehr. Seit zwei Jahren sind wir eigentlich täglich hier und natürlich dann auch so lange, bis alles erledigt ist.

Demzufolge lernst du deine Freizeit natürlich auch mehr zu schätzen?

Auf jeden Fall. Zu Hause bekomme ich zwar immer mal wieder Ärger, weil ich es nie schaffe wirklich Urlaub zu machen. Aber wir sind ja zum Glück zu zweit - ich will mir gar nicht ausmalen, wie das ist, wenn man alleine gründet. Insgesamt kann ich Dinge aber schlecht liegen lassen. Eine Woche ganz raus, ohne Internet oder Handy, das wäre undenkbar.

Welche Tipps würdest du Gründern mit auf den Weg geben, die gerade am Anfang ihrer Gründung stehen?

Man muss am Ball bleiben und für die Idee brennen. Es gibt immer mal Ups und Downs und Zeiten, in denen es leichter oder schwieriger ist. Irgendwie gibt es für alles eine Lösung und selbst wenn man eine Nacht durcharbeiten muss, sollte es immer noch Spaß machen. Denn wenn du wirklich die Schnauze voll hast, brennst du nicht mehr richtig für deine Idee. Du bist dann nicht mehr mit dem Herzen und mit voller Energie dabei. Dann besteht auch tatsächlich die Gefahr, dass die Idee auch nicht funktioniert, obwohl sie im Grunde genommen gut ist.

Der zweite Punkt ist, dass ich jedem Gründer nur raten kann, nicht aus Geldgier zu gründen. Aus Geldgier zu gründen ist das Schlimmste, was man als Gründer machen kann. Ich habe selten Leute gesehen, die dadurch Erfolg hatten. Also wenn man wirklich sagt: "Mach dein Hobby zum Beruf und du musst nie wieder arbeiten.", dann ist da viel Wahres dran. Wenn man etwas tut, weil es Spaß macht und nicht, weil man damit Geld verdienen möchte, dann hat man die Formel für Erfolg sicher besser getroffen als wenn man anders herum herangeht und sagt: ""Ich möchte unbedingt Geld verdienen".

An dieser Stelle danken wir Maurice von Heimatgut ganz herzlich für das Interview!

In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel “GRÜNDERSTORY MIT KAY HÖPPNER VON PAUSENFUDDER – ONLINESHOP FÜR VEGANE SNACKS


Gründerstory mit Florian Sommerfeld von Utry.me - Onlineshop für neue Produkte

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Stelle dich bitte kurz vor. Was tust du, wer bist du und was hast du bisher in deinem Leben gemacht?

Mein Name ist Florian Sommerfeld. Ich komme aus Hamburg, habe dort lange Zeit gelebt und mit meinem Geschäftspartner vor knapp vier Jahren eine Online Marketing Agentur gegründet. Vor circa zwei Jahren kam uns beiden gemeinsam die Idee, dass man mal einen Onlineshop mit einem anderen Background als die klassischen Shops bauen könnte. Normalerweise kommst du auf die Website, suchst dir das raus, was du gut findest, packst es in den Warenkorb, bezahlst und bekommst das Paket zugesendet.
Mit Utry.me versuchen wir, das Ganze einfach mal ein bisschen anders aufzubauen. Dementsprechend haben wir uns noch einen weitere Gründer gesucht, der stark im Vertrieb ist, weil wir grundsätzlich der Meinung sind, dass das Geschäft der Online Supermärkte noch nicht ganz rund läuft.
Unsere Idee war dann einen Shop zu bauen, der ohne Preise existent sein kann. Unser Online Shop ist nun vor knapp drei Wochen live gegangen und findet aktuell großen Zuspruch, einfach aufgrund der Tatsache, dass die Idee dahinter neu ist. Du siehst keine Preise, du bezahlst im Prinzip nicht auf klassischem Wege für Artikel X Preis Y, sondern packst dir erst mal den Warenkorb voll bis unser virtueller Balken voll ist. Danach bekommst du das Paket zugesendet. Im Regelfall sind das viele Produkte, die man im Supermarkt gar nicht unbedingt vorfindet, was dem Ganzen eine gewisse Entdeckerkomponente hinzugibt.

Kannst du uns ein paar Insights geben? Wenn ich in eurem Shop etwas bestellen möchte, wie läuft das ab?

Es gibt Studien, die besagen, dass der Mensch in einem Lebenszyklus immer 40 bis 50 gleiche Produkte kauft, das heißt immer dieselbe Butter, dieselbe Suppe, dieselbe Margarine. Wir bieten Herstellern eine Plattform, ihre Produkte auf unserer Seite zu bewerben und dadurch einen dieser 40 bis 50 Slots zu bekommen. Der Kunde braucht 16 bis 17 Touchpoints mit einem einzelnen Artikel, damit dieser für ihn überhaupt relevant ist. Deshalb finden wir auch in der Fernseh Werbung immer wieder dieselben Produkte.
Bei uns findet man alles, was im klassischen Supermarkt auch zu finden ist, außer Tiefkühlware und frische Ware. Du findest aktuell unterschiedliche Getränke; von Mineralwasser bis zum alkoholischen Getränk ist alles dabei. Wir haben verschiedene Süßigkeiten, von Dinkelbällchen bis Cheesecakes. Wir haben aktuell regelmäßig wechselnde Artikel, um die User, die schon einmal bestellt haben auch als Stammkunden zu gewinnen. Kaffee und verschiedene Nussriegel sind zum Beispiel gerade neu bei uns.
Wir möchten die Überraschungsbox 2.0 sein. Wir haben aus Agentursicht schon relativ viel Erfahrung mit Überraschungsboxen gemacht. Die sind gut und haben ihre Daseinsberechtigung. Mein Geschäftspartner und ich haben allerdings immer die Erfahrung gemacht, dass in Überraschungsboxen oftmals Produkte enthalten sind, die weder ihn noch mich angesprochen haben und mit denen wir einfach nichts anfangen konnten. Wir sind im Prinzip eine Art Shoppingclub Westwing oder Brands4friends. Der Kunde hat dann aber Zugriff auf alle Produkte. Aber du suchst nicht nach einem Müsli und bekommst dann irgendein Überraschungsmüsli, sondern du siehst ganz genau, welches Müsli gerade vorrätig ist.
Unser Shop ist tatsächlich ein bisschen erklärungsbedürftig, weil wir versuchen, in vielerlei Hinsicht neue Wege zu gehen. Wir wollen auch weg von Kategorien. Ab einer gewissen Anzahl an Produkten, die wir verkaufen, möchten wir auch den Style ändern. Zum Beispiel soll der Kunde dann nicht mehr alles in einer Kategorie finden, weil er dann vermutlich wieder nach dem sucht, was er bereits kennt. Stattdessen möchten wir das dann mischen und man findet neben dem Eis die Schokoriegel und daneben die Suppen. Ähnlich, wie man es bei amazon aus der Logistik kennt. Dadurch kann der Kunde sich einen Warenkorb unterschiedlichster Produkte zusammenstellen, die er bisher nicht kannte oder im Supermarkt vielleicht links liegen lassen würde.

Was hat dich motiviert, diese Firma zu gründen und wie hast du dich auf die Gründung vorbereitet?

Ich habe durch unsere Online Marketing Agentur mit sehr, sehr vielen Onlineshops gesprochen und kenne logischerweise auch sehr, sehr viele Online Shops, weil das unser Hauptklientel ist. Dadurch sehen wir Dinge, die sehr gut funktionieren, wir sehen aber auch Dinge, die nicht ganz so gut funktionieren.
Wir haben uns einfach gedacht: „Hey, das wäre doch mal eine Herausforderung, einen Shop aufzubauen, wo wir selber die Produkte zusammenstellen können, von denen wir denken, dass sie gut funktionieren können. Dinge, die nicht funktionieren, lassen wir einfach weg.“
Das war zumindest für mich eine große Motivation, einfach mal selbst Hand an den Shop anzulegen.
Was die Vorbereitung betrifft haben wir tatsächlich knapp anderthalb Jahre lang geplant: Wie soll der Shop aussehen? Was sollen die Inhalte sein? Wie wollen wir die User ansprechen? Welche User wollen wir ansprechen?
Dann haben wir nach gut anderthalb Jahren mit der praktischen Arbeit begonnen. Wir haben den Shop gebaut, Produkte rangeholt, ein Design entworfen und alles, was letztlich dazugehört, damit ein Shop steht. Von Logistik über Anbindung bis hin zu Warenwirtschaft.

Worauf habt ihr euch in den ersten sechs Monaten der Gründung konzentriert?

In erster Linie ging es um die Konzeption. Wie soll der Shop aussehen? Welchen Namen wollen wir überhaupt haben? Wie soll das Logo aussehen?

Wie oft habt ihr Ideen entwickelt und dann wieder verworfen?

Relativ häufig. Wir hatten anfangs eine etwas andere Idee das Ganze zum Laufen zu bringen. Wir wollten zum Beispiel ein bisschen mehr mit den Versandkosten spielen, aber der Versand ist doch sehr, sehr teuer. Das hätten wir am Anfang vielleicht gar nicht unbedingt so erwartet. Es ist schon ein großer Vorteil, wenn du einen Onlineshop hast, in dem du nur ein paar Produkte verkaufst, da das sich viel besser kalkulieren lässt. Bei uns kommen die User im Schnitt auf 17 bis 18 Artikel pro Einkauf.

Wie lief generell der Gründungsprozess ab? Welche Hürden gab es während der Gründung?

Wir sind aktuell ein Gründerteam bestehend aus fünf Personen, die in ihren Kernbereichen sehr gut das tun, was sie können. Also von Marketing über Vertrieb bis hin zu Logistik und Shopbautechnik. Jeder kann das, was er kann, echt gut. Wir müssen uns da nicht einlesen in diese ganzen Themen.
Kompliziert wird es aber, wenn du auf die Hilfe von Dritten angewiesen bist. Also zum Beispiel bei den Themen Kontoeröffnung oder Payment Anbieter. Aktuell kann man bei uns genau aus diesem Grund nur per PayPal zahlen, weil wir seit Februar auf das Go vom Payment Anbieter warten. Leider hat in Deutschland nicht jeder PayPal. Viele User bestehen auf eine Banküberweisung, Sofortüberweisung oder Lastschrift. Dementsprechend wollen wir das natürlich umsetzen und ich bin guter Dinge, dass wir das auch innerhalb kurzer Zeit geschafft haben werden.

Du hast angesprochen, dass ihr ein großes Team mit verschiedenen Kernkompetenzen seid. Würdest du anderen Gründern dennoch empfehlen sich in der Gründungsphase Unterstützung von außen zu holen? Zum Beispiel in Form von Beratung, Marketing Agentur, Anwalt oder Unternehmensberater?

Definitiv. Man hat als Gründer so viel zu tun mit einem Unternehmen und wenn dann Dinge auf dich zukommen, wovon du überhaupt gar keine Ahnung hast, dann ist es ganz ratsam, sich Hilfe zu holen, insofern man sich das leisten kann. In dem Moment, wo man durch die Unterstützung ein großes Minus auf dem Konto sieht, würde ich abwägen, inwieweit man tatsächlich Hilfe holt, vielleicht auch nur punktuell oder auf Stundenbasis. Es ist dann zu überlegen wie die finanzielle Situation aussieht, was diese zulässt und in welchen Kerngebieten man tatsächlich Hilfe benötigt.

Wie wurde eure Gründung finanziert? Ist sie selbstfinanziert?

Unser Unternehmen ist eigenfinanziert.

Hättest du aus heutiger Sicht, mit deinem heutigen Kenntnisstand während der Gründung Dinge anders gemacht? Und wenn ja, was?

Dafür sind wir tatsächlich noch einen Zacken zu frisch am Markt, als dass wir jetzt schon sagen könnten, wir würden Dinge anders machen. Wir sind gerade in einem Findungsprozess, das heißt, viele Dinge, die wir jetzt gerade machen, sind nicht in Stein gemeißelt. Möglicherweise sieht das in einem Monat schon bei der einen oder anderen Sache anders aus. Das Schöne ist eben, dass wir wirklich viel probieren können. Ich glaube, wenn man ein statisches Produkt hat, das jahrelang entwickelt wurde und so auf den Markt geworfen wird, dann weiß man: Es funktioniert oder es funktioniert nicht. Da hat man dann wenige Möglichkeiten, noch mal was umzustellen. Wir haben zum Glück viele Möglichkeiten, wo man noch mal sagen kann, „Okay, wir ändern vielleicht was am Preis. Oder wir kaufen noch mal eine Zahlungsmöglichkeit hinzu. Oder wir ändern die Produkte.“ Wir haben also viele Möglichkeiten um hier und da noch mal ein bisschen mehr Erfolg rauszukitzeln.
Wir haben auch eine ganz coole Möglichkeit gefunden mit Marken zu kooperieren, die mehr oder weniger auch „in“ sind. Zum Beispiel das Produkt BABO Blue aus „Die Höhle der Löwen“. Das ist ein enger Partner von uns, von denen wir auch sehr viele Produkte in unserem Shop haben. So ist es letztlich ein Geben und Nehmen. Gerade im Food-und-Beverage-Segment, wo sich alle durch verschiedene Messen kennen, ist es sehr wichtig, dass dieses Wir-Gefühl in irgendeiner Form auch umgesetzt wird.

Glaubst du, es gibt Charaktereigenschaften, die ein Gründer braucht um erfolgreich zu sein?

Ein dickes Fell.
Man wird sicherlich am Anfang auf sehr, sehr viel Gegenwind stoßen. Sehr viele Leute werden sagen: „Das wird nicht funktionieren. Das kann nicht funktionieren. Du bist möglicherweise nicht die richtige Person dafür“. Und da muss man sich wirklich durchbeißen, damit man letztlich in dieser Szene überlebt.
Das Durchhaltevermögen ist mit eine der wichtigsten Charaktereigenschaften. Einfach dranzubleiben und die Sachen einfach zu machen und umzusetzen.
Und leider trifft man auch immer wieder auf dieses Klischee, dass einem nichts gegönnt wird oder dass die Angst vorm Scheitern größer ist als die Möglichkeit am Ende etwas zu gewinnen.
Man wird als Gründer oder Startup immer auf Gegenwind stoßen und auf Menschen, die einem den Erfolg nicht gönnen. In dem Moment, wo du fragst: „Hey, wie findest du mein Produkt?“, wird wahrscheinlich, wenn du nicht unbedingt einen Freund oder jemanden aus der Familie fragst, erst mal Ablehnung hervorgerufen. Viele Menschen gönnen einem den Erfolg nicht oder möchten dich einschüchtern. Eine ehrliche Meinung zum Produkt zu bekommen ist da gar nicht so einfach.

Gab es in der Gründungsphase eine Art Schlüsselerlebnis? Oder ein Ereignis, von dem ihr sagt, dass das das Beste ist, was euch passiert ist?

Ein Schlüsselmoment war tatsächlich der Moment, wo wir live gegangen sind und unsere erste kleinere Werbekampagne geschaltet haben und gesehen haben, dass es funktioniert. Wir haben dann tatsächlich diesen Zuspruch von Fremden bekommen. Am Anfang hat man natürlich mit der Familie gesprochen, mit Freunden und da ist es relativ einfach, irgendwie eine Meinung zu bekommen oder dass jemand bestellt und sagt, „Hey, die Produkte sind gut“.
Als plötzlich fremde Menschen auf den Shop kamen und bestellt haben, uns ihr Vertrauen geschenkt haben, das war ein Moment, wo wir alle gesagt haben, „Hey, das ist super. Nicht nur wir finden es gut, sondern auch andere Menschen finden es toll.“

Wie habt ihr rausgefunden, wer eure Zielgruppe ist?

Jeder von uns im Gründerteam hat einen gewissen Erfahrungswert im Bereich E-Commerce und Facebook hat uns in einer gewissen Weise geholfen. Aufgrund der Likes, die du da letztlich bekommst, lässt sich relativ gut ersehen: „Was sind das eigentlich für Menschen? Wie alt sind die? Woher kommen die? Welches Geschlecht haben sie im Regelfall?“ Google Analytics hilft natürlich auch und, wie gesagt, auch unsere eigene Erfahrung, die da mit reinspielt. Und das deckt sich dann letztlich alles auch miteinander.

Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft. Wo siehst du das Unternehmen in fünf Jahren? Habt ihr konkrete Ziele, die ihr erreichen wollt?

Wir wollen wirklich in mehreren Ländern mit unserem Shop vertreten sein. Wir wollen Utry.me als Markt aufbauen mit YouTube-Channel und möglicherweise mit Merchandise. Wir möchten auch gerne Popup Stores damit führen. Also wir möchten alles tun, was Utry.me zu einer hippen Marke macht.
Die Entwicklung ist ganz witzig, wie ich finde. Am Anfang waren da die ganzen stationären Läden, die dann plötzlich Onlineshops hatten und inzwischen machen es Onlineshops wie Mr. Spex oder Zalando so, dass sie stationäre Läden aufbauen. Und dann dachte man: „Hey, Moment. Dieser Onlineshop, der hat ja auf einmal einen stationären Laden. Wie cool ist das denn?“. Und ähnliche Gefühle wollen wir auch auslösen, wenn man Utry.me erst mal als Marke wahrnimmt, sei es im Popup Store oder auf YouTube. Wir möchten gerne mit Influencern zusammenarbeiten und dieses Gefühl wecken von: „Hey, da ist ja schon wieder Utry.me!“

Tut die Stadt Hamburg für Gründer viel oder eher wenig?

Dahinter steht immer die Frage, was man möchte. Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrung mit der Handelskammer gemacht. Wobei ich denke, dass die Handelskammer selbst nicht unbedingt spezialisiert ist auf Startups im klassischen Sinne. Wenn ich einen Malerbetrieb aufmache, dann ist das ja nicht wirklich ein Startup, aber es ist trotz alledem eine Neugründung. Die Handelskammer ist nicht wirklich spezialisiert darauf, was ein Startup im Optimalfall benötigt. Sie sind da eher etwas genereller aufgestellt. Sprich die Antwort, die die Handelskammer einem E-Commerce Startup gibt, wird sie möglicherweise auch einem Malerbetrieb in der Neugründung geben. Das macht das Ganze ein bisschen schwieriger. Ansonsten finde ich die Handelskammer immer sehr, sehr hilfreich. Und wenn man aber so ein bisschen über die Landesgrenze hinausschaut, muss man einfach mal sagen, dass ich persönlich finde, dass es zu wenig Events in der Startup Szene in Hamburg gibt, die die Gründer irgendwie zusammenschweißen. Zu wenig Meetups, zu wenig Events oder Workshops, wo ein Speaker zu mehreren Leuten spricht. Ich glaube, da ist noch Nachholbedarf. Ich könnte mir vorstellen, dass die Startup Szene in Berlin ein bisschen größer ist, einfach auch, weil die Szene auch größer ist. Ich glaube, in Hamburg gibt es aktuell noch zu wenige Vorreiter, die sich in dieser Position sich sehen.

Hast du denn einen Tipp, was die Stadt Hamburg besser machen könnte?

Ich persönlich habe nie solche Events veranstaltet. Ich weiß nicht, wie schwierig es ist, Locations für solche Startup Meetups zu gewinnen, aber wenn man dahingehend vielleicht schon mal so ein bisschen Hilfestellung bekäme, wäre das super. Am Ende des Tages hält ja immer irgendjemand die Hand auf, sei es der Speaker oder derjenige, der die Location stellt. Wenn es da Hilfe von der Stadt Hamburg, wäre das eine Win-Win-Situation.

Inwiefern ist oder war Hamburg für dich wichtig zum Gründen? Oder hat das gar keinen Bezug gehabt?

Hamburg ist grundsätzlich für mich wichtig gewesen, weil Hamburg eine schöne Stadt istUnd schöne Städte machen ein gutes Gefühl und mit einem guten Gefühl kann man auch gut gründen.

Besuchst du in Hamburg Events wie Startup Events oder Meetups? Oder hast du da bisher nichts besucht?

Dadurch, dass wir ein großes Team sind, die quer verteilt sind, versuchen wir natürlich alles, was in irgendeiner Weise für uns themenrelevant ist, mitzunehmen. Also mein Geschäftspartner war vor kurzem beim Gründerprogramm. Dementsprechend versuchen wir alles, was in irgendeiner Form unser Thema anspricht oder uns weiterhelfen könnte mitzunehmen.

Welche drei Tipps würdest du anderen Gründern, die noch ganz am Anfang stehen, mitgeben?

  1. Nicht aufgeben
  2. Gut planen und
  3. Wenn man als Team gründet, Leute dabei haben, denen man zu 100 Prozent vertrauen kann

Ich muss dazu sagen, dass ich immer ein Teamplayer gewesen bin. Ich habe noch nie ein Unternehmen alleine gegründet. Dementsprechend kann ich mich schwer in diese Situation hineinversetzen, ein Unternehmen alleine aufzubauen.
Aber wie gesagt, mit wem man gründen möchte, sollte man sich gut überlegen. Denn man braucht seine Zeit, um sich 100 Prozent auf sein Startup zu konzentrieren und möchte nicht nach einem halben Jahr einen Rechtsstreit mit einem ehemaligen Mitgründer haben oder sich um Geld streiten. Und dementsprechend sei an der Stelle gesagt: Lieber zweimal hinschauen, mit wem man gründet.
An dieser Stelle danken wir Florian von Utry.me ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel "GRÜNDERSTORY MIT KAY HÖPPNER VON PAUSENFUDDER - ONLINESHOP FÜR VEGANE SNACKS"


Gründerstory mit Philipp und Ben von CutNut UG - Social Media Stories

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Stellt euch bitte kurz vor und erzählt uns, was ihr macht.

Philipp: Ich bin Phillipp und 24 Jahre alt. Ich bin gebürtig aus Hamburg und habe zusammen mit meinem Co-Foundern das Startup Cutnut gegründet, das auch hier aus Hamburg kommt. Ich habe Business studiert mit Fokus auch auf Entrepreneurship und bin jetzt seit Sommer 2017 Vollzeit hier beim Startup mit beschäftigt, seit wir die Uni abgeschlossen haben.

Ben: Ich bin einer der Co-Founder. Ich bin Ben, ich bin auch 24 Jahre und habe auch Business mit Fokus auf Entrepreneurship studiert. Philipp und ich haben zusammen studiert. Ich komme ursprünglich mehr aus der Freelancer Startup Ecke. Ich habe lange als Fotograf gearbeitet, Webseiten gebaut und zwischenzeitlich auch mal an Agenturen vermittelt. Irgendwann habe ich ein Praktikum bei Rocket Internet gemacht und habe meine eigene Finanzgeschichte dann auch richtig angemeldet, also ein bisschen als Firma aufgezogen und bin dannan die zwei anderen Jungs geraten. Ich bin mit eingestiegen und das machen wir nun schon seit zweieinhalb Jahren. Vollzeit erst seit einem knappen Jahr, würde ich sagen.

Vielleicht auch noch was zu unserem dritten Gründer, der heute nicht da ist. Er heißt Teiko, kommt aus Finnland und kommt aus der Finance Branche. Wir kennen uns auch aus dem Studium, weil wir zusammen studiert haben. Er ist bei uns dafür verantwortlich für Finanzen und Recht.

Wir Drei bilden das Kernteam von Cutnut. Seit ungefähr zwei Monaten sind wir zu Viert. Jörg ist unser Mann fürs Technische. Er hat selber schon mehrere Startups gegründet, unter anderem in den USA und ist jetzt zurück nach Deutschland gekommen und hat sich uns angeschlossen. Er hilft uns jetzt dabei unser Produkt hoffentlich im Sommer 2018, so wie es jetzt geplant ist, auf den Markt zu bringen.

Was ist Cutnut und wen wollt ihr damit erreichen?

Philipp: Cutnut hat angefangen als eine Social Media App, die jetzt auch live ist, gestartet und hat sich relativ schnell durch Hilfe und Input von unserem Accelerator sowie von Kunden und Partnern in was ganz anderes umgewandelt:

Eine Software Applikation für Unternehmen, die es diesen ermöglicht, vertikalen Content sehr schnell und einfach zu produzieren und so das Marketing zu vereinfachen.

Stories, wie bei den Social Media Plattformen Snapchat oder Instagram, erfahren aktuell ein unfassbares Wachstum am Markt. Natürlich ist es jetzt auch für Firmen interessant in dieses Format der Stories einzusteigen.

Um die eigene Identity der Firma und den eigenen Stil der Firma rüberzubringen, sind die traditionellen Softwareprogramme aber entweder viel zu kompliziert und teuer oder viel zu simpel. Es fehlt genau das, was wir anbieten. Sprich wir bieten eine Editing Software für vertikales Video an. Damit sprechen wir vor allen Dingen Kunden an, die via Online Marketing und Social Media selber Endkunden adressieren. Das heißt, Kunden, die auch wöchentlich oder mehrfach wöchentlich Content auf Social Media oder auf ihrer Website posten, um mit dem Nutzer zu interagieren. Wir selber sind ein reines B2B-Geschäft, adressieren aber B2C-Kunden. Bedingt durch unseren Accelerator Background machen wir das vornehmlich in der Verlagsindustrie, da dieser sehr stark auf die Verlagsbranche fokussiert ist. Dort bekommen wir erstes positive Rückmeldung und interessierte Kunden. Gerade probieren wir ein bisschen aus, was noch möglich ist und wo der Weg hingeht.

Die Verlagshäuser nutzen eure Software, um damit Stories für Social Media zu entwickeln?

Philipp: Gerade Verlagshäuser haben derzeit das Problem, ihren Content an den Nutzer zu bringen und darüber hinaus relevant für die Nutzer zu sein. Storys sind da ein unfassbar populäres Medium im Moment. Da bietet es sich natürlich an, Content via Stories zu verbreiten. Im ersten Schritt werden die Stories auf Social Media und Plattformen gezeigt, so wie das momentan üblich ist. Im zweiten Schritt können die Stories aber auch auf der eigenen Website, App oder Email angeboten werden.

Das ist natürlich vor allem deswegen reizvoll für Verlage, da diese sich immer mit einer Paywall auseinander setzen müssen. Sprich: Welcher Content soll umsonst angeboten werden, für welchen Content muss der Kunde bezahlen? Stories sind eine tolle Möglichkeit viele Artikel und Inhalte anzuteasern und dem Kunden schmackhaft zu machen.

Im Appstore werbt ihr mit: „Your friends can now add their own cuts to the same story.“ Was hat es damit auf sich?

Ben: Die App funktioniert auch immer noch und sie soll langfristig auch mit der Software zusammenspielen. Aktuell ist unsere App quasi ein reines Werkzeug um mit anderen Leuten gemeinsam Stories zu erstellen. Ich könnte zum Beispiel starten, die ersten zehn Clips einzustellen, schicke dir dann eine Einladung und du kannst dann weitere Clips hinzufügen. Am Ende haben wir alle zusammen eine coole Story kreiert.

Aber du kannst das Gleiche auch mit Software machen: Du sendest einen Invite-Link raus und andere können dann über die App ihre Inhalte beisteuern. Das können Leser, Fans oder Gäste bei einem Event sein.

Philipp: Wir bieten letztlich drei Produkte mit dem Editor als Kern an. Dann gibt es die App als Werkzeug, um den Content einzusammeln. Als drittes gibt es noch unser Widget, das den Publishern oder Firmen die Möglichkeit gibt, ihre Stories auf ihrer eigenen Webseite zu veröffentlichen.

Wenn du von 'embedded' sprichst, wo werden denn die Inhalte gespeichert?

Philipp: Die werden in erster Linie bei uns gespeichert, weil dies aktuell die beste Lösung ist. Langfristig werden wir auch auf den Kundenservern speichern, das passiert aber Schritt für Schritt. Ich denke, im ersten Moment geht es besonders darum, die Stories 'embedded' zu machen und möglichst leicht eben für die Firmen zu integrieren.

Wer ist eure Zielgruppe? Welches Problem löst ihr für eure Zielgruppe?

Ben: Wir sind vor allen Dingen auf B2C-Unternehmen orientiert, die selber Content produzieren und diesen auf Social Media und ihrer Website zu vermarkten. Und wir lösen für Verlagshäuser das Problem: "Wie kann ich meinen Content an den Nutzer bringen? Wie kann ich meinen Content attraktiver machen?"

Die Produktion dieser Stories ist momentan noch sehr aufwendig und man muss klar unterscheiden zwischen Nutzerstories und Enterprise-Stories von Unternehmen. Nutzerstories sind meist sehr einfach von der Bearbeitung her. Zum Beispiel Text, Hashtags und vielleicht zusätzlich noch ein Filter.
Firmen hingegen möchten ihre eigene Identität herüberbringen, ihren eigenen Stil in den Stories vermitteln und sicherstellen, dass die Erzählweise mit anderen Inhalten übereinstimmt. Aktuell gibt es keinen standardisierten Prozess solchen vertikalen Stories zu bauen.
Dazu wird häufig Outsourcing betrieben, zum Beispiel beauftragen die Firmen häufig Freelancer. Alternativ bauen sie selbst ein Inhouse-Department auf, in dem traditionelle Editing Software genutzt wird um Stories zu bauen. Eine Editing Software ist allerdings oft viel zu komplex für das, was eigentlich ausgespielt werden soll.

Philipp: Aktuell werden für die Erstellung von Stories ausschließlich mobile Geräte genutzt. Das Problem ist, dass die mobile Plattform an sich speziell bei iOS so abgesiegelt ist, dass jegliche Integration von anderen Input Quellen nicht möglich ist. Im Zweifelsfall muss alles immer wieder hochgeladen werden, wieder in die Camera Roll eingefügt werden und so weiter. Wir sprechen auch mit anderen Firmen, die eventuell auch noch die Integration für die Verbreitung machen können.

Das Interessanteste, was wir bisher gehört haben, war ein Startup, das richtige Templates gebaut hat und diese ganz automatisch an lokale Bedürfnisse anpassen können.
Das heißt, du kannst einen Spot bauen und diesen für 1000 einzelne Zielgruppen direkt exportieren, mit einem einzigen Klick. Dabei werden dann immer Location, Sprache und so weiter automatisch angepasst. Da lässt sich also auch von allen Seiten viel mehr integrieren.

Bei Instagram zum Beispiel gibt es nun mal keine Templates, sondern es gibt vorgefertigte Schriften und so weiter. Wenn ich jetzt aber zum Beispiel 'Spiegel Online' bin und am Tag ungefähr 18 bis 20 Artikel in Stories verarbeiten möchte, idealerweise mit animiertem Text, dann ist das schlicht nicht möglich. Mit dem Handy eine perfekte Story zu kreieren ist deshalb im Prinzip nicht möglich. Du kannst es zwar versuchen, aber dazu kann man auch einfach Software nutzen.

Das Spannende ist, dass wir uns das Problem nicht ausdenken. Unsere Idee kam tatsächlich aus Gesprächen mit Kunden aus den Verlagen, die auf uns zugekommen sind und gesagt haben, „Hey, wir haben dieses Problem mit der Erstellung von Stories und wir haben keine Lösung."

Ben: Wir haben am Anfang einen typischen Startup Fehler gemacht und uns das Problem auch ein bisschen eingeredet. Unsere ursprüngliche Idee: „Mit der App kann man  keine gute Story zusammenbauen. Das ist ja doof. Und jetzt gehen wir mal zu den Unternehmen und verkaufen denen das." wurde schnell hinterfragt. Bei Gruner + Jahr war hat jemand zu uns gesagt: "Ja, euer Produkt ist cool. Aber was machen wir mit dem Content, wenn er da ist? Wir haben eher das Problem, dass wir den Content nicht weiterverarbeiten können“. Daraus ergab sich wiederum die Idee, das ganze via Software am Desktop zu machen. Diese Idee haben wir dann immer gleich mitgepitcht und dadurch kam eine ganze Liste von Problemen zusammen, die Firmen mit den Stories haben.

Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir sagen können: „Okay, es gibt wirklich ein Problem und wir können es wirklich lösen. Diese Lösung ist da und steht auch zur Verfügung.“

Auf einem Hackathon zum Thema digitaler Journalismus, an dem wir teilgenommen haben, ging zum Beispiel der ersten Platz an ein Team, das genau dieselbe Idee hatte wie wir. Mit diesen Journalisten sind wir nun natürlich im engen Kontakt. Gemeinsam können wir zeigen, dass im Markt tatsächlich Bedarf besteht. Wir hatten das Problem natürlich immer im Auge und haben links und rechts von einzelnen Leuten immer gehört, dass das Problem bisher ungelöst ist. Aber nun wissen wir, wie wichtig es in naher Zukunft für den Journalismus ist, dass Stories einfach, schnell und professionell gebaut werden können.

Wie seid ihr mit CutNut gestartet? Habt ihr die MVP oder habt ihr direkt das Produkt komplett entwickeln lassen? Was ist eure Empfehlung im Umkehrschluss daraus für andere?

Ben: Es ist, glaube ich, nie einfach, im Vorhinein schon zu sagen: „Hey, ja, das ist das perfekte Produkt und los geht es“.  Wir haben uns zwar immer Feedback geben lassen, aber im Nachhinein betrachtet von der falschen Seite. Wir haben 100 Leute gefragt: „Wie geht das? Verstehst du das?“. Wir haben dazu auch alle Screens ausgedruckt. „Und funktioniert das alles? Und würdest du es benutzen?“ und so weiter. Am Ende hatten wir dann ein Produkt, das einigermaßen für Nutzer gepasst hat, aber eben nicht für Firmen.

Anfangs wollten wir tatsächlich eine neue Social Media Plattform aufsetzen, aber dann sind wir zu einem Accelerator gekommen, wo uns die ganze Social Media Sache so richtig um die Ohren gehauen wurde. "Okay, wir machen jetzt kein Social Media, sondern wir machen da jetzt ein Tool draus.“ dachten wir danach. Weil ein Tool kannst du schon mal besser verkaufen als eine ganze Plattform. Auch, weil die Leute nicht Mitglied werden müssen auf unserer Plattform, sondern es einfach benutzen und auf anderen Plattformen vertreiben können.

Das heißt, wir stehen nicht mehr im Wettbewerb mit Instagram und Snapchat, sondern wir arbeiten für diese Plattformen, sind aber selber plattformunabhängig.

Als wir mit unserem Produkt an Unternehmen herangetreten sind, haben sich immer mehr Probleme für die Desktop Applikation gezeigt. Wir wussten dann dadurch schnell, wie das Produkt aussehen soll und was es genau können soll.

Nun müssen wir den MVP fertigstellen. Die Entwicklung hat kürzlich begonnen und wir freuen uns wenn es losgeht.

Aber man sollte nicht da reingehen und denken, „Ich bin der Tollste“. Denn hätten wir nicht im engen Austausch und Kontakt mit Kunden gestanden, die uns die Problem aufgezeigt hätten, wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Wir hätten niemals die Chance gehabt, das wirkliche Problem zu sehen. Die eigentliche Idee ist erst aus den Fehlern, die uns aufgezeigt wurden, entstanden.

Und vor allem das Timing ist aus meiner Sicht immer noch ein Nummer-Eins-Faktor, auch wenn es oft Zufall ist. Genau zu dem Zeitpunkt, wo wir unseren MVP bauen wollten, hat sich noch mal was im Markt verschoben, das für uns ideal war.

Dadurch, dass wir noch kein fertiges Produkt hatten, konnten wir uns also ganz einfach um 180 Grad drehen uns anpassen.

Ben: Das hat uns sehr geholfen, auch wenn es in dem Moment natürlich Glück war, dass wir noch nichts Fertiges hatten. Eine nachträgliche Umstellung wäre viel teurer und aufwändiger gewesen.

Habt ihr euch bei der Entwicklung Offenheit bewahren können? Oder wart ihr geblendet von eurer Idee?

Ben: Wir versuchen möglichst viel mitzubekommen, was ist. Wir möchten natürlich auch wissen, was die ganz Großen als Nächstes tun. Wir informieren uns über Branchentrends und schauen, wie Nutzer interagieren oder wie die Werbeeinnahmen sind. Daraus ergibt sich ein großes Gesamtbild, mit dem man gut arbeiten kann und sehen kann, wo die Reise mal hingeht.

Philipp: Generell sollte man als Startup immer offen sein und schauen, was es am Markt gibt und was gebraucht wird. Und natürlich gilt es auch von denen zu lernen, die schon weiter sind. Man kann eben auch anknüpfen an Ideen, die bereits realisiert wurden. Das haben wir natürlich auch in unserer Firma versucht umzusetzen.

Am Anfang hatten wir aber einen Tunnelblick und dachten, unsere App ist das beste Produkt ever.

Wir sind genau deshalb sehr dankbar, dass wir den Accelerator getroffen haben, weil er natürlich die Möglichkeit gegeben hat, uns überhaupt erst einmal so einer Kritik zu stellen und auch solchen Leuten zu stellen, die uns ehrliches Feedback geben und sagen: "Mensch, eigentlich ist das Müll, was ihr da macht“

Ben: Das waren Menschen, die uns runtergeholt haben und gesagt haben: „Nein, ihr seid eigentlich nicht so geil“. Dieses Feedback tut zwar echt richtig weh, aber das war für uns sehr wichtig. Wenn man es schafft, zu akzeptieren, dass man nicht von Tag Eins an die beste Lösung hat und bereit ist Kompromisse zu machen, dann kommt man zumindest weiter, als wenn man es nicht tun würde. Uns hat das auf jeden Fall sehr geholfen in unserem Werdegang.

 
An dieser Stelle danken wir Ben und Philipp von CutNut ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel „GRÜNDERSTORY MIT MORITZ EBERT VON COMAMOS - LIEFERSERVICE FÜR HAMBURG"