In diesem Interview erzählen euch die beiden Gründer von Omnia360, einer 360 Grad Marketing Agentur, wie es zur Agenturgründung kam und geben euch nützliche Hinweise, solltet auch ihr mit dem Gedanken spielen, ein Startup zu gründen.

Starten wir durch. Heute haben wir ein ganz interessantes Startup, die wir auf der B2B Nord kennengelernt haben. Ich würde sagen, am besten stellt ihr euch einmal vor und erzählt kurz, was omnia360 genau ist.

Claudia: Moin! Ich bin Claudia, ich bin Co-Founderin von omnia360 und bei uns für die Themen Marketing und PR zuständig.

Reza: Hallo auch von mir. Ich bin Reza Kiani und kümmere mich um die Finanzen und den Vertrieb. Kurz gesagt ist omnia360 eine Marketingagentur, die sich auf Marketinglösungen mit 360-Grad-Inhalten fokussiert. Sprich wir produzieren für unsere Kunden 360-Grad-Bilder, -Videos und -Rundgänge.

Claudia: Dazu kommt noch jede Menge Beratungs- und Aufklärungsarbeit rund um das Thema 360°-Content und Virtual Reality, wo wir erklären, was das überhaupt ist und wofür man es am Besten nutzen kann, damit wir anschließend die passende Lösung kreieren können.

Richtig cool. Wer ist denn genau die richtige Zielgruppe für so ein Produkt?

Reza: Wir haben verschiedene Zielgruppen für unsere verschiedenen Content-Lösungen. Ganz klassisch wäre da natürlich die Immobilienbranche, in der 360°-Rundgänge genutzt werden können, um Räumlichkeiten unabhängig von Ort und Zeit zu besichtigen. Makler können somit Zeit und Kosten im Vermietungsprozess einsparen und auch für die Hausbesitzer ist es sicherlich angenehmer, nur noch die wirklich Interessierten zur Vor-Ort-Besichtigung zu holen und alle anderen mit der virtuellen Tour bereits vorab auszusortieren.

Claudia: Über die Immobilienbranche hinaus kann 360°-Content letztendlich überall genutzt werden, wo es etwas Interessantes zu zeigen gibt. Sei es in der Gastronomie, der Hotellerie oder dem Handel.

Wir können quasi die Schnittstelle zwischen realer und virtueller Präsentation ermöglichen, indem sich Orte vorab bereits am Smartphone, am Laptop, am Tablet oder sogar mit einer Virtual-Reality-Brille erkunden lassen.

Reza: Eine steigende Nachfrage ist auch im Bereich Unternehmensmarketing zu beobachten. Dort geht es darum, Arbeitsplätze authentisch und realitätsgetreu zu zeigen.

Sehr schön. Wie kann man euch am besten erreichen? Und wie kann man mehr über euch erfahren?

Claudia: Zum einen finden sich auf unserer Webseite omnia360.de zahlreiche Showcases und Projekte, um einen Vorgeschmack zu bekommen. Darüber hinaus sind wir in Social Media aktiv, ihr findet uns bei Twitter, Facebook und Instagram.

Reza: Und man kann uns auch einfach direkt anrufen.

Claudia: Klar, auch das. (Lachen) Und häufig trifft man uns auch bei verschiedenen Events hier in Hamburg. Wir gehen zum Beispiel gerne zu den VR-Meetup oder auch bei der Handelskammer gibt es häufig mal interessante Veranstaltungen für Gründer und Startups. Und natürlich auch die B2B Nord, bei der wir euch schließlich auch kennengelernt haben!

Klasse. Dann würden wir ganz gerne mehr über euch als Gründerpersönlichkeiten und über eure Erfahrung erfahren und was ihr sozusagen durchgemacht habt, bis ihr hier angekommen seid. Fangen wir erst einmal damit an: Was habt ihr vor Omnia gemacht?

Claudia: Mein Weg hat mich aus der Medienbranche zu omnia360 geführt. Ich bin gelernte Medienkauffrau und habe meine Ausbildung beim Axel-Springer-Verlag absolviert. Anschließend habe ich an der HAW Hamburg erst meinen Bachelor, dann meinen Master in BWL mit Schwerpunkt Marketing gemacht und parallel dazu im Online-Marketing gearbeitet und bei verschiedenen Medienunternehmen die Themen SEO, Social Media und Content Marketing betreut.

Reza: Ich bin auch gelernter Betriebswirt und habe 2012 meinen Bachelor-Abschluss gemacht. Mein Studium war dual, das heißt ich habe zeitgleich in meinem Kooperationsbetrieb praktische Erfahrungen in der Mineralölbranche sammeln können und bin dort auch im Anschluss im Controlling eingestiegen. Danach bin ich zu den Goodgame Studios in die Gaming Branche gewechselt, wo ich als Financial Analyst tätig war. Circa eineinhalb Jahre nach meinem Einstieg bei Goodgames hat sich Claudia für den Master an der HAW beworben und da sich dieser ziemlich spannend anhörte, dachte ich mir: Hey, das passt ja ganz gut, dann habe ich dort auch jemanden, der mich ein bisschen anpeitscht und vorantreibt!

Claudia: Genau, das war Mitte 2015 und etwa zwei Jahre später haben wir dann auch unsere Masterarbeit gemeinsam geschrieben. Dabei ging es um die Einsatzpotenziale von Virtual und Augmented Reality im Marketing, was uns letztendlich auch auf die Gründungsidee gebracht hat. Angespornt durch ein Gründer-Seminar an der Uni wollten wir versuchen, das Potenzial in dem Bereich auszuschöpfen und haben dafür noch Tobi, unseren dritten Gründer an Board geholt, der das nötige technische Know-How besitzt, um unsere Ideen in die Tat umzusetzen.

Cool. Also, ihr hattet dieses Gründerseminar und der hat euch gesagt „Einfach machen“ und ihr hattet jetzt die Idee dazu. Wie genau lief der Gründungsprozess bei euch ab?

Claudia: Wir sind da ziemlich strukturiert herangegangen und haben uns regelmäßig getroffen, um gemeinsam Brainstormings, Mindmaps, SWOT-Analysen und Canvas Modell durchzuspielen und die Idee so von Woche zu Woche konkretisiert, bis daraus ein richtiges Unternehmen wurde.

Sehr cool. Hattet ihr schon da den ersten Kunden und habt dann sozusagen gegründet oder habt ihr gegründet und seid dann auf Kundenakquise losgegangen.

Reza: Letzteres. Wir haben erst alle Vorbereitungen getroffen, die Webseite aufgebaut, erste Referenzprojekte gesammelt und sind dann damit auf Kundenfang gegangen.

Wie seid ihr da vorgegangen? Oder präziser: Wie habt ihr den ersten Kunden gewonnen?

Claudia: Wir haben erstmal unser Netzwerk beansprucht und Online und Offline quasi herausgeschrien, das es uns gibt und was wir da jetzt machen. Unser erster Kunde kam über die Weiterempfehlung von Freunden, die ihm das zur Visualisierung seiner Wohnung empfohlen haben. Anschließend haben wir auch begonnen, über das Telefon auf Neukundenakquise zu gehen.

Wenn ihr so zurückblickt: Gibt es einen besonderen Tipp, den ihr euch selber gerne hättet geben wollen, in Bezug auf Kundenakquise?

Reza: Wir würden empfehlen, die verschiedenen Zielgruppen jeweils möglichst fokussiert und eher nacheinander anzugehen, um Learnings wie zB die Einwandsbehandlung in zukünftige Gespräche miteinfließen lassen zu können.

Ihr hattet ja schon erwähnt jetzt Coaching, aber gab es noch andere Unterstützung von außen?

Claudia: Wir waren bei verschiedenen Veranstaltungen, um uns zu informieren. E gibt ja da die Hei.Hamburg als Gründungsinitiative in Hamburg oder auch von der Handelskammer Hamburg und der Kreativgesellschaft.

Und wie habt ihr die Gründung finanziert?

Claudia: Wir haben uns aus Eigenkapital finanziert, haben aber gerade in der Anfangszeit alle noch nebenbei gejobbt. Das waren dann auf jeden Fall recht anstrengende Wochen, wo man einen ziemlich hohen Workload hatte.

Reza: Das war auf jeden Fall nicht immer leicht, gerade so Themen wie die Krankenversicherung für Selbstständige haben uns da aber kaum eine andere Wahl gelassen, um über die Runden zu kommen.

Aber ihr seid noch am Lächeln. Das ist gut. Und was mich auch auf die nächste Frage bringt: Was ist eurer Meinung nach so die wichtigste Charaktereigenschaft eines Gründers?

Reza: Durchhaltevermögen. Also, eine der wichtigsten Sachen ist wirklich Durchhaltevermögen, den Willen zu haben, das einfach durchzuziehen, auch wenn es nicht leicht ist. Das kennst du ja selber, dieses einfach bereit sein, auch nach 17 Uhr oder am Wochenende sich hinzusetzen und im Zweifelsfall durchzuballern.

Wenn alle anderen feiern gehen. (lacht)

Reza: Ja, wenn alle anderen feiern. Da muss man echt sich manchmal zusammenreißen, auch wenn es um die finanziellen Abstriche geht, die man bei einer Gründung erstmal machen muss. Vorallem wenn man sich da mit seinen ehemaligen Kommilitonen und Kollegen vergleicht, muss man da manchmal schon erstmal schlucken.

Claudia: Aber das wird sich eines Tages hoffentlich auch noch ändern! Man braucht auf jeden Fall auch eine ordentliche Portion Mut, würde ich sagen. Viele können erstmal nicht nachvollziehen, wieso man freiwillig auf die Sicherheit und den Komfort einer Festanstellung verzichtet. Man muss sich schon gut selbst motivieren können, um das Ganze durchzuziehen und nicht ins bequeme Anstellungsverhältnisse zurückzugehen.

Aber ich bereue es auf jeden Fall nicht, da es einfach eine unheimlich tolle, spannende Erfahrung ist und total viel Spaß macht, etwas von Anfang an selbst mitgestalten zu können.

Letzte Frage an euch: Wo seht ihr euer Unternehmen in fünf Jahren?

Reza: Unser Ziel ist es, omnia360 in Deutschland zum Experten in Sachen 360°-Content zu machen.

Claudia: Dabei wolle wir unser Serviceangebot gerne weiter ausbauen, um die Betreuung wirklich von A bis Z übernehmen zu können, wenn mal jemand denkt “Hmm ich würde gerne mal was mit VR oder 360° machen!”. Beginnend bei der Konzeption und Strategie bis hin zur Umsetzung der Distribution.

Sehr schön. Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen, schön, dass ihr hier wart und verabschieden uns bis zum nächsten Mal.

Reza: Tschüss.

Claudia: Danke für die Einladung. Tschüss.

Reza: Ja, danke für die Einladung. Auf jeden Fall!

An dieser Stelle danken wir Claudia und Reza von Omnia360 ganz herzlich für das Interview!

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