Gründerstory mit Florian Sommerfeld von Utry.me - Onlineshop für neue Produkte

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Stelle dich bitte kurz vor. Was tust du, wer bist du und was hast du bisher in deinem Leben gemacht?

Mein Name ist Florian Sommerfeld. Ich komme aus Hamburg, habe dort lange Zeit gelebt und mit meinem Geschäftspartner vor knapp vier Jahren eine Online Marketing Agentur gegründet. Vor circa zwei Jahren kam uns beiden gemeinsam die Idee, dass man mal einen Onlineshop mit einem anderen Background als die klassischen Shops bauen könnte. Normalerweise kommst du auf die Website, suchst dir das raus, was du gut findest, packst es in den Warenkorb, bezahlst und bekommst das Paket zugesendet.
Mit Utry.me versuchen wir, das Ganze einfach mal ein bisschen anders aufzubauen. Dementsprechend haben wir uns noch einen weitere Gründer gesucht, der stark im Vertrieb ist, weil wir grundsätzlich der Meinung sind, dass das Geschäft der Online Supermärkte noch nicht ganz rund läuft.
Unsere Idee war dann einen Shop zu bauen, der ohne Preise existent sein kann. Unser Online Shop ist nun vor knapp drei Wochen live gegangen und findet aktuell großen Zuspruch, einfach aufgrund der Tatsache, dass die Idee dahinter neu ist. Du siehst keine Preise, du bezahlst im Prinzip nicht auf klassischem Wege für Artikel X Preis Y, sondern packst dir erst mal den Warenkorb voll bis unser virtueller Balken voll ist. Danach bekommst du das Paket zugesendet. Im Regelfall sind das viele Produkte, die man im Supermarkt gar nicht unbedingt vorfindet, was dem Ganzen eine gewisse Entdeckerkomponente hinzugibt.

Kannst du uns ein paar Insights geben? Wenn ich in eurem Shop etwas bestellen möchte, wie läuft das ab?

Es gibt Studien, die besagen, dass der Mensch in einem Lebenszyklus immer 40 bis 50 gleiche Produkte kauft, das heißt immer dieselbe Butter, dieselbe Suppe, dieselbe Margarine. Wir bieten Herstellern eine Plattform, ihre Produkte auf unserer Seite zu bewerben und dadurch einen dieser 40 bis 50 Slots zu bekommen. Der Kunde braucht 16 bis 17 Touchpoints mit einem einzelnen Artikel, damit dieser für ihn überhaupt relevant ist. Deshalb finden wir auch in der Fernseh Werbung immer wieder dieselben Produkte.
Bei uns findet man alles, was im klassischen Supermarkt auch zu finden ist, außer Tiefkühlware und frische Ware. Du findest aktuell unterschiedliche Getränke; von Mineralwasser bis zum alkoholischen Getränk ist alles dabei. Wir haben verschiedene Süßigkeiten, von Dinkelbällchen bis Cheesecakes. Wir haben aktuell regelmäßig wechselnde Artikel, um die User, die schon einmal bestellt haben auch als Stammkunden zu gewinnen. Kaffee und verschiedene Nussriegel sind zum Beispiel gerade neu bei uns.
Wir möchten die Überraschungsbox 2.0 sein. Wir haben aus Agentursicht schon relativ viel Erfahrung mit Überraschungsboxen gemacht. Die sind gut und haben ihre Daseinsberechtigung. Mein Geschäftspartner und ich haben allerdings immer die Erfahrung gemacht, dass in Überraschungsboxen oftmals Produkte enthalten sind, die weder ihn noch mich angesprochen haben und mit denen wir einfach nichts anfangen konnten. Wir sind im Prinzip eine Art Shoppingclub Westwing oder Brands4friends. Der Kunde hat dann aber Zugriff auf alle Produkte. Aber du suchst nicht nach einem Müsli und bekommst dann irgendein Überraschungsmüsli, sondern du siehst ganz genau, welches Müsli gerade vorrätig ist.
Unser Shop ist tatsächlich ein bisschen erklärungsbedürftig, weil wir versuchen, in vielerlei Hinsicht neue Wege zu gehen. Wir wollen auch weg von Kategorien. Ab einer gewissen Anzahl an Produkten, die wir verkaufen, möchten wir auch den Style ändern. Zum Beispiel soll der Kunde dann nicht mehr alles in einer Kategorie finden, weil er dann vermutlich wieder nach dem sucht, was er bereits kennt. Stattdessen möchten wir das dann mischen und man findet neben dem Eis die Schokoriegel und daneben die Suppen. Ähnlich, wie man es bei amazon aus der Logistik kennt. Dadurch kann der Kunde sich einen Warenkorb unterschiedlichster Produkte zusammenstellen, die er bisher nicht kannte oder im Supermarkt vielleicht links liegen lassen würde.

Was hat dich motiviert, diese Firma zu gründen und wie hast du dich auf die Gründung vorbereitet?

Ich habe durch unsere Online Marketing Agentur mit sehr, sehr vielen Onlineshops gesprochen und kenne logischerweise auch sehr, sehr viele Online Shops, weil das unser Hauptklientel ist. Dadurch sehen wir Dinge, die sehr gut funktionieren, wir sehen aber auch Dinge, die nicht ganz so gut funktionieren.
Wir haben uns einfach gedacht: „Hey, das wäre doch mal eine Herausforderung, einen Shop aufzubauen, wo wir selber die Produkte zusammenstellen können, von denen wir denken, dass sie gut funktionieren können. Dinge, die nicht funktionieren, lassen wir einfach weg.“
Das war zumindest für mich eine große Motivation, einfach mal selbst Hand an den Shop anzulegen.
Was die Vorbereitung betrifft haben wir tatsächlich knapp anderthalb Jahre lang geplant: Wie soll der Shop aussehen? Was sollen die Inhalte sein? Wie wollen wir die User ansprechen? Welche User wollen wir ansprechen?
Dann haben wir nach gut anderthalb Jahren mit der praktischen Arbeit begonnen. Wir haben den Shop gebaut, Produkte rangeholt, ein Design entworfen und alles, was letztlich dazugehört, damit ein Shop steht. Von Logistik über Anbindung bis hin zu Warenwirtschaft.

Worauf habt ihr euch in den ersten sechs Monaten der Gründung konzentriert?

In erster Linie ging es um die Konzeption. Wie soll der Shop aussehen? Welchen Namen wollen wir überhaupt haben? Wie soll das Logo aussehen?

Wie oft habt ihr Ideen entwickelt und dann wieder verworfen?

Relativ häufig. Wir hatten anfangs eine etwas andere Idee das Ganze zum Laufen zu bringen. Wir wollten zum Beispiel ein bisschen mehr mit den Versandkosten spielen, aber der Versand ist doch sehr, sehr teuer. Das hätten wir am Anfang vielleicht gar nicht unbedingt so erwartet. Es ist schon ein großer Vorteil, wenn du einen Onlineshop hast, in dem du nur ein paar Produkte verkaufst, da das sich viel besser kalkulieren lässt. Bei uns kommen die User im Schnitt auf 17 bis 18 Artikel pro Einkauf.

Wie lief generell der Gründungsprozess ab? Welche Hürden gab es während der Gründung?

Wir sind aktuell ein Gründerteam bestehend aus fünf Personen, die in ihren Kernbereichen sehr gut das tun, was sie können. Also von Marketing über Vertrieb bis hin zu Logistik und Shopbautechnik. Jeder kann das, was er kann, echt gut. Wir müssen uns da nicht einlesen in diese ganzen Themen.
Kompliziert wird es aber, wenn du auf die Hilfe von Dritten angewiesen bist. Also zum Beispiel bei den Themen Kontoeröffnung oder Payment Anbieter. Aktuell kann man bei uns genau aus diesem Grund nur per PayPal zahlen, weil wir seit Februar auf das Go vom Payment Anbieter warten. Leider hat in Deutschland nicht jeder PayPal. Viele User bestehen auf eine Banküberweisung, Sofortüberweisung oder Lastschrift. Dementsprechend wollen wir das natürlich umsetzen und ich bin guter Dinge, dass wir das auch innerhalb kurzer Zeit geschafft haben werden.

Du hast angesprochen, dass ihr ein großes Team mit verschiedenen Kernkompetenzen seid. Würdest du anderen Gründern dennoch empfehlen sich in der Gründungsphase Unterstützung von außen zu holen? Zum Beispiel in Form von Beratung, Marketing Agentur, Anwalt oder Unternehmensberater?

Definitiv. Man hat als Gründer so viel zu tun mit einem Unternehmen und wenn dann Dinge auf dich zukommen, wovon du überhaupt gar keine Ahnung hast, dann ist es ganz ratsam, sich Hilfe zu holen, insofern man sich das leisten kann. In dem Moment, wo man durch die Unterstützung ein großes Minus auf dem Konto sieht, würde ich abwägen, inwieweit man tatsächlich Hilfe holt, vielleicht auch nur punktuell oder auf Stundenbasis. Es ist dann zu überlegen wie die finanzielle Situation aussieht, was diese zulässt und in welchen Kerngebieten man tatsächlich Hilfe benötigt.

Wie wurde eure Gründung finanziert? Ist sie selbstfinanziert?

Unser Unternehmen ist eigenfinanziert.

Hättest du aus heutiger Sicht, mit deinem heutigen Kenntnisstand während der Gründung Dinge anders gemacht? Und wenn ja, was?

Dafür sind wir tatsächlich noch einen Zacken zu frisch am Markt, als dass wir jetzt schon sagen könnten, wir würden Dinge anders machen. Wir sind gerade in einem Findungsprozess, das heißt, viele Dinge, die wir jetzt gerade machen, sind nicht in Stein gemeißelt. Möglicherweise sieht das in einem Monat schon bei der einen oder anderen Sache anders aus. Das Schöne ist eben, dass wir wirklich viel probieren können. Ich glaube, wenn man ein statisches Produkt hat, das jahrelang entwickelt wurde und so auf den Markt geworfen wird, dann weiß man: Es funktioniert oder es funktioniert nicht. Da hat man dann wenige Möglichkeiten, noch mal was umzustellen. Wir haben zum Glück viele Möglichkeiten, wo man noch mal sagen kann, „Okay, wir ändern vielleicht was am Preis. Oder wir kaufen noch mal eine Zahlungsmöglichkeit hinzu. Oder wir ändern die Produkte.“ Wir haben also viele Möglichkeiten um hier und da noch mal ein bisschen mehr Erfolg rauszukitzeln.
Wir haben auch eine ganz coole Möglichkeit gefunden mit Marken zu kooperieren, die mehr oder weniger auch „in“ sind. Zum Beispiel das Produkt BABO Blue aus „Die Höhle der Löwen“. Das ist ein enger Partner von uns, von denen wir auch sehr viele Produkte in unserem Shop haben. So ist es letztlich ein Geben und Nehmen. Gerade im Food-und-Beverage-Segment, wo sich alle durch verschiedene Messen kennen, ist es sehr wichtig, dass dieses Wir-Gefühl in irgendeiner Form auch umgesetzt wird.

Glaubst du, es gibt Charaktereigenschaften, die ein Gründer braucht um erfolgreich zu sein?

Ein dickes Fell.
Man wird sicherlich am Anfang auf sehr, sehr viel Gegenwind stoßen. Sehr viele Leute werden sagen: „Das wird nicht funktionieren. Das kann nicht funktionieren. Du bist möglicherweise nicht die richtige Person dafür“. Und da muss man sich wirklich durchbeißen, damit man letztlich in dieser Szene überlebt.
Das Durchhaltevermögen ist mit eine der wichtigsten Charaktereigenschaften. Einfach dranzubleiben und die Sachen einfach zu machen und umzusetzen.
Und leider trifft man auch immer wieder auf dieses Klischee, dass einem nichts gegönnt wird oder dass die Angst vorm Scheitern größer ist als die Möglichkeit am Ende etwas zu gewinnen.
Man wird als Gründer oder Startup immer auf Gegenwind stoßen und auf Menschen, die einem den Erfolg nicht gönnen. In dem Moment, wo du fragst: „Hey, wie findest du mein Produkt?“, wird wahrscheinlich, wenn du nicht unbedingt einen Freund oder jemanden aus der Familie fragst, erst mal Ablehnung hervorgerufen. Viele Menschen gönnen einem den Erfolg nicht oder möchten dich einschüchtern. Eine ehrliche Meinung zum Produkt zu bekommen ist da gar nicht so einfach.

Gab es in der Gründungsphase eine Art Schlüsselerlebnis? Oder ein Ereignis, von dem ihr sagt, dass das das Beste ist, was euch passiert ist?

Ein Schlüsselmoment war tatsächlich der Moment, wo wir live gegangen sind und unsere erste kleinere Werbekampagne geschaltet haben und gesehen haben, dass es funktioniert. Wir haben dann tatsächlich diesen Zuspruch von Fremden bekommen. Am Anfang hat man natürlich mit der Familie gesprochen, mit Freunden und da ist es relativ einfach, irgendwie eine Meinung zu bekommen oder dass jemand bestellt und sagt, „Hey, die Produkte sind gut“.
Als plötzlich fremde Menschen auf den Shop kamen und bestellt haben, uns ihr Vertrauen geschenkt haben, das war ein Moment, wo wir alle gesagt haben, „Hey, das ist super. Nicht nur wir finden es gut, sondern auch andere Menschen finden es toll.“

Wie habt ihr rausgefunden, wer eure Zielgruppe ist?

Jeder von uns im Gründerteam hat einen gewissen Erfahrungswert im Bereich E-Commerce und Facebook hat uns in einer gewissen Weise geholfen. Aufgrund der Likes, die du da letztlich bekommst, lässt sich relativ gut ersehen: „Was sind das eigentlich für Menschen? Wie alt sind die? Woher kommen die? Welches Geschlecht haben sie im Regelfall?“ Google Analytics hilft natürlich auch und, wie gesagt, auch unsere eigene Erfahrung, die da mit reinspielt. Und das deckt sich dann letztlich alles auch miteinander.

Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft. Wo siehst du das Unternehmen in fünf Jahren? Habt ihr konkrete Ziele, die ihr erreichen wollt?

Wir wollen wirklich in mehreren Ländern mit unserem Shop vertreten sein. Wir wollen Utry.me als Markt aufbauen mit YouTube-Channel und möglicherweise mit Merchandise. Wir möchten auch gerne Popup Stores damit führen. Also wir möchten alles tun, was Utry.me zu einer hippen Marke macht.
Die Entwicklung ist ganz witzig, wie ich finde. Am Anfang waren da die ganzen stationären Läden, die dann plötzlich Onlineshops hatten und inzwischen machen es Onlineshops wie Mr. Spex oder Zalando so, dass sie stationäre Läden aufbauen. Und dann dachte man: „Hey, Moment. Dieser Onlineshop, der hat ja auf einmal einen stationären Laden. Wie cool ist das denn?“. Und ähnliche Gefühle wollen wir auch auslösen, wenn man Utry.me erst mal als Marke wahrnimmt, sei es im Popup Store oder auf YouTube. Wir möchten gerne mit Influencern zusammenarbeiten und dieses Gefühl wecken von: „Hey, da ist ja schon wieder Utry.me!“

Tut die Stadt Hamburg für Gründer viel oder eher wenig?

Dahinter steht immer die Frage, was man möchte. Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrung mit der Handelskammer gemacht. Wobei ich denke, dass die Handelskammer selbst nicht unbedingt spezialisiert ist auf Startups im klassischen Sinne. Wenn ich einen Malerbetrieb aufmache, dann ist das ja nicht wirklich ein Startup, aber es ist trotz alledem eine Neugründung. Die Handelskammer ist nicht wirklich spezialisiert darauf, was ein Startup im Optimalfall benötigt. Sie sind da eher etwas genereller aufgestellt. Sprich die Antwort, die die Handelskammer einem E-Commerce Startup gibt, wird sie möglicherweise auch einem Malerbetrieb in der Neugründung geben. Das macht das Ganze ein bisschen schwieriger. Ansonsten finde ich die Handelskammer immer sehr, sehr hilfreich. Und wenn man aber so ein bisschen über die Landesgrenze hinausschaut, muss man einfach mal sagen, dass ich persönlich finde, dass es zu wenig Events in der Startup Szene in Hamburg gibt, die die Gründer irgendwie zusammenschweißen. Zu wenig Meetups, zu wenig Events oder Workshops, wo ein Speaker zu mehreren Leuten spricht. Ich glaube, da ist noch Nachholbedarf. Ich könnte mir vorstellen, dass die Startup Szene in Berlin ein bisschen größer ist, einfach auch, weil die Szene auch größer ist. Ich glaube, in Hamburg gibt es aktuell noch zu wenige Vorreiter, die sich in dieser Position sich sehen.

Hast du denn einen Tipp, was die Stadt Hamburg besser machen könnte?

Ich persönlich habe nie solche Events veranstaltet. Ich weiß nicht, wie schwierig es ist, Locations für solche Startup Meetups zu gewinnen, aber wenn man dahingehend vielleicht schon mal so ein bisschen Hilfestellung bekäme, wäre das super. Am Ende des Tages hält ja immer irgendjemand die Hand auf, sei es der Speaker oder derjenige, der die Location stellt. Wenn es da Hilfe von der Stadt Hamburg, wäre das eine Win-Win-Situation.

Inwiefern ist oder war Hamburg für dich wichtig zum Gründen? Oder hat das gar keinen Bezug gehabt?

Hamburg ist grundsätzlich für mich wichtig gewesen, weil Hamburg eine schöne Stadt istUnd schöne Städte machen ein gutes Gefühl und mit einem guten Gefühl kann man auch gut gründen.

Besuchst du in Hamburg Events wie Startup Events oder Meetups? Oder hast du da bisher nichts besucht?

Dadurch, dass wir ein großes Team sind, die quer verteilt sind, versuchen wir natürlich alles, was in irgendeiner Weise für uns themenrelevant ist, mitzunehmen. Also mein Geschäftspartner war vor kurzem beim Gründerprogramm. Dementsprechend versuchen wir alles, was in irgendeiner Form unser Thema anspricht oder uns weiterhelfen könnte mitzunehmen.

Welche drei Tipps würdest du anderen Gründern, die noch ganz am Anfang stehen, mitgeben?

  1. Nicht aufgeben
  2. Gut planen und
  3. Wenn man als Team gründet, Leute dabei haben, denen man zu 100 Prozent vertrauen kann

Ich muss dazu sagen, dass ich immer ein Teamplayer gewesen bin. Ich habe noch nie ein Unternehmen alleine gegründet. Dementsprechend kann ich mich schwer in diese Situation hineinversetzen, ein Unternehmen alleine aufzubauen.
Aber wie gesagt, mit wem man gründen möchte, sollte man sich gut überlegen. Denn man braucht seine Zeit, um sich 100 Prozent auf sein Startup zu konzentrieren und möchte nicht nach einem halben Jahr einen Rechtsstreit mit einem ehemaligen Mitgründer haben oder sich um Geld streiten. Und dementsprechend sei an der Stelle gesagt: Lieber zweimal hinschauen, mit wem man gründet.
An dieser Stelle danken wir Florian von Utry.me ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel "GRÜNDERSTORY MIT KAY HÖPPNER VON PAUSENFUDDER - ONLINESHOP FÜR VEGANE SNACKS"


Gründerstory mit Philipp und Ben von CutNut UG - Social Media Stories

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Stellt euch bitte kurz vor und erzählt uns, was ihr macht.

Philipp: Ich bin Phillipp und 24 Jahre alt. Ich bin gebürtig aus Hamburg und habe zusammen mit meinem Co-Foundern das Startup Cutnut gegründet, das auch hier aus Hamburg kommt. Ich habe Business studiert mit Fokus auch auf Entrepreneurship und bin jetzt seit Sommer 2017 Vollzeit hier beim Startup mit beschäftigt, seit wir die Uni abgeschlossen haben.

Ben: Ich bin einer der Co-Founder. Ich bin Ben, ich bin auch 24 Jahre und habe auch Business mit Fokus auf Entrepreneurship studiert. Philipp und ich haben zusammen studiert. Ich komme ursprünglich mehr aus der Freelancer Startup Ecke. Ich habe lange als Fotograf gearbeitet, Webseiten gebaut und zwischenzeitlich auch mal an Agenturen vermittelt. Irgendwann habe ich ein Praktikum bei Rocket Internet gemacht und habe meine eigene Finanzgeschichte dann auch richtig angemeldet, also ein bisschen als Firma aufgezogen und bin dannan die zwei anderen Jungs geraten. Ich bin mit eingestiegen und das machen wir nun schon seit zweieinhalb Jahren. Vollzeit erst seit einem knappen Jahr, würde ich sagen.

Vielleicht auch noch was zu unserem dritten Gründer, der heute nicht da ist. Er heißt Teiko, kommt aus Finnland und kommt aus der Finance Branche. Wir kennen uns auch aus dem Studium, weil wir zusammen studiert haben. Er ist bei uns dafür verantwortlich für Finanzen und Recht.

Wir Drei bilden das Kernteam von Cutnut. Seit ungefähr zwei Monaten sind wir zu Viert. Jörg ist unser Mann fürs Technische. Er hat selber schon mehrere Startups gegründet, unter anderem in den USA und ist jetzt zurück nach Deutschland gekommen und hat sich uns angeschlossen. Er hilft uns jetzt dabei unser Produkt hoffentlich im Sommer 2018, so wie es jetzt geplant ist, auf den Markt zu bringen.

Was ist Cutnut und wen wollt ihr damit erreichen?

Philipp: Cutnut hat angefangen als eine Social Media App, die jetzt auch live ist, gestartet und hat sich relativ schnell durch Hilfe und Input von unserem Accelerator sowie von Kunden und Partnern in was ganz anderes umgewandelt:

Eine Software Applikation für Unternehmen, die es diesen ermöglicht, vertikalen Content sehr schnell und einfach zu produzieren und so das Marketing zu vereinfachen.

Stories, wie bei den Social Media Plattformen Snapchat oder Instagram, erfahren aktuell ein unfassbares Wachstum am Markt. Natürlich ist es jetzt auch für Firmen interessant in dieses Format der Stories einzusteigen.

Um die eigene Identity der Firma und den eigenen Stil der Firma rüberzubringen, sind die traditionellen Softwareprogramme aber entweder viel zu kompliziert und teuer oder viel zu simpel. Es fehlt genau das, was wir anbieten. Sprich wir bieten eine Editing Software für vertikales Video an. Damit sprechen wir vor allen Dingen Kunden an, die via Online Marketing und Social Media selber Endkunden adressieren. Das heißt, Kunden, die auch wöchentlich oder mehrfach wöchentlich Content auf Social Media oder auf ihrer Website posten, um mit dem Nutzer zu interagieren. Wir selber sind ein reines B2B-Geschäft, adressieren aber B2C-Kunden. Bedingt durch unseren Accelerator Background machen wir das vornehmlich in der Verlagsindustrie, da dieser sehr stark auf die Verlagsbranche fokussiert ist. Dort bekommen wir erstes positive Rückmeldung und interessierte Kunden. Gerade probieren wir ein bisschen aus, was noch möglich ist und wo der Weg hingeht.

Die Verlagshäuser nutzen eure Software, um damit Stories für Social Media zu entwickeln?

Philipp: Gerade Verlagshäuser haben derzeit das Problem, ihren Content an den Nutzer zu bringen und darüber hinaus relevant für die Nutzer zu sein. Storys sind da ein unfassbar populäres Medium im Moment. Da bietet es sich natürlich an, Content via Stories zu verbreiten. Im ersten Schritt werden die Stories auf Social Media und Plattformen gezeigt, so wie das momentan üblich ist. Im zweiten Schritt können die Stories aber auch auf der eigenen Website, App oder Email angeboten werden.

Das ist natürlich vor allem deswegen reizvoll für Verlage, da diese sich immer mit einer Paywall auseinander setzen müssen. Sprich: Welcher Content soll umsonst angeboten werden, für welchen Content muss der Kunde bezahlen? Stories sind eine tolle Möglichkeit viele Artikel und Inhalte anzuteasern und dem Kunden schmackhaft zu machen.

Im Appstore werbt ihr mit: „Your friends can now add their own cuts to the same story.“ Was hat es damit auf sich?

Ben: Die App funktioniert auch immer noch und sie soll langfristig auch mit der Software zusammenspielen. Aktuell ist unsere App quasi ein reines Werkzeug um mit anderen Leuten gemeinsam Stories zu erstellen. Ich könnte zum Beispiel starten, die ersten zehn Clips einzustellen, schicke dir dann eine Einladung und du kannst dann weitere Clips hinzufügen. Am Ende haben wir alle zusammen eine coole Story kreiert.

Aber du kannst das Gleiche auch mit Software machen: Du sendest einen Invite-Link raus und andere können dann über die App ihre Inhalte beisteuern. Das können Leser, Fans oder Gäste bei einem Event sein.

Philipp: Wir bieten letztlich drei Produkte mit dem Editor als Kern an. Dann gibt es die App als Werkzeug, um den Content einzusammeln. Als drittes gibt es noch unser Widget, das den Publishern oder Firmen die Möglichkeit gibt, ihre Stories auf ihrer eigenen Webseite zu veröffentlichen.

Wenn du von 'embedded' sprichst, wo werden denn die Inhalte gespeichert?

Philipp: Die werden in erster Linie bei uns gespeichert, weil dies aktuell die beste Lösung ist. Langfristig werden wir auch auf den Kundenservern speichern, das passiert aber Schritt für Schritt. Ich denke, im ersten Moment geht es besonders darum, die Stories 'embedded' zu machen und möglichst leicht eben für die Firmen zu integrieren.

Wer ist eure Zielgruppe? Welches Problem löst ihr für eure Zielgruppe?

Ben: Wir sind vor allen Dingen auf B2C-Unternehmen orientiert, die selber Content produzieren und diesen auf Social Media und ihrer Website zu vermarkten. Und wir lösen für Verlagshäuser das Problem: "Wie kann ich meinen Content an den Nutzer bringen? Wie kann ich meinen Content attraktiver machen?"

Die Produktion dieser Stories ist momentan noch sehr aufwendig und man muss klar unterscheiden zwischen Nutzerstories und Enterprise-Stories von Unternehmen. Nutzerstories sind meist sehr einfach von der Bearbeitung her. Zum Beispiel Text, Hashtags und vielleicht zusätzlich noch ein Filter.
Firmen hingegen möchten ihre eigene Identität herüberbringen, ihren eigenen Stil in den Stories vermitteln und sicherstellen, dass die Erzählweise mit anderen Inhalten übereinstimmt. Aktuell gibt es keinen standardisierten Prozess solchen vertikalen Stories zu bauen.
Dazu wird häufig Outsourcing betrieben, zum Beispiel beauftragen die Firmen häufig Freelancer. Alternativ bauen sie selbst ein Inhouse-Department auf, in dem traditionelle Editing Software genutzt wird um Stories zu bauen. Eine Editing Software ist allerdings oft viel zu komplex für das, was eigentlich ausgespielt werden soll.

Philipp: Aktuell werden für die Erstellung von Stories ausschließlich mobile Geräte genutzt. Das Problem ist, dass die mobile Plattform an sich speziell bei iOS so abgesiegelt ist, dass jegliche Integration von anderen Input Quellen nicht möglich ist. Im Zweifelsfall muss alles immer wieder hochgeladen werden, wieder in die Camera Roll eingefügt werden und so weiter. Wir sprechen auch mit anderen Firmen, die eventuell auch noch die Integration für die Verbreitung machen können.

Das Interessanteste, was wir bisher gehört haben, war ein Startup, das richtige Templates gebaut hat und diese ganz automatisch an lokale Bedürfnisse anpassen können.
Das heißt, du kannst einen Spot bauen und diesen für 1000 einzelne Zielgruppen direkt exportieren, mit einem einzigen Klick. Dabei werden dann immer Location, Sprache und so weiter automatisch angepasst. Da lässt sich also auch von allen Seiten viel mehr integrieren.

Bei Instagram zum Beispiel gibt es nun mal keine Templates, sondern es gibt vorgefertigte Schriften und so weiter. Wenn ich jetzt aber zum Beispiel 'Spiegel Online' bin und am Tag ungefähr 18 bis 20 Artikel in Stories verarbeiten möchte, idealerweise mit animiertem Text, dann ist das schlicht nicht möglich. Mit dem Handy eine perfekte Story zu kreieren ist deshalb im Prinzip nicht möglich. Du kannst es zwar versuchen, aber dazu kann man auch einfach Software nutzen.

Das Spannende ist, dass wir uns das Problem nicht ausdenken. Unsere Idee kam tatsächlich aus Gesprächen mit Kunden aus den Verlagen, die auf uns zugekommen sind und gesagt haben, „Hey, wir haben dieses Problem mit der Erstellung von Stories und wir haben keine Lösung."

Ben: Wir haben am Anfang einen typischen Startup Fehler gemacht und uns das Problem auch ein bisschen eingeredet. Unsere ursprüngliche Idee: „Mit der App kann man  keine gute Story zusammenbauen. Das ist ja doof. Und jetzt gehen wir mal zu den Unternehmen und verkaufen denen das." wurde schnell hinterfragt. Bei Gruner + Jahr war hat jemand zu uns gesagt: "Ja, euer Produkt ist cool. Aber was machen wir mit dem Content, wenn er da ist? Wir haben eher das Problem, dass wir den Content nicht weiterverarbeiten können“. Daraus ergab sich wiederum die Idee, das ganze via Software am Desktop zu machen. Diese Idee haben wir dann immer gleich mitgepitcht und dadurch kam eine ganze Liste von Problemen zusammen, die Firmen mit den Stories haben.

Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir sagen können: „Okay, es gibt wirklich ein Problem und wir können es wirklich lösen. Diese Lösung ist da und steht auch zur Verfügung.“

Auf einem Hackathon zum Thema digitaler Journalismus, an dem wir teilgenommen haben, ging zum Beispiel der ersten Platz an ein Team, das genau dieselbe Idee hatte wie wir. Mit diesen Journalisten sind wir nun natürlich im engen Kontakt. Gemeinsam können wir zeigen, dass im Markt tatsächlich Bedarf besteht. Wir hatten das Problem natürlich immer im Auge und haben links und rechts von einzelnen Leuten immer gehört, dass das Problem bisher ungelöst ist. Aber nun wissen wir, wie wichtig es in naher Zukunft für den Journalismus ist, dass Stories einfach, schnell und professionell gebaut werden können.

Wie seid ihr mit CutNut gestartet? Habt ihr die MVP oder habt ihr direkt das Produkt komplett entwickeln lassen? Was ist eure Empfehlung im Umkehrschluss daraus für andere?

Ben: Es ist, glaube ich, nie einfach, im Vorhinein schon zu sagen: „Hey, ja, das ist das perfekte Produkt und los geht es“.  Wir haben uns zwar immer Feedback geben lassen, aber im Nachhinein betrachtet von der falschen Seite. Wir haben 100 Leute gefragt: „Wie geht das? Verstehst du das?“. Wir haben dazu auch alle Screens ausgedruckt. „Und funktioniert das alles? Und würdest du es benutzen?“ und so weiter. Am Ende hatten wir dann ein Produkt, das einigermaßen für Nutzer gepasst hat, aber eben nicht für Firmen.

Anfangs wollten wir tatsächlich eine neue Social Media Plattform aufsetzen, aber dann sind wir zu einem Accelerator gekommen, wo uns die ganze Social Media Sache so richtig um die Ohren gehauen wurde. "Okay, wir machen jetzt kein Social Media, sondern wir machen da jetzt ein Tool draus.“ dachten wir danach. Weil ein Tool kannst du schon mal besser verkaufen als eine ganze Plattform. Auch, weil die Leute nicht Mitglied werden müssen auf unserer Plattform, sondern es einfach benutzen und auf anderen Plattformen vertreiben können.

Das heißt, wir stehen nicht mehr im Wettbewerb mit Instagram und Snapchat, sondern wir arbeiten für diese Plattformen, sind aber selber plattformunabhängig.

Als wir mit unserem Produkt an Unternehmen herangetreten sind, haben sich immer mehr Probleme für die Desktop Applikation gezeigt. Wir wussten dann dadurch schnell, wie das Produkt aussehen soll und was es genau können soll.

Nun müssen wir den MVP fertigstellen. Die Entwicklung hat kürzlich begonnen und wir freuen uns wenn es losgeht.

Aber man sollte nicht da reingehen und denken, „Ich bin der Tollste“. Denn hätten wir nicht im engen Austausch und Kontakt mit Kunden gestanden, die uns die Problem aufgezeigt hätten, wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Wir hätten niemals die Chance gehabt, das wirkliche Problem zu sehen. Die eigentliche Idee ist erst aus den Fehlern, die uns aufgezeigt wurden, entstanden.

Und vor allem das Timing ist aus meiner Sicht immer noch ein Nummer-Eins-Faktor, auch wenn es oft Zufall ist. Genau zu dem Zeitpunkt, wo wir unseren MVP bauen wollten, hat sich noch mal was im Markt verschoben, das für uns ideal war.

Dadurch, dass wir noch kein fertiges Produkt hatten, konnten wir uns also ganz einfach um 180 Grad drehen uns anpassen.

Ben: Das hat uns sehr geholfen, auch wenn es in dem Moment natürlich Glück war, dass wir noch nichts Fertiges hatten. Eine nachträgliche Umstellung wäre viel teurer und aufwändiger gewesen.

Habt ihr euch bei der Entwicklung Offenheit bewahren können? Oder wart ihr geblendet von eurer Idee?

Ben: Wir versuchen möglichst viel mitzubekommen, was ist. Wir möchten natürlich auch wissen, was die ganz Großen als Nächstes tun. Wir informieren uns über Branchentrends und schauen, wie Nutzer interagieren oder wie die Werbeeinnahmen sind. Daraus ergibt sich ein großes Gesamtbild, mit dem man gut arbeiten kann und sehen kann, wo die Reise mal hingeht.

Philipp: Generell sollte man als Startup immer offen sein und schauen, was es am Markt gibt und was gebraucht wird. Und natürlich gilt es auch von denen zu lernen, die schon weiter sind. Man kann eben auch anknüpfen an Ideen, die bereits realisiert wurden. Das haben wir natürlich auch in unserer Firma versucht umzusetzen.

Am Anfang hatten wir aber einen Tunnelblick und dachten, unsere App ist das beste Produkt ever.

Wir sind genau deshalb sehr dankbar, dass wir den Accelerator getroffen haben, weil er natürlich die Möglichkeit gegeben hat, uns überhaupt erst einmal so einer Kritik zu stellen und auch solchen Leuten zu stellen, die uns ehrliches Feedback geben und sagen: "Mensch, eigentlich ist das Müll, was ihr da macht“

Ben: Das waren Menschen, die uns runtergeholt haben und gesagt haben: „Nein, ihr seid eigentlich nicht so geil“. Dieses Feedback tut zwar echt richtig weh, aber das war für uns sehr wichtig. Wenn man es schafft, zu akzeptieren, dass man nicht von Tag Eins an die beste Lösung hat und bereit ist Kompromisse zu machen, dann kommt man zumindest weiter, als wenn man es nicht tun würde. Uns hat das auf jeden Fall sehr geholfen in unserem Werdegang.

 
An dieser Stelle danken wir Ben und Philipp von CutNut ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel „GRÜNDERSTORY MIT MORITZ EBERT VON COMAMOS - LIEFERSERVICE FÜR HAMBURG"


Gründerstory mit Moritz Ebert von Comamos - Lieferservice für Hamburg

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Stelle dich bitte kurz vor. Wer bist du? Und was machst du?

Ich bin Moritz Ebert, bin jetzt 24 und Gründer unter anderem von Comamos. Wir haben uns als Ziel gesetzt die Gastronomie ein bisschen mehr zu digitalisieren und den Gastronomen eine digitale Lösung für den Außer-Haus-Betrieb anzubieten.

Wie bist du aufgewachsen? Und wie kamst du überhaupt mit dem Thema Unternehmertum in Berührung?

Wenn ich jetzt zurückblicke, fängt es schon mit dem Unternehmen meines Opas damals an. Wo ich, als ich ungefähr drei oder vier Jahre alt war, ab und zu schon mit meinem Vater zusammen ins Geschäft gefahren bin. Er hatte eine Papierfabrik für Briefumschläge und Kuverts. Da habe ich damals dem Buchhalter immer über die Schulter geschaut und wenn man so will mit meinen Spielzeugautos da unter dem Tisch herumgespielt. Es gab auch immer Süßigkeiten und Kakao für mich.

Ich war also schon immer viel im Geschäft meines Opas. Mein Vater ist dann später auch mit eingestiegen. Das waren die ersten Dinge, die ich in Sachen Unternehmertum mitbekommen habe. Später sind wir nach Hamburg umgezogen, ich habe mein Abi gemacht und eine Ausbildung zum Speditions- und Logistikkaufmann absolviert.

Für mich kam es nicht in Frage immer als Angestellter zu arbeiten. Deshalb habe ich parallel ein Unternehmen gegründet.  Ein Telefonkurier war das damals. Eine digitale Lösung für Gastronomen, um ihnen diese Fahrerei und diese ganze Logistik im Hintergrund abzunehmen. Wir haben dann auch schnell die Joeys Filiale für uns gewinnen können und haben dann dort angefangen mit zwei Autos und drei Fahrern Bestellungen auszuliefern. Irgendwann war das Ganze so gut, dass wir es bündeln mussten. Uns war klar, dass wir eine digitale Lösung dafür brauchen und haben die Apps entwickeln lassen. Wir haben ein System für einen Dispatcher entwickeln lassen, der dann Bestellungen über verschiedene Lieferdienste in einem Gebiet bündelt und die Fahrer von Restaurant zu Restaurant schickt, um die Auslastung zu gewährleisten.

Wir bieten mit Comamos Verschiedenes an. Zum Beispiel können Gastronomen, die zum Beispiel mit Lieferando arbeiten, dies an uns auslagern, so dass sie sich darum nicht mehr kümmern müssen. Über das Kassensystem des Gastronoms, mit dem wir kooperieren kann dieser per Knopfdruck die Bestellung an uns rausjagen. Er bekommt dann immer Feedback, wann der Fahrer da sein wird, in welchem Status die Bestellungen sind usw.

Gleichzeitig kann der Gastronom über Comamos, wo nur Restaurant Qualität geboten wird, gelistet werden. Wir liefern auch für Restaurants, die sonst nicht liefern in Hamburg, wie zum Beispiel Pizza Hut oder Subway. Wenn der Gastronom eigene Fahrer hat, können wir auch anbieten, dass wir nur die Bestellungen vermitteln.

Wir bündeln alle drei Sachen, denn die Logistik ist sowieso da. Die Fahrer sind jeden Tag auf den Straßen. Für uns sind das nur zusätzliche Bestellungen, die dann reinkommen.

Wie bist du überhaupt dazu gekommen? Wie ist diese Idee entstanden?

Kasim, Mark und ich haben während unserer Ausbildungs- und Studienzeit nebenher gejobbt und Einblicke in Lieferservices bekommen. Bei mir war der Laden noch relativ frisch, die Aufgaben waren auch noch nicht richtig gut verteilt. Jeder hat so alles und auch wieder nicht gemacht. Jedes Wochenende war es das gleiche Spiel:  Entweder wir hatten nicht genügend Fahrzeuge oder wir hatten nicht genügend Fahrer.
Daraus ist eigentlich die Idee entstanden eine Dienstleistung zu schaffen, die das ganze Problem löst. Erst später kam die Idee mit der Digitalisierung.
Früher hat man einfach den Fahrer dort hingestellt und gesagt: Gut, wir übernehmen die Bestellungen von euch. Parallel kamen dann immer Anrufe. Das war dann schon irgendwann überfordernd. Wir waren dann auch wirklich in Randgebieten wie Sasel, Brunsbüttel und so weiter, weil wir dort gewohnt haben. Das hat dann so keinen Sinn mehr gemacht.
Wir haben uns deshalb entschlossen, dass wir mehr in die City reinmüssen, wo die Dichte an Restaurants da ist. Dann haben wir auch einzelne Gastronomen einfach an große Systeme angeschlossen. So kam diese Idee letztendlich dahinter. Wir haben das parallel neben unserer Ausbildung verfolgt. Wir haben ein Büro angemietet und sind dann abends nach der Ausbildung immer ins Büro gefahren, haben bis nachts gearbeitet um dann morgens wieder zur Ausbildung zu gehen. Das ging dann eineinhalb Jahre so, bis die Ausbildung beendet war. Auch an der Berufsschule haben wir den ein oder anderen Vortrag gehalten, dadurch dass unser Business logistik-affin war.
Dann kam es dazu, dass wir auch unsere eigenen Kunden haben wollten. Wir haben zunächst ja nur fremde Lieferungen geliefert für die verschiedenen Gastronomen und wir wollten auch unsere eigenen Kunden haben. So kam es dann zu unserem Startup Comamos. Parallel sind wir auch in Düsseldorf und Köln gestartet, in Berlin haben wir das auch probiert. Das haben wir allerdings erst einmal wieder eingestampft. Aber in den Städten sind wir auch aktiv.

Was waren die größten Herausforderungen, die du da im Alltag erlebt hast? Oder welche Phasen hast du da auch für dich durchmachen müssen?

Die Zeit war eh immer knapp. Man war jeden Morgen müde. Die anderen Azubis haben sich ja am Wochenende ausgeruht und sind am Montag wieder in die Berufsschule gekommen. Man selber war dann irgendwie am Montag richtig platt. Das war so die Problematik, die wir aber zum Glück alle sehr gut hinbekommen haben. Aber letztendlich war es immer ein bisschen schwierig sich dann auch noch auf die Abschlussprüfung der Ausbildung zu kümmern. Das hat halt schon ein bisschen Nerven geraubt.

Freunde und Verwandten ist das auch aufgefallen und haben uns gesagt, dass wir spinnen. Uns war aber klar, dass das nicht immer so sein soll sondern dass es einfach gerade eine stressige Phase ist. Da ist man aber teilweise auf wenig Verständnis gestoßen, was ich schade finde.

Wie steht euch euer privates Umfeld aus heutiger Sicht gegenüber?

Als sie gemerkt haben, dass wir Vollzeit arbeiten und damit unseren Lebensunterhalt bestreiten, waren sie beruhigt. Auf einmal wurde unser Startup nicht mehr in Frage gestellt sondern akzeptiert. In den ersten zwei Jahren mussten wir aber viele Zweifel einstecken. Unsere Idee wurde erst akzeptiert und ernst genommen, als klar war, dass wir davon leben können.

Was würdest du da anderen Gründern empfehlen, die auch in einer solchen Situation sind und vielleicht ans Aufgeben denken?

Man muss sich durchbeißen. Wenn man das einmal hinter sich gebracht hat, hat man einen ganz anderen Blick auf die Dinge als zuvor. Man nimmt sich die Dinge dann nicht mehr ganz so zu Herzen, die einen zurückwerfen sondern geht gelassener an die Dinge heran. Da muss jeder durch. Wenn man in diesem Moment dann aber aufgibt, wird man genau diese Erfahrung eben einfach irgendwann anders machen müssen.

Man sollte einfach weitermachen, seine Erfahrungen machen und nicht bei der ersten Hürde aufgeben.

Gründer geraten in den ersten Jahren immer wieder und besonders oft auf Hürden. Später wird das meiner Meinung nach dann weniger. Vielleicht verändern sich auch einfach die Hürden, aber definitiv geht man mit einer gewissen Erfahrung dann anders an die Sache heran. Ich kann nur jedem raten einfach zu machen und sich durchzuboxen.

Welche Hürden und Probleme hattet ihr beim Entwickeln des Geschäftsmodells?

Das Schwierigste ist auf jeden Fall immer die Auslastung zu garantieren. Dadurch, dass wir diesen Fahrerpart übernehmen, wissen wir im Lieferdienstgeschäft zum Beispiel nie, was am heutigen Tag auf uns zukommen wird. Du kannst morgens letztendlich die Fahrer alle bereitstehen haben und dann kommen keine oder nur wenige Aufträge rein. Am Abend platzt dann die Bombe und dann ist auf einmal wieder extrem viel los. Es ist letztlich die Schwierigkeit bei unserem Geschäftsmodell, vorherzusehen, wie viele Bestellungen kommen rein, wie viele Fahrer müssen wir einplanen. Das Auslastungsproblem haben wir mittlerweile ganz gut hinbekommen. Da du Margen sehr knapp kalkuliert sind, brauchen wir auch ständig Auslastung, um profitabel zu sein.
Natürlich müssen die Bestellungen, die reinkommen, möglichst effizient ausgeliefert werden. Es macht also keinen Sinn, einen Fahrer von Wandsbeck nach Altona zu schicken, sondern es muss wirklich so sein, dass die Fahrer genug ausgelastet sind und möglichst kurze Anfahrtsstrecken zu den Restaurants haben. Das ist die Hürde, die bei unserem Geschäftsmodell auf jeden Fall da ist.

Wie soll man als Gründer oder Startup am Anfang vorgehen, wenn der Markt oder das eigene Team noch nicht so reagiert, wie man es sich wünscht?

Als Gründer wird man am Anfang ohnehin vor viele Aufgaben gestellt: Seien es die bürokratischen Dinge oder wenn es darum geht den richtigen Sparringspartner zu finden.
Ich hatte das Glück, dass ich direkt zwei gute Freunde mit ins Boot holen konnte, die ich auch schon ein bisschen länger kannte und wusste, dass sie die Richtigen sind. Das hat sich besonders auch in schwierigen Zeiten gezeigt, in denen es auch einmal bergab ging. Immer wenn Probleme auftauchten, haben wir überlegt, wie wir das anders machen können. Nach einer  Durststrecke von drei Monaten geht es dann eben wieder voran. Deshalb ist es wichtig, den richtigen Partner mit im Boot zu haben.

Welche Methoden nutzt ihr zur Neukundengewinnung? Was würdest du anderen Gründern dahingehend empfehlen?

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Offline-Aktionen, zum Beispiel Flyer, bei uns schon wirklich viele Kunden ansprechen. Wenn man ein schickes Flyer mit einem bestimmten Vorteil für die Kunden hat, kann man dadurch viele Kunden gewinnen. Früher dachte ich, dass Flyer wirklich ausgedient haben. Aber es ist mittlerweile immer noch so, dass man dadurch viele Kunden ansprechen kann. Letztendlich geht es natürlich auch mit Google Anzeigen. Bei uns spürt man da speziell für bestimmte Restaurants schon eine relativ hohe Conversionsrate.

Um Google kommt man nicht herum.

Da muss man irgendwann einfach Geld investieren. Wir haben das am Anfang zum Beispiel gar nicht gemacht. Wir haben uns am Anfang eher an die Restaurants und Partner angeschlossen und sie gebeten uns zu empfehlen und zu verlinken, Flyer aufzustellen, Plakate aufzuhängen usw. Diese Kunden haben uns dann letztlich auch schon einen sehr großen Kundenstamm gebracht.

Ich würde empfehlen möglichst viele Kooperationen zu suchen, möglichst viel den Weg nach Außen zu suchen, zum Beispiel in Form eines Interviews oder einer Story, in der über das Startup berichtet wird.

Wie schwer war es die Partner, die ihr angeschlossen habt, zu überzeugen, dass sie eure Flyer aufstellen oder allgemein für euch werben?

Man muss den Partnern definitiv den Vorteil aufzeigen und ihnen in unserem Fall auch erklären, dass sie durch uns eben auch ihren eigenen Umsatz steigern können, in dem ihre Produkte, die normalerweise nicht geliefert werden dann von uns geliefert werden.

Mittlerweile geht das Umdenken der Gastronomen auch ein bisschen in die Richtung zu verstehen, dass wir ihnen nicht ihre Kunden wegnehmen sondern im Gegenteil: Der Kunde, der sonst bei schlechtem Wetter nicht ins Restaurant kommt, der bestellt dann im Restaurant. Eine Art Zusatzgeschäft.

Am Anfang ist es natürlich schwer andere von sich zu überzeugen, aber es funktioniert, wenn man mit Feingefühl bei der Sache ist.

Ist Hamburg eine Gründermetropole? Was könnte die Stadt Hamburg besser machen?

In Berlin sind die Leute viel aufgeschlossener neuen Sachen gegenüber. In Hamburg sind die Leute inzwischen auch echt offen und bereit neue Dinge auszuprobieren. Sonst sagt man ja immer in Hamburg seien die Leute ein bisschen eigen aber das finde ich mittlerweile gar nicht mehr. Vor allem in Altona und Umgebung sind die Menschen sehr aufgeschlossen. Das kann man zum Beispiel auch beim Foodora sehen, der hier in der Schanze gestartet ist. Die Leute sind offen und gewillt Neues auszuprobieren.

Wurdest du von der Stadt Hamburg als Gründer unterstützt?

Nein, von der Stadt Hamburg wurde ich gar nicht unterstützt. Wir haben uns ausschließlich selbst finanziert. Natürlich hat der ein oder andere bei den Eltern nachgefragt und da haben wir ein bisschen Geld bekommen, das wir dann nach und nach abbezahlt haben, aber wir haben uns komplett eigen finanziert sind sind danach dann auch aus eigenen Mitteln gewachsen.

Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft. Wo siehst du dich mit eurem Startup in fünf Jahren?

Ich möchte nicht zu weit ausholen, aber auch nicht zu verlegen sein. Also wir sehen uns auf jeden Fall als einer der größten Konkurrenten für die beiden Big Player Deliveroo und Foodora, wo wir jetzt in Hamburg auch schon Markt mit abgegriffen haben. Wir sind auf jeden Fall am Ball und dabei weitere Städte anzugehen. Das ist am Anfang natürlich immer ein bisschen schwierig, wenn man sich komplett eigen finanziert. Deswegen sind wir momentan auch noch auf der Suche nach einem Investor, der da vielleicht auch nochmal ein bisschen Geld nachschießt, um das Ganze weiter zu skalieren. Und letztendlich sehen wir uns als einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für die beiden genanten Big Player, die man ja doch mittlerweile ganz gut kennt.

Welchen Tipp würdest du anderen Gründern geben?

Durchhalten. Gründen, machen und durchhalten. Und einfach mal probieren, denn man kann nichts falsch machen.

Wenn man von seiner Idee überzeugt ist, sollte man diese um jeden Preis voranbringen. Dann wird man letztlich auch Resultate verzeichnen können.

Ich sehe bei Freunden immer wieder, dass sie nach den ersten Hürden kurz vor dem Aufgeben stehen und sich schnell von ihrem Weg abbringen lassen. Das ist besonders dann schade, wenn die Idee richtig Potenzial hätte.

An dieser Stelle danken wir Moritz von Comamos ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel "GRÜNDERSTORY MIT MAXIMILIAN BOTH VON DER WECHSELPILOT GMBH - KUNDENZUFRIEDENHEIT ALS GESCHÄFTSMODELL"


Warum du das SEO deiner Website mit SEOCloud24 automatisieren solltest

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Es gibt eine Sache, die mir in den letzten 15 Jahren als SEO Experte immer wieder aufgefallen ist:

Erfolgreiche Gründer investieren in SEO

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Mit SEOCloud24 haben wir eine cloudbasierte Softwarelösung entwickelt, welche von uns über die letzten Jahre immer weiter optimiert wurde und in der neueste Technologie mit unserem Knowhow als SEO Experten vereint wird.

Was genau ist SEOCloud24?

Unsere Software ist die beste Online Marketing Lösung für jeden Unternehmer und Gründer, der eine Website betreibt und sich damit bei Google besser platzieren möchte.

Die richtigen Keywords finden

Besonders entscheidend für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen ist, mit welchen Keywords und Suchbegriffen man bei Google gefunden werden möchte. Welche Suchbegriffe geben potentzielle Kunden bei Google ein? Wonach suchen sie?

Nutze Artificial Intelligence für deine Suchmaschinenoptimierung

SEOCloud24 ist ein smartes Tool, das auf Basis von AI (Artificial Intelligence) vorschlägt, was an deiner Website verbessert werden kann und welche Inhalte im Detail sinnvoll sind. Die Schwarmintelligenz von vielen SEO Experten, die bei uns mit an Bord sind wird in SEOCloud24 gebündelt und macht dir Vorschläge für Keywords, die eine geringe Wettbewerbsdichte aber gleichzeitig ein hohes Suchvolumen bei Google haben.

Automatisierte Veröffentlichung von Content

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Für dich bedeutet das: Du musst nichts tun.

Kein Wordpress notwendig

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Im weiteren Schritt erstellen wird Links von anderen Websites auf deine Website. Das können zum Beispiel Foren, Blogkommentare oder aber auch Links von eigenen Portfoliowebsiten sein. Backlinks als Teil einer optimalen Suchmaschinenoptimierung sorgen dafür, dass die generierten Inhalte bei Google auf den vorderen Positionen erscheinen.

Erfolgskontrolle dank Ranking Monitoring

Als SEOCloud24 User hast die volle Erfolgskontrolle und kannst zusehen, wie sich das Ranking deiner Website entwickelt. Wenn du der Meinung bist, dass bestimmte Inhalte besonders gut ankommen und dich zum Erfolg bringen, gehen wir gerne darauf ein. Wenn du mehr Videos und Artikel platzieren möchtest, kannst du dies ganz umkompliziert auswählen. Dank unserer smarten AI ist die manuelle Bearbeitung aber in der Regel überhaupt nicht mehr notwendig.
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Gründerstory mit Kay Höppner von Pausenfudder - Onlineshop für vegane Snacks

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Stell dich bitte kurz vor. Was machst und was hast du bisher in deinem Leben so gemacht?

Ich bin Kay Höppner, 34 Jahre alt und habe die letzten Jahre als Groupier in der Spielbank Hamburg gearbeitet, wo ich nach wie vor in Teilzeit beschäftigt bin. Vor einem Jahr haben wir Pausenfudder gegründet und vor ungefähr einem Monat ging unser Onlineshop live.

Was genau ist Pausenfudder.de?

Pausenfudder ist einerseits ein klassischer Onlineshop, auf der anderen Seite versuchen wir an Unternehmen heranzutreten, die ihren Mitarbeitern unsere Produkte anbieten möchten.

Im Moment liegt allerdings der Fokus darauf, den Onlineshop zum Laufen zu bringen. Das heißt, das ist ein ganz klassischer Onlineshop, wo man in unserem Fall hauptsächlich vegane Snacks kaufen kann. Man kann sich die Snacks einzeln raussuchen, dann gibt es noch ein Abopaket und sog. Themenpakete. Wir bedienen dadurch verschiedene Situationen im Alltag,  zum Beispiel gibt es ein Paket, das heißt Frühstücksfudder, oder es heißt ein Paket Bürofudder. In den Paketen sind verschiedene Snacks, die zu den jeweiligen Angelegenheiten oder zu den jeweiligen Themen passen. Wenn man zum Beispiel wenig Zeit hat morgens, hat man immer mal einen Snack parat, der zum Frühstück passt.

Wie bist du auf diese Idee gekommen und welches Problem löst du damit?

Ich habe vor zwei Jahren meine Ernährung umgestellt und mich mehr mit dem Thema Ernährung beschäftigt und begonnen das umzusetzen. Ich habe einen anderen Ansatz zur Ernährung gefunden. Und ich habe festgestellt, gerade in unserem Unternehmen, wo ich viel nachts arbeite, sieht die Verpflegung sehr dürftig aus, wenn man etwas Gesundes essen möchte. Wir standen häufig vor den Snackautomaten und sind dann bei Studentenfutter hängengeblieben, weil das Angebot nicht mehr hergab.  Ich dachte mir, das könnte man irgendwie besser machen.

Wenn man durch die Deutschen Supermarktregale geht, gibt es zwar immer mehr Angebote von solchen Produkten aber meiner Meinung nach hängt Deutschland, was solche Produkte angeht, noch ein bisschen hinterher. Im Ausland gibt es häufig Produkte, die besser beworben werden als unsere eingestaubten Reformhausartikel. Ich dachte, dass man im Onlineshop sicher eine tolle Palette von Produkten anbieten kann.

Wer ist deine Konkurrenz und was unterscheidet dich von der Konkurrenz?

Es gibt bereits Angebote mit gesünderen Snacks, auch für Unternehmen. Da ist meistens kein Onlineshop angeschlossen, so dass der Endverbraucher sich den Riegel auch selber aussuchen kann. Das ist der erste Unterschied.

In Hamburg gibt es schon lange ein Unternehmen namens Snackbox. In fast jedem Unternehmen steht solch eine Snackbox.

Unsere Station ist optisch ansprechender und enthält natürlich andere Produkte mit besseren Nährwerten. Da kann Snickers nicht mithalten.

Wie lief bei dir der Gründungsprozess ab? Wie bist du von der Idee zum Produkt gekommen?

Das ist natürlich ein Prozess und bei mir hat er viel länger gedauert, als ich es ursprünglich gedacht hätte. Anfangs stand auch die Idee mit dem Onlineshop noch nicht. Ich hatte ursprünglich überlegt, einfach ein paar Unternehmen zu testen, ob überhaupt eine Nachfrage besteht für solche Produkte. Es ist allerdings dann doch schwer, Unternehmen etwas zu verkaufen. Die Akquise ist nicht ganz einfach.

Mein ursprüngliches Ziel war: Ich möchte irgendwas neben dem Job aufbauen, ein Nebengewerbe. Ich habe also ein Nebengewerbe angemeldet. Dann kam so langsam ein Plan, etwas Ähnliches wie einen Businessplan und dann ging das nach und nach immer so weiter.

Was sind aktuell deine größten Herausforderungen oder welche Herausforderungen hast du schon gemeistert?

Die letzten Monate war die größte Herausforderung, diesen Onlineshop auf die Beine zu stellen. Erst mal Produkte rauszusuchen, die wir auch als gut befinden und die wir attraktiv finden. Dann im Weiteren geht es darum den Onlineshop zu realisieren. Das ist im Moment auch immer noch ein kleines Problem, kleine Kinderkrankheiten sind immer noch da. Es müssen Produktbeschreibungen geschrieben werden und so weiter. Aktuell ist die größte Herausforderung natürlich die Neukundengewinnung. Das heißt wir versuchen Leute auf unsere Seite zu bekommen, die sich für das interessieren, was wir machen.

Du hast vorhin auch schon den Punkt Akquise angesprochen. Welche Marketingmaßnahmen nutzt ihr oder seid ihr jetzt viel B2B unterwegs und macht Kaltakquise?

Im Moment versuchen wir, unser Budget etwas zusammenzuhalten. Wir haben uns erstmal für Instagram entschieden, dass wir das als Plattform nutzen und das funktioniert jetzt nach ein paar Wochen ganz okay. Es ist bestimmt immer noch Luft nach oben, aber wir bekommen gutes Feedback und haben auch schon Kunden gewonnen und konnten auf dem Weg dann auch Verkäufe tätigen. Das ist im Moment unser Hauptweg der Akquise, wie wir auf Neukunden zugehen.

Wenn du dir mit deinem heutigen Kenntnisstand einen Tipp für die Gründung geben könntest, welcher wäre das?

Ich hätte wohl nicht so früh ein Gewerbe angemeldet, wie ich es getan habe. Ich habe das Gewerbe letztes Jahr im April angemeldet, weil ich nichts falsch machen wollte. Das war jetzt für mich allerdings von Nachteil, weil ich für letztes Jahr schon eine Steuererklärung machen musste und dadurch eigentlich nur Ausgaben hatte und überhaupt keine Einnahmen. Das war ein bisschen unglücklich mit der Gewerbeanmeldung.

Produkte würde ich wirklich erst kaufen, wenn man weiß, es geht demnächst los. Das war bei mir auch ein kleiner Fehler - nicht allzu groß, aber da würde ich wirklich warten bis zum letzten Moment, bis dann so ein Shop wirklich steht.

Werfen wir mal einen Blick in die Zukunft: Was wäre deine Wunschvorstellung, wie du Pausenfudder.de in fünf Jahren siehst?

Da ich eine junge Familie gegründet habe mit zwei kleinen Kindern und meiner Frau, die ebenfalls in der Spielbank arbeitet, wünsche ich mir kurzfristig, dass wir unsere Jobs immer mehr runterfahren können und mit Pausenfudder Geld verdienen.

In fünf Jahren wäre es natürlich schön, wenn das Unternehmen läuft, bis dahin wächst und wir zwei, drei Leute einstellen können und davon gut leben können. Das ist das Wunschziel.

Welche Charaktereigenschaft braucht ein Gründer, um durchzuhalten und erfolgreich zu sein?

Eine Art Passion für sein Business oder womit er sich selbständig machen möchte. Man muss wirklich dahinter stehen, ansonsten macht es keinen Spaß, sich damit zu beschäftigen. Gerade am Anfang muss man auch viele niedere Tätigkeiten machen und wenn man dann keinen Spaß an der Geschäftsidee hat, können sich die Tage unendlich lang anfühlen. Wenn man da nicht dahinter steht oder das nicht irgendwie doch interessant findet, was man tut, das ist man auf jeden Fall falsch am Platz.

Ein langer Atem, Durchhaltevermögen und ein bisschen Mut sollte man mitbringen. Und Freude am Lernen! Man muss einfach viel lernen, gerade so wie ich. Ich war bis jetzt immer nur Angestellter und habe mich mit solchen Themen nie auseinandergesetzt. Da lernt man eine Menge.

Du bist selbstfinanziert, habe ich jetzt herausgehört?

Ja, ich bin selbstfinanziert.

Wie siehst du Hamburg als Gründerstadt?

Dazu kann ich eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Man hört und liest immer nur, dass es hier viele neue Unternehmensgründungen gibt, davon kriege ich auch was mit. Ich selber habe mich mit dieser Szene aber nie auseinandergesetzt. Ich habe jetzt im Prinzip zwei Jobs und eine Familie, da war für viel anderes gar nicht so viel Zeit. Von daher bin ich nicht in der Szene involviert und habe mich damit auch noch nicht groß auseinandergesetzt. Hamburg an sich mag ich sehr gerne und wohne hier gerne, das kann ich sagen.

Hast du den Eindruck, dass die Startup Szene im Hamburg wächst? Hast du den Eindruck, dass man als Gründer in Hamburg gefördert wird?

Ich denke schon, dass die Startup Szene am Wachsen ist. Auch gerade in diesem Foodbereich, wo ich so ein bisschen mehr gelesen habe, gibt es in Hamburg definitiv viele junge Startups, die versuchen, Fuß zu fassen. Ob man unterstützt wird, kann ich nicht so genau beantworten. Es gibt Angebote und Unterstützung von der Handelskammer, die ich teilweise in Anspruch genommen habe. Das hat mir gerade in der ersten Gründungsphase sehr geholfen.

Von der Handelskammer kann man sich zum Beispiel einen sog. Wirtschaftssenioren zuteilen lassen, der sich im besten Fall in dem Bereich, in dem man sich selbstständig machen möchte auskennt. Man erhält dadurch neue Einblicke und jemanden, der der Geschäftsidee ein bisschen auf den Zahn fühlt. Das hat mir am Anfang auch geholfen.

Würdest du grundsätzlich Gründern raten, sich von außerhalb Hilfe zu holen?

Das kommt drauf an, wie selbstsicher man ist oder wie viel Knowhow man auf dem Feld selber hat. Generell würde ich sagen ja. Gerade wenn es jetzt sowas ist wie die Wirtschaftssenioren von der Handelskammer sind. Man bekommt für kleines Geld einen zweiten Blick, das hilft auf jeden Fall weiter.

Vielen Dank an Kay Höppner von Pausenfudder.de für das Interview!
 
In unseren Gründer Stories findest du weitere spannende Interviews mit Startups
 
Was war deine größte Herauforderung in der Gründungsphase? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar! 


SEOCloud24 - Die Cloudlösung für deine Suchmaschinenoptimierung mit kostenloser Analyse

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Was ist SEO Cloud 24?

SEOCloud24 ist der Name der Startup Studio Softwarelösung auf Basis von Cloud Technologie.

Unsere Softwarelösung ermöglicht dem Benutzer die Suchmaschinenoptimierung komplett zu automatisieren.

Kostenlose SEO Analyse

Auf seocloud24.de kannst du, ganz ohne technisches Vorwissen, eine kostenlose SEO Analyse durchführen lassen. Die Software prüft unter anderem, wie es um die externen Faktoren deiner Website steht und den technischen Background steht, der die Auffindbarkeit bei Google maßgeblich beeinflusst. Das Ergebnis der SEO Analyse ist völlig kostenlos und gibt auf Basis unserer 15jährigen Erfahrung in der SEO Optimierung Aufschluss darüber, ob und welche Optimierungen an deiner Website notwendig sind. Darüber hinaus ist das Ergebnis deiner individuellen SEO Analyse die Basis für unser weiteres Vorgehen.

Unterstützung durch unsere Wordpress und Linkbuilder Experten

Im Anschluss kannst du dich also entscheiden, ob du unsere Handlungsempfehlungen selber umsetzt oder ob du für die notwendigen Aufgaben (z.B. Optimierung der Website, Aufbau von Backlinks, Generieren von Content) auf unsere Unterstützung zurückgreifen möchtest.
Wenn du dich nach deiner kostenlosen SEO Analyse für unsere Softwarelösung SEOCloud24 entscheidest, musst du dich nicht mehr um die Suchmaschinenoptimierung und das Online Marketing deiner Website kümmern.
Hinter der Softwarelösung, die beim Veröffentlichen von Artikeln oder der Onpage Optimierung unterstützt, steht das Startup Studio Team. Wir stehen dir jederzeit in allen Fragen rund um die Software sowie zum Online Marketing zur Seite. Unsere erfahrenen Linkbuilder stehen dir zur Verfügung, um für organische Linkstruktur zu sorgen und dein Ranking dadurch nachhaltig zu verbessern. Wir generieren Content in Form von relevanten, suchmaschinenoptimierten Ratgebern oder Blogtexten, die direkt auf deiner Website veröffentlicht werden können. Für diese Beiträge werden ebenfalls themenrelevante Backlinks generiert.
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Wenn du mehr von uns erfahren möchtest, schau dir gerne auch unsere Blogbeiträge zum Thema SEO an. Im Beitrag "Keywords, Texte und Links für SEO" erfährst du, was SEO Texte wirklich wert sind und warum eine Mischung aus verschiedenen SEO Methoden sinnvoll ist.


Gründerstory mit Sabrina Beck von der geschenke.de GmbH - Geschenke aus Hamburg

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Sabrina, stell dich uns doch einmal kurz vor. Wer bist und? Was machst du? Und was hast du bisher in deinem Leben getan?

Ich bin Sabrina, bin die Geschäftsführerin und Gründerin von Geschenke.de. Vorher habe ich verschiedene Stationen durchgegangen. Ich habe International Business mit Schwerpunkt Marketing studiert und habe dann ein Tranieeprogramm bei Quelle im Bereich Online Marketing absolviert, was mir sehr gut gefallen hat. Dort habe ich gelernt, performanceorientiert zu arbeiten und ich fand es toll, dass man Google Kampagnen online stellen konnte, die Ergebnisse gleich gesehen hat und habe mich deswegen auf einer ähnlichen Stelle bei Parship beworben. Die letzten sechs Jahre habe ich bei Parship gearbeitet. Einmal im Kooperationsmanagement und dann einmal innerhalb von Parship aus ein Startup gegründet (eine Datingplattform für eine spezielle Zielgruppe). Drei Jahre habe ich dann noch einen Teil des internationalen Portfolios verantwortet und dadurch verschiedene Kulturen kennengelernt.

Was machst du jetzt?

Ich habe vor zweieinhalb Jahren Geschenke.de gegründet mit meinem Mitgründer Jörg Fischer. Geschenke.de sagt ja schon mal recht viel mit seiner gigantischen Domain.

Wir verkaufen Geschenke und lösen das Bedürfnis der Kunden nach der einfachen Suche für das perfekte Geschenk. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die zentrale Marke rund um Geschenke aufzubauen, die es bis dato so noch nicht in Deutschland gibt.

Zu welchen Zeiten des Jahres habt ihr den meisten Traffic auf der Webseite?

Auf jeden Fall zu Weihnachten. Zum Glück gibt es aber auch im Durchschnitt 222000 Geburtstage pro Tag. Also wir haben unterjährig auch noch ordentlich Traffic, nutzen natürlich auch Muttertag und Valentinstag oder die Hochzeitssaison für unser Geschäft. Aber den Peak kann man sich nicht wegdenken. Das ist wirklich Weihnachten!

Was hat dich oder euch motiviert, die Firma zu gründen? Und wir habt ihr euch im Allgemeinen auf die Gründung auch vorbereitet?

Es war keine geplante Gründung. Wir haben Hanseventures kennengelernt, unsere Company-Builder. Mit dem haben wir uns verschiedene Märkte angeschaut und sind relativ kurzfristig und klar auf dem Geschenkemarkt hängengeblieben. Wir fanden das unglaublich spannend, stark fragmentiert und ich selbst kenne das aus meiner privaten Umgebung: Alle meine Freunde und Familienmitglieder haben im August Geburtstag. Insgesamt bin ich sehr kreativ, so dass mir doch immer ein Geschenk einfällt. Aber irgendwann hatte ich auch keine Ideen mehr und habe nach Lösungen im Internet gesucht. Ich war aber relativ enttäuscht und dachte mir: „Hey, das muss doch irgendwie besser gehen“. Und ich behaupte, wir haben es mit Geschenke.de besser gemacht und haben aufgrund dessen gegründet. Wie der Zufall es wollte, hat gleichzeitig auch Hanseventures damals mit dem Domaininhaber von Geschenke.de gesprochen und so hat sich unser Startup zusammen konzipiert. Irgendwie sollte es so sein, fand ich. Und ich hatte schon immer unternehmerisches Denken und Handeln und hatte da auch Bock drauf, mein Herzblut reinzustecken.

Und wie man sich drauf vorbereitet hat? Gar nicht. Ich glaube, es war auch ganz gut so. Also erstens habe ich einen starken Gründungspartner an meiner Seite. Ich hätte es nie alleine gemacht. Das war mir schon ganz wichtig. Ich habe einen Company-Builder an meiner Seite, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber:

Eine gewisse Naivität gehört einfach dazu, um die Sachen einfach anzupacken.

Denn wenn man genau weiß, was auf einen zukommt, überlegt man sich das vielleicht noch mal dreimal, ob man das wirklich machen möchte.

Würdest du anderen Gründern empfehlen, einen starken Gründungspartner zu haben bzw. jemanden, der sie unterstützt und berät?

Auf jeden Fall meiner Meinung nach. Ich bin kein Gründer frisch aus der Uni oder frisch aus dem Abi. Ich habe ja wirklich jahrelange Berufserfahrung, aber meiner Meinung nach ist es schwer, wirklich alle Bereiche abzudecken. Und es gibt einfach schöne Tage wie auch schlechte Tage. Da hilft es einen Sparringpartner auf Augenhöhe zu haben. Perfekt wäre natürlich, wenn derjenige das abdeckt, wo man selber nicht ganz so stark ist. Je größer das Unternehmen wird, desto eher werden das die Gesellschafter auch fordern, denn es kann ja nicht sein, dass ein Unternehmen von einer Person abhängig gemacht wird.

Sollte man sich hauptsächlich auf seine Stärken fokussieren statt auf seine Schwächen?

Absolut. Das sagen wir auch unseren Mitarbeitern. Piekt euren Finger nicht die Wunde, wo die Schwächen sind, sondern versucht doch, die Stärken des Mitarbeiters heraus zu kristallisieren und darauf aufzubauen. Und genauso sollten wir das im Gründerteam auch tun. Weder Jörg noch ich sind uns nicht zu fein, zu sagen: „Das liegt mir nicht. Mach du das bitte“. Also wir machen das, was dem Unternehmen guttut.

Ist Geschenke.de auf der Suche nach der Lösung deines eigenen Bedürfnisses entstanden, richtig? Oder weil ihr erkannt habt, dass es einen Markt gibt?

Sowohl als auch. Wir haben einen Markt-Research gemacht und sind auf den Geschenkemarkt gestoßen. Und dann war natürlich im Hinterkopf: „Hey, das Problem hatte ich ja auch schon diverse Male." Und so hat es sich eigentlich nur bestätigt, dort wirklich genauer reinzugehen.

Welche, welche Hürden gab es bei dem Gründungsprozess? Gab es überhaupt welche?

Am Anfang ehrlicherweise nicht. Der Gründungsprozess war relativ smooth. Es lief alles gut - so gut, dass wir eher schon Angst hatten, das kann ja nicht alles super laufen.

Wir haben eine starke Domain bekommen, die sehr gefragt war am Markt. Wir hatten von Anfang an relativ schnell Gründungskapital. Wir sind mit einem achtköpfigen Team gestartet, relativ groß für den Anfang. Wir wollten aber in kurzer Zeit relativ schnell wachsen. Da lief eigentlich alles sehr gut über die Bühne.

Lag der gute Start darin begründet, dass ihr die richtigen Partner an der Seite hattet und relativ schnell finanziert wurdet?

Genau, richtig.

Worauf habt ihr euch denn die ersten, oder du vor allem, die ersten sechs Monate konzentriert, während der Gründung? Was war das, womit ihr euch am meisten beschäftigt habt?

Wir haben den Markt kennengelernt. Wir wollten ihn verstehen. Ich selbst habe ja jahrelang im Bereich Dating gearbeitet und kannte den E-Commerce-Markt und den Geschenkebereich nicht. Wir sind sehr umtriebig und wissbegierig, haben uns natürlich den Markt ganz genau angeguckt, haben mit vielen Mitstreitern gesprochen und wollten wissen, welche Produkte funktionieren. Wir sind als Affiliate Plattform gestartet und haben uns relativ schnell zu einem E-Commerce-Shop entwickelt und haben uns so natürlich in der kurzen Laufzeit schnell viel Wissen aneignen müssen. Daneben haben wir auch noch von Anfang mit TV gestartet, weil wir wissen, dass man eben eine Präsenz mit TV eben aufbauen kann. Geschenke sind ein emotionales Thema. Die Domain bleibt in den Köpfen hängen, schafft Vertrauen. Das war natürlich ideal um damit zu starten.

Wir haben relativ am Anfang, also nach einem Dreiviertel Jahr, einen Server übernommen, die design3000. Das war einer der größten und ältesten E-Commerce-Shops für Designprodukte. Das war genau der richtige Weg, weil wir so relativ schnell mit Geschenke.de die ganze E-Commerce-Infrastruktur übernehmen konnten und wir uns dadurch zu einem E-Commerce-Shop entwickeln konnten. Trotzdem muss ich sagen, für so ein kleines Team war das schon eine Herausforderung, einen solchen Zusammenschluss zu stemmen.

Ihr seid als Affiliate Plattform gestartet. War das auch der Grundgedanke oder gehörte das zum strategischen Aufbau vom Geschenke.de?

Das war der strategische Aufbau. Wir wollten uns die Zeit nehmen den Markt erst mal kennen zu lernen um uns dann, wenn wir uns dafür gestärkt fühlen, zum E-Commerce-Shop zu entwickeln.

Wenn du dir selber mit deinem heutigen Kenntnisstand nochmal einen Rat geben könntest bzw. wenn du jetzt in der Zeit zurückreisen könntest, welchen Rat würdest du dir geben?

Im Prinzip würde ich sagen: Nicht zu viel nachdenken. Einfach machen. Einfach loslegen. Fehler dürfen passieren. Einfach ausprobieren, machen und entweder den Weg weiterverfolgen oder einen anderen Weg ausprobieren.  Ich würde rückblickend nicht viel anders machen. Es ist immer leicht gesagt, was man hätte anders machen können, wenn man es im Nachhinein weiß. Und vorher weiß man es einfach nicht. Ich glaube, die Dinge gehören dazu, um auch zu lernen. Was auch viele nicht wissen ist, dass auch wenn Jörg und ich das Unternehmen führen, nicht alle Entscheidungen von uns abhängig sind. Auch wir sind getrieben vom Markt oder von unseren Gesellschaftern und müssen die Dinge manchmal so hinnehmen und weitermachen.

Welche Charaktereigenschaften brauchen Gründer?

Gründer müssen eine gewisse Stärke beweisen. Sie dürfen nicht alles an sich heranlassen, brauchen aber gleichzeitig auch eine gewisse Sensibilität dem Team und Partner gegenüber. Viele Menschen können nicht nachvollziehen, wie die Uhr in der Startup-Welt wirklich tickt.

Man sollte sich zum Beispiel nicht zu schade sein, die Pakete selber zu packen. Das tun wir auch, wenn Not am Mann ist und wir niemanden haben - dann müssen wir selber mit anpacken. Auch jetzt nach zweieinhalb  Jahren packen wir noch Pakete. Das sollte jetzt nicht mehr so oft vorkommen, denn die Prozesse und Strukturen sollten wir jetzt im Griff haben. Aber unser Startup ist von den Bereichen her ganz schlank gehalten. Wir können es uns nicht leisten, die Stellen alle doppelt oder dreifach zu besetzen. Es kann passieren, dass jemand einfach mal für vier Wochen ausfällt und da müssen wir halt in der Lage sein, die Stelle mit uns selbst abzudecken oder einen anderen Mitarbeiter an die Aufgabe zu setzen. Wichtig ist auch dem Team beizubringen, dass keine Position im Team eine Strafe ist. Alles gehört dazu und jede Position sollte auch gewertschätzt werden.

Ich habe mal eine Woche unseren Kundenservice gemacht und erinnere mich, wie viel ich dabei aufgenommen habe; was an Kundenbeschwerden oftmals reinkam. Der Kunde ruft leider selten an um dich zu loben. Wenn ich dann gemerkt habe: „Hey, die Beschwerde habe ich jetzt schon sechsmal in drei Tagen gehört." dann dachte ich, dass wir das doch ändern können müssen und uns optimieren sollten. Wenn man jahrelang im Kundenservice arbeitet, wird man betriebsblind. Dann hilft es, wenn man manchmal mit einem anderen Augenwinkel draufschaut und sich das genauer anguckt.

Was war denn das Beste, was euch in der Gründungsphase passiert ist?

Ich würde sagen das Team. Ich habe vor zweieinhalb Jahren zum Jörg gesagt: „Wer will denn eigentlich für Geschenke.de arbeiten?“ Ich kannte ja noch die Bewerbungsflut bei Parship, aber das ist einfach eine bekannte Marke. Jeder kennt Parship und arbeitet gerne für Parship. Aber bei Geschenke.de war ich mir sehr unsicher. Und wir kriegen unglaublich tolle Bewerbungen und haben ein unfassbar tolles Team eingestellt, die ja maßgeblich beteiligt sind an dem Erfolg von Geschenke.de.

Wo siehst du euer Startup  in fünf Jahren? Gibt es konkrete Zahlen, die ihr erreichen wollt?

Wir haben natürlich langfristige Zahlen im Kopf, aber ich glaube, erst mal unsere kurzfristigen Ziele zu erreichen, ist schon wichtig. Wir wollen auf kurzer oder mittelfristiger Sicht mit dem Unternehmen profitabel werden. Wir haben uns jetzt vom Affiliate zum E-Commerce entwickelt. Wir haben einen E-Commerce-Shop übernommen. Wir haben im letzten Jahr die Prozesse adaptiert und angepasst. Wir arbeiten ganz stark auf den KPIs, dass alles exakt stimmt und dass wir dann eben skalieren können. Wir sind da sehr vorsichtig. Wir wollen nicht einfach blind wachsen, sondern wollen ein Gerüst aufbauen, dass dann auch wirklich stabil bleibt, wenn wir skalieren.

Tut die Stadt Hamburg Gutes für Gründer und unterstützt diese? Wie hast du das wahrgenommen?

Ich würde behaupten, dass die Hamburger Startup Szene immer größer und lebendiger wird. Es gibt immer mehr Veranstaltungen für Startups und Gründer und es gibt einen Austausch untereinander. Ich habe sowieso einen Austausch durch unseren Company-Builder, wo verschiedene Startups innerhalb von Hamburg sowie vernetzt sind. Auch für Gründerinnen wird sehr viel getan. Man will ja Gründerinnen immer mehr sichtbar machen und da gibt es auch in Hamburg inzwischen genug Startups, die Gründerinnen mehr an die Bildfläche bringen möchten.

Gibt es etwas, das die Stadt Hamburg noch tun kann? Oder hat dir irgendwas gefehlt?

Gründer beschäftigt ja häufig die Frage nach dem Kapitalgeber: Wie kommt man an Kapitalgeber ran? Wie kann man eine bestimmte an Investition eben stemmen? Alles, was an Finanzierung hilft, um das Startup am Ende zu skalieren - ist natürlich für jedes Startup sehr hilfreich.

Ist Hamburg für dich eine ausschlaggebende Gründerstadt? Bist du wegen der Gründung nach Hamburg gekommen?

Ehrlicherweise nein. Die Liebe zu Parship hat mich geholt. Aber mein Gründer ist Hamburger und Hamburg ist eine traumhafte Stadt. Wir sitzen direkt gegenüber von der Elbphilharmonie und haben zur Startup Szene viel Kontakt. Hier sitzt der Company-Builder, also alles Daumen hoch für Hamburg.

Es war der richtige Weg in Hamburg zu starten.

Auf welchen Events kann man euch denn in Hamburg kennenlernen?

Wir sind natürlich bei Events von Hanseventures dabei. Ansonsten sind wir da, wo wir denken, dass dort viele Gründer sind, mit denen wir uns vernetzen möchten. Und natürlich die Onlinemarke Rockstars, weil das sowohl für den Bereich Marketing sehr wichtig für uns ist, aber auch für den Austausch, das Networking.

Was würdest du einem Gründer, der gerade am Anfang steht, empfehlen?

Ich würde immer zu zweit gründen und auf jeden Fall einen starken Partner an meiner Seite haben wollen, der auf Augenhöhe ist. Das halte ich für ganz wichtig. Dann würde ich mir ein Produkt oder ein Geschäftsmodell aussuchen, wo ich wirklich dahinterstehe und dafür wirklich lebe, denn man denkt einfach 24 Stunden an dieses Unternehmen und ist jederzeit damit beschäftigt. Ich würde auch immer mit ein bisschen Naivität rangehen, weil man gar nicht immer alles wissen muss, was kommt. Einfach mal machen! Bei uns testen wir gerade zum Beispiel das Bundling. Dazu stelle ich erst mal vier Produkte online und prüfe, ob überhaupt Bundles gekauft werden. Also man fängt mit kleinen Schritten an, testet, funktioniert? Und wenn man sieht, okay, die Tendenz ist positiv, dann mache ich erst weiter. Ansonsten geht es zum nächstes Thema.

Das sind eigentlich die drei Punkte, die ich für wichtig halte und die ich anderen Gründern gerne mit auf den Weg geben möchte.

Vielen Dank an Sabrina Beck von der geschenke.de GmbH!
 
In unseren Gründer Stories findet ihr weitere spannende Interviews mit Startups
 
Was würdest du Gründern und Startups empfehlen? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar! 


Gründerstory mit Kjell Ole Kröger und Tom Leppin von der REOS GmbH - Betriebssystem für Immobilien

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Erzählt uns bitte wer ihr seid und was ihr tut.

Tom: Wir sind Kjell und Tom von der REOS GmbH in Hamburg direkt an der Elbe und haben hier gerade vor zwei Monaten unsere neuen Loft-Räume bezogen und sind super happy, angekommen zu sein in der digitalen Stadt Hamburg. REOS ist übrigens das erste Betriebssystem für Immobilien.

Wir kommen aus dem Bereich der Projektentwicklung des Bauens - wir bauen also eigentlich Häuser. Irgendwann sind wir an den Punkt gekommen, wo uns klar wurde, dass man so ein Haus eventuell auch mal selber betreiben muss. Also selber vermieten und bewirtschaften und es hat sich ergeben, dass dieses Haus ein Studentenwohnheim in Berlin ist, wo 172 Studenten wohnen. Und jetzt sitzen wir alle in Hamburg. Und da gingen schon die ersten Fragen bei uns los: Wie machen wir das denn eigentlich? Also aus unserer eigenen Problemlösung heraus: Wie lösen wir diese Themen? Wer macht jetzt eigentlich diese 300 Besichtigungen, wer macht 172 Schlüsselübergaben und 172 Mietverträge? Wie kommen die Leute da rein? wie machen wir das alles? Dann haben wir uns umgeschaut und uns gefragt: Wo kriegen wir denn eine digitale Haussteuerung her?

Das war unsere erste Idee. Sind wir auf den Markt gegangen, haben geguckt, was gibt es da und haben nach mehreren Wochen Research festgestellt, dass es so etwas gar nicht gibt.

Es war einfach relativ schnell klar, wir müssen selber ran und uns Lösungen überlegen. Immer nur in dem Fokus eine Lösung für unser eigenes Projekt zu schaffen. Auf der Suche nach Hardwarekomponenten haben wir in der Planungsphase mit verschiedensten Herstellern gesprochen. Das fing beim Wasserzähler an und ging bis hin zu einer Paketstation mit Klingelanlage. Also all das, wo sonst jemand hinfahren muss und irgendwas vor Ort selber händisch tun muss. Wir haben uns dabei immer gefragt: Gibt es da nicht irgendwas Digitales? Ich habe, glaube ich, meine Architekten in den Wahnsinn getrieben mit der Frage, wie ich da ein Internetkabel reinkriege. Wir wurden immer gefragt, warum wir das brauchen. Heute haben sie es verstanden und sind sehr glücklich, dass sie Teil dieses Prozesses waren. Und für uns war es am Anfang wirklich die Situation, dass wir für uns eine Lösung schaffen wollten.

Da hatten wir noch nicht die Idee, dass es irgendwann mal REOS geben wird. Es gab auch noch keine Ansätze dazu. Wir tauschten uns natürlich mit Kollegen ganz stark aus. Also auch aus der Baubranche und irgendwann fiel dann auch bei uns der Groschen. Wir haben immer wieder davon erzählt, was wir da machen und welche Ideen wir da verfolgen und welche Komponenten wir da einsetzen. Und wenn man das zwanzigste Mal von den Kollegen angesprochen wird, die sagen: "Hey, das ist toll, das brauche ich auch, könnt ihr..." Dann war bei uns irgendwann mal der Groschen gefallen: Okay, vielleicht haben wir da ein Problem angesprochen, was nicht nur uns alleine betrifft, sondern auch viele andere. Das war dann der Moment, wo wir uns zusammengesetzt haben und da würde ich jetzt einmal die Geschichte an Kjell übergeben, weil er damit ins Spiel kam. Er hat einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen, dass REOS gegründet wurde bzw. dass REOS als Idee entstanden ist. Der Gedanke dahinter war: Was muss passieren, damit ein Mieter oder Hausverwalter die Hardwarekomponenten steuern kann, die bisher nur ein Fachinformatiker über ein Konsole bedienen konnte?

Wo steht denn REOS gerade heute?

Kjell: Wir haben nun unser fertiges Produkt und haben Anfang Mai unsere Version 0.9 intern gelauncht an einen engen Kreis von Interessenten und Kunden. Unsere Software funktioniert, sieht aber vielleicht noch nicht so sexy aus. Wir sind gerade dabei die Oberflächen final zu designen und auch die Bedien- und Nutzbarkeit der einzelnen Funktionen nochmal zu überdenken. Wir sind am Endschliff und dabei, die Software bei unseren Kunden zu integrieren. Wir haben jetzt die ersten Aufträge bekommen, wo wir gerade damit beschäftigt sind, Hardware in die Gebäude zu implementieren und dann die Software daraufzusetzen.  

Tom: REOS ist eine Software, genauer gesagt eine Servicelösung. Eine cloudbasierte Software, die wir den Eigentümern, den Hausverwaltern, Asset Managern und allen großen Bestandshaltern zur Verfügung stellen. REOS besteht aus drei Modulen. Am Ende kann man sich das so vorstellen, dass wir es als erstes geschafft haben Hardwareintegration in jede Immobilie reinzubringen. Auch in Bestandsimmobilien kann REOS einfach nachgerüstet werden. Es müssen also keine Wände aufgerissen werden um digitale Zähler oder Ähnliches in Immobilien zu bekommen.

Die Daten aus der Immobilie kommen das erste Mal in Echtzeit in unsere Cloudinfrastruktur. Wir sind auch in der Lage darüber Komponenten in der Immobilie aktiv zu steuern. Zum Beispiel den Namen am Klingelschild zu ändern oder Ähnliches. Auf dieser Cloudstruktur sitzen dann zwei Portale oben drauf. Auf der einen Seite für den Mieter, der sein Mieter-Serviceportal darüber hat. Der darüber den Mietervertrag das erste Mal digital unterschreiben kann und digital abschließen kann und der seine Verbrauchsdaten in Echtzeit sieht. Der Mieter kann eine Nachricht bekommen, wenn ein neues Paket in der Paketstation abgegeben wurde. Er erhält dann eine Art Pushnachricht mit dem Abholcode auf das Handy. Wenn zum Beispiel der Aufzug defekt ist, bekommt man eine proaktive Information aus dem System heraus. Also es gibt einmal das Mieterportal und die Mieter App dazu. Und auf der anderen Seite das zweite Portal ist das Verwalterportal, das man sich wie eine klassische Hausverwaltungssoftware vorstellen kann, nur als webbasierte Lösung. Mit dem ganz großen Unterschied, dass im Gegensatz zur klassischen Hausverwaltungssoftware hier jetzt alle Daten automatisch in die Immobilie reinlaufen.

Im Herbst oder am Ende des Jahres erhält man ja meist die Nebenkostenrechnung vom Vorjahr. Das heißt, in Deutschland dauert es aktuell gerade mal ungefähr zwölf Monate, bis die Werte des Wasserzählers am Ende über viele Umwege (über den Vermieter, über den Ablesedienst, über die Hausverwaltung) zum Mieter kommen. Bei uns ist das Ganze am 1. Januar auf Knopfdruck fertig.

Hamed: Erzählt uns doch bitte, wie genau die Gründung bei euch stattgefunden hat. Vor allem auch für die, die sich jetzt auch der Gründungsphase befinden.

Du hast vorhin erzählt, dass irgendwann dieser Groschen gefallen ist. Wie vorbereitet wart ihr, bevor der Groschen gefallen ist?

Kjell: Wie vorbereitet waren wir vorher schon?  

Tom: Gar nicht.

Kjell: Also wie Tom eben schon gesagt hat, ist REOS aus einem Paine entstanden. Also wir haben eine Lösung für uns selber gesucht. Als wir festgestellt haben: Okay, der Markt schreit danach und möchte diese Lösung auch haben, haben wir angefangen uns zu positionieren und uns Zielgruppen zurechtgelegt und geschaut, was die Anforderungen sind. Was muss das Produkt noch können? Tom und ich kommen beide auch ursprünglich aus der Beratung. Das heißt, wir sind mit Prozessoptimierung auch vertraut. Und haben angefangen wirklich jeden einzelnen Prozess der da geschieht aufzuzeichnen. Wie Tom schon sagte: Wir haben wirklich weiße Blätter auf seinem Küchentisch gehabt und haben alles vollgekritzelt was irgendwie ging. Von A bis Z haben wir jeden einzelnen Prozess aufgemalt. Nochmal darüber nachgedacht. Wir sind nach Hause gefahren, haben geschlafen, und haben wieder weitergemacht.

Wie lang ging diese Phase ungefähr?  

Kjell: Das waren so drei vier Wochen.  

Tom: Ja, das waren schon mehrere Wochen. Wir haben uns immer wieder an die Themen gesetzt, uns hineingedacht und es kommt auch heute noch ständig etwas dazu. Dieser Prozess ist laufend. Wir haben da noch keinen Abschluss. Uns fällt ständig noch etwas ein was wir gerne integrieren möchten. Aber es ist dann auch irgendwann wichtig eine Basis zu haben und diese dann erst mal aufzubauen. Nach drei bis vier Wochen ungefähr hatten wir dann unser Kernprodukt, mit dem wir anfangen wollten.

Dann hattet ihr euer Konzept festgelegt? Wie ging es dann weiter?  

Tom: Es klingt total abgedroschen, aber man muss das Rad nicht neu erfinden. Wenn man sich in dieser Phase befindet, kann ich nur raten: Nehmt euch einfach einen Standard-Business-Plan, da sind die Topics drin, die man beantworten muss, die Fragen die man sich stellen muss. Was ist mein Produkt? Was sind meine Alleinstellungsmerkmale? Wer sind meine Zielgruppen? Wie finanziere ich mein Business? Wie kann ich erklären und pitchen? Versteht jeder den Mehrwert unseres Produkts?
Wenn man sich diese Fragen mal in Stichpunkten beantwortet und zu jedem Punkt irgendwie was aufschreiben kann, ist man, glaube ich, schon auf einem guten Weg.

Kjell: Also es gibt ja diesen guten Satz: "Eine gute Idee erklärt sich in wenigen Sätzen". Das war bei uns tatsächlich relativ schwer. Also wir haben erkannt, dass es eine Top-Idee ist. Aber Tom hat eben ja versucht REOS mal kurz zu skizzieren. Das ist bei uns tatsächlich nicht in wenigen Sätzen zu erklären.

Wir haben unsere Prozesse aufgemalt und versucht sie dann runterzubrechen auf den Kern. Das ist unglaublich schwierig gewesen.  

Aber als wir es geschafft haben, war klar, dass wir damit an den Start gehen würden. Damit wollten wir eine Gesellschaft gründen weil wir sehen, dass hier ein Business-Case vorhanden ist. 

Hamed: Das ist eine Schwierigkeit, die viele Gründer auch bei uns haben. Der berühmte Elevator-Pitch, dass man in elf Sekunden der Person klar machen kann, was man will und wo man hinmöchte.
Wir stellen uns das mal vor: Ihr habt jetzt drei, vier Wochen am Küchentisch gearbeitet, habt jetzt ein Konzept festgelegt, Business-Plan steht auch:

Wie ging es für euch nach der Konzeption weiter? Wie seid ihr dann im nächsten Schritt vorgegangen, um zum fertigen Produkt zu kommen?

Tom: Also der nächste Schritt war tatsächlich die Ausformulierung. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, sich dafür Zeit zu nehmen. Also, dass man wirklich den Business-Plan noch gar nicht in seiner epischen Tiefe schreibt sondern eher pragmatisch: Wie geht es hier los, was sind jetzt die nächsten Schritte.

Man muss auch nicht für alles eine Lösung haben. Man muss nur wissen, dass es ein Problem gibt, das gelöst werden muss.

Man sollte das Problem deutlich identifizieren können. Man braucht bei der Gründung auch nicht schon eine fertige Lösung. Ich glaube, ein Investor versteht auch, wenn dasteht: Es muss noch eine App gebaut werden, eine Front-App gebaut werden, dann sollte das für diesen Moment erst einmal genug an Input sein. Der Gründer muss auch nicht schon irgendwie einen MPP haben; er muss noch keine fertige App haben. Sondern es reicht völlig, wenn man weiß: Das ist das Problem, das sind die Lösungen, das sind die Mehrwerte dafür. Dann kann man erst einmal rausgehen und mit Leuten sprechen, weil man dadurch ein ganz wertvolles Feedback erhält. Ich habe bei vielen Gründern beobachtet, dass sie sich schon komplett verzetteln, schon an dem Produkt bauen und denken, sie müssten erst mal bestimmte Dinge fertig haben. Nein. Es reicht wirklich ein Ziel mit zehn Seiten, mit den wichtigsten Punkten. Viel wichtiger ist es ganz klar benennen zu können was das Problem ist und welche Lösungen dafür angeboten werden können.

Kjell: Genau. Und geht vor allem auch raus und redet über das Produkt! Redet über die Idee, testet sie, erzählt es auch der Familie oder den Freunden. Das ist ein wichtiger Punkt. Einfach mal das Problem zu schildern, das existiert und welche Lösung sich daraus ableiten lässt. Man bekommt vielleicht eine Menge kritische Fragen, aber das ist ja auch so ein bisschen typisch Deutsches Verhalten. Erstmal kritisch und zweifelnd. Wenn man diese Argumente dann sammelt und merkt, dass man wirklich jedes einzelne Argument davon mit einer guten Antwort oder Lösung wegradieren kann, dann hat man, glaube ich, einen sehr, sehr guten Weg eingeschlagen. Und wahrscheinlich auch ein Produkt was erfolgreich sein kann. 

Dann würdet ihr das als Phase bezeichnen, in der ihr einfach diese Idee in die Welt posaunt habt? 

Tom: Ja.  

Was war dann der krönende Abschluss dieser Phase? Was das dann die Finanzierungsrunde, oder wo seht ihr diese Phase Zwei beendet? 

Kjell: Den krönenden Abschluss sehe ich noch vor uns. 

Was ist dann Phase Vier und Fünf?

Kjell: Ich glaube, wenn wir zufrieden wären an irgendeinem Punkt, der bisher schon eingetreten ist, dann wären wir, glaube ich, nicht unbedingt geeignet. Es gibt Etappen, wo man sich freut, aber man kann sich nur kurz drüber freuen, weil es dann sofort weiter geht. Und da sind wir, glaube ich, auch einstimmig, dass wir Etappenziele auch feiern können und uns darüber freuen. Aber dass wir eben auch das große Ganze verfolgen und damit natürlich deutlich weiterkommen wollen, als das, was wir bisher geschaffen haben. 

Tom: Ja. Aber wenn du nach Meilensteinen fragst, natürlich, die gab es und die haben wir sehr genossen. Die wichtigsten Meilensteine waren dann tatsächlich auch eine relativ schnelle Gründung der GmbH, der Abschluss der Finanzierungsrunde, ein neues Büro beziehen, einrichten und darin ankommen. Die erste Eröffnungsparty im Büro zu schmeißen, das war ein ganz intensiver Moment.

Kjell: Und das Team zusammenstellen.

Tom: Genau, das Team zusammenstellen bzw. die Leute die dann daran arbeiten, die mit uns gemeinsam auch diese Reise gehen. Das ist ein ganz, ganz toller Moment gewesen.  

Kjell: Das erste Mal deine App öffnen!

Tom: Genau. Das erste Mal die eigene App sehen. 

Kjell: Das ist der größte Meilenstein!

Tom: Das erste Mal über die App Verbrauchsdaten aus den Zählern in Realtime in meinen Oberflächen ankommen zu sehen. Zu erkennen: Der Durchbruch ist geschafft von der Hardware hin zur Software. Und das ist, glaube ich, auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt für uns gewesen. Denn immer, wenn Hardware entsteht, wird es auch deutlich komplexer in den Abläufen.

Das waren die wichtigsten Meilensteine, die wir bis jetzt erreicht haben. 

Hamed: Das ist auch so ein bisschen die Belohnung, die man dann hat nach Monaten und Jahren vielleicht sogar, die man in die Gründung reingesteckt hat.

Seit wann gibt es die Firma REOS? 

Tom: Also REOS, die GmbH selber, ist gegründet im September 2017. Das ist aber definitiv nicht der Startpunkt der Idee und der Unternehmung selber. Das war wirklich schon zwei Jahre vorher, denn da war der Moment, in dem wir eine Lösung für uns selbst gesucht haben und das ist natürlich Teil des Entstehungsprozesses für dieses Produkt. Das ging schon Anfang 2016 los. Das ganze Jahr 2016, als wir in der Planungsphase von dem Gebäude waren, war eine der ganz prägenden Phasen für die Idee, für die Konzeption. Und auch für den Proof of Concept  war auch die Machbarkeit wichtig. Zu wissen, dass es bereits Hardwarekomponenten gibt, die wir verwenden können. Denn man kann nicht auch noch das Rad neu erfinden und neue Hardware herstellen. Aber die Gründung der GmbH markiert eigentlich den Punkt der Finanzierungsrunde.

Welche Form von Unterstützung habt ihr in der Gründungsphase von außen bekommen?  

Kjell: Ehrlicherweise haben wir von außen keine Unterstützung gehabt. 

Tom: Family and Friends. Also das Diskutieren, auch immer wieder einfach Feedback bekommen darüber: Was hältst du von dem Problem? Mit der Zielgruppe selber sprechen, da braucht man kein Coaching oder Beratung. Wir haben natürlich den großen Vorteil, dass wir mit unserem Hintergrund mit dem Thema Prozesse vertraut sind. Dass wir uns nicht damit umherschlagen müssen, wie eine GmbH Gründung funktioniert. Und was kommt da eigentlich auf mich zu? Und wie setze ich eine doppelte Buchführung vernünftig auf? Das sind natürlich Themen, wo wir einen Vorteil hatten. Das ist glaube ich auch ein Punkt, der ganz massiv viele Gründer davon abhält zu gründen. Dass sie sich wirklich mit vielen, vielen organisatorischen Themen beschäftigen müssen. Wo sie vielleicht auch gar keine Lust zu haben. Und da kann ich immer nur empfehlen: Hol dir den Partner, der es kann! Wir haben bei uns ja auch einen der Partner mit dabei, der selber Rechtsanwalt ist. Das ist schon eine absolute Luxussituation, dass wir einfach immer jemanden da haben, den wir bei rechtlichen Themen einfach fragen können. 

Kjell: Einen Juristen sollte man dabeihaben und zu Rate ziehen, gerade, was das Ganze Thema Firmierung angeht. Wir hatten schon Erfahrungen in Gesellschaften aber ich glaube, das ist für junge Gründer, die sich da noch nicht auskennen ein riesengroßer Stolperstein. Jegliche Zulassung, Erlaubnisbeantragung, Patentanmeldungen usw.

Hamed: Das ist ein fairer Hinweis. Ich nehme an, ihr habt auch BWL studiert und hattet dementsprechend auch selber diese Erfahrung im Berufsleben. Für die meisten Gründer, die nicht diese Erfahrung haben und nicht dieses Studium haben, bieten wir unsere Beratungsdienstleistung an. Das beschleunigt dann Vieles in der Entwicklung. Insofern wärt ihr vermutlich nicht die richtigen Kunden für uns.

Kjell: Das wäre falsch gespart. Also lieber einmal investieren um das Ganze sauber aufzusetzen, bevor dann nachher das Fundament bröckelig wird, weil man etwas vergessen hat.

Tom: Einen Steuerberater sollte man sich auch immer am Anfang dazu holen. Vielleicht gibt es auch jemanden aus der Branche im Bekanntenkreis.

Kjell: Ein guter Steuerberater ist schon wichtig. Da gibt es auch große Unterschiede und man sollte vergleichen. Es gibt auch immer zwei Arten von Steuerberatern: Solche, die eine Nachbetrachtung machen und solche, die wirklich eine Vorausschau machen. Da jemanden zu finden, der das tut ist auch ein wichtiger Faktor.

Was würdet ihr sagen, ist die wichtigste Charaktereigenschaft eines Gründers?  

Tom: Mut, Zuversicht und Spaß. Mut ist entscheidend.

Ist eine schnelle Entscheidungsfindung in der Gründungsphase wichtig?

Tom: Bei einer schnellen Entscheidung ist es besser überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als gar keine Entscheidung zu treffen. Denn du stehst an dem Markt. Wenn du keine Entscheidung triffst, stehst du am Ende immer noch vor dem Markt. Wenn du losläufst und die Entscheidung triffst, ob linksrum oder rechtsrum ist dabei völlig egal. Du kommst ein Stück weiter und kannst den Weg später korrigieren um dein Ziel dann wieder neu anzupeilen. Hauptsache du hast eine Veränderung von dort wo du jetzt kommst. Also wenn man sagt: "Da muss ich nochmal prüfen, oder muss nochmal eine Meinung einholen..." denke ich:

Lauf doch schonmal drei Schritte los, hole unterwegs Meinungen ein und korrigiere dann den Weg. 

Das sollte ein Lebensmotto sein! Also ab einem gewissen Punkt ist wichtig einfach zu machen und einfach in das Doing zu kommen. Ich kenne dann auch wirklich viele die sagen: Man müsste das ja eigentlich so und so machen. Und warum gibt es das und das nicht? Und dann denken sie lange darüber nach. Dann holst du dir praktische Beispiele, dann fängst du an dich komplett zu verzetteln und dann fängst du irgendwann an das zwanzigste Vergleichsangebot für das Bedrucken von Kugelschreibern einzuholen, wo dann am Ende einen Benefit von drei oder vier Euro eingespart wird. Nicht, dass vergleichen nicht wichtig ist, auf keinen Fall! Dont get me wrong. Aber man sollte schauen, wo es sich lohnt.

Das ist glaube ich auch noch eine ganz wichtige Sache, dass man sich in regelmäßigen Abständen und je schnelllebiger das eigene Projekt ist, rausnimmt, mal in die Metaebene zu gehen und zu sagen: "Lasst uns in regelmäßigen Abständen immer wieder neu ausrichten." Gerade wenn man einfach losläuft! Dann ist es wichtig immer wieder zu justieren, immer wieder das Ziel neu anpeilen und das am besten nicht im Alltag. Bei uns gibt es dafür Abende, an denen wir uns Zeit nehmen für Rotwein, Kerzenschein und ein Gespräch auf der Metaebene. Zu erkennen: Was sind denn nun die großen, nächsten Dinge. Sich immer wieder Prioritäten setzen und gegenseitig Feedback geben. Sich regelmäßig aus dem Alltag rausnehmen und bewusst dafür Timelines setzen.

Kjell: Selbst wenn du eine Timeline nicht einhältst, ist das völlig egal. Aber wenn du dir sie selber setzt, wirst du das Ziel irgendwann erreichen. Auch wenn es vielleicht mit ein paar Wochen Verspätung kommt. Aber es wird irgendwann erreicht. 

Tom: Und das nicht im Alltag untergehen lassen, sondern sich wirklich die Zeit dafür nehmen.

Wo seht hier selber REOS in fünf Jahren?  

Tom: Da würde ich sagen, holen wir noch mal diese Videoaufzeichnung raus. Aber da sind wir natürlich in Deutschland und darüber hinaus das Betriebssystem in Immobilien.

Wie kann man euch am besten erreichen? 

Tom: Einfach über reos-software.com und gerne in den Newsletter eintragen. Ansonsten einfach vorbeikommen. Wir haben hier einen wunderschönen Showroom und kann man alles anfassen, erleben, ausprobieren.

 
Vielen Dank an Kjell und Tom von der REOS GmbH für das Interview!
 
In unseren Gründer Stories findet ihr weitere spannende Interviews mit Startups
 
Welche Charaktereigenschaften braucht ein Gründer aus deiner Sicht? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar! 


Gründerstory mit Maximilian Both von der Wechselpilot GmbH - Kundenzufriedenheit als Geschäftsmodell

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Wie ist die Idee entstanden und wann?

An den genauen Zeitpunkt können wir uns nicht erinnern. Grundsätzlich ist es so, dass wir uns bei unserem Arbeitgeber kennen gelernt haben, wir waren lange im Stromhandel, in der Energiewelt tätig.
Unsere Freunde haben uns häufig kontaktiert: „Hey, ich hab da mal ne Frage, es gibt so viele Stromanbieter, welchen soll ich denn nehmen?“, diese Standardfrage tauchte immer wieder auf. Für uns war das recht klar: Such dir einen aus, einen guten Preis kriegst du sowieso, wenn du ein bisschen vergleichst, und wichtig ist: Jedes Jahr wechseln. Davon waren die Meisten aber schon überfordert bzw. hatten keine Lust, sich darum zu kümmern. Und so haben wir beide dann gesagt: Lass uns ein kleines Programm bauen, das sich darum kümmert, die Verträge regelmäßig zu wechseln. Und daraus ist Wechselpilot tatsächlich entstanden. Ich glaube, die Idee bzw. den ersten Prototypen hatten wir 2016. Anfang 2016 haben wir mit der Idee herumgespielt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon ein eigenes Unternehmen, wir haben Handelsalgorithmen für größere Energieversorger programmiert. Die Sache hat dann erstaunlich gut funktioniert, es kamen immer mehr Freunde auf uns zu und haben gefragt, ob wir sie nicht eintragen könnten. Letztes Jahr (2017) sind wir schließlich produktiv herangegangen und haben es nicht nur für Freunde, sondern auch für fremde zur Eintragung geöffnet.

Und dann wurde es immer größer?

Ende 2016 konnten wir mehrere Business-Angel davon überzeugen, eine Investition zu tätigen, damit wir die Prozesse so aufbauen konnten, dass sie für Fremde nutzbar sind. Jan und ich sind beide Physiker, wir haben ein ziemlich gutes prozessuales Verständnis würde ich sagen, Zahlen liegen uns.
Marketing allerdings war nicht unser Kerngebiet, hier hilft uns als Business-Angel Nicki Stadlmaier. Er ist CEO von Stylight in München und kümmert sich dort um das Thema Online Marketing. Er hat uns dabei geholfen, die ersten Google Kampagnen aufzusetzen und uns gezeigt, wie verschiedene Dinge funktionieren. Er kümmert sich auch jetzt noch für uns darum. So konnten wir produktiv starten.
Das vergangene Jahr lief recht erfolgreich, wir hatten stetigen Kundenzuwachs und haben uns zum Ende des Jahres entschieden, das Projekt in Vollzeit zu betreiben und Mitarbeiter einzustellen.  Zunächst haben wir durch eine Finanzierungsrunde getestet, ob wir Interessenten finden, die das Projekt unterstützen wollen. Geklappt hat es mit einer Gruppe aus Frankfurt, die uns helfen wollte und an die Idee geglaubt hat. Ende letzten Jahres war die Finanzierungsrunde abgeschlossen und dieses Jahr werden wir zeigen, dass wir der beständig steigenden Kundenzahl gewachsen sind.

War die erste Idee gleich das perfekte Endprodukt, oder hattet ihr einen längeren Findungsprozess, wie es aussehen soll?

Das Produkt an sich war uns immer klar, aber alle Feinheiten  gleich zu Beginn genau zu definieren ist unmöglich. Das ergibt sich mit der Zeit. Ein großes Thema war: Was ist die genaue Zielgruppe? Wir hatten an junge, innovative Menschen gedacht, die schlicht keine Lust haben, sich selbst um ihren Stromtarif zu kümmern – es hat sich aber herausgestellt, dass diese Vorstellung nicht ganz der genauen Zielgruppe entsprach. Die Nutzer sind eher etwas älter und kennen sich nicht gut mit dem Internet aus. Dementsprechend muss man sein Produkt anpassen. Ich habe
neulich ein Zitat gelesen: „Wenn man wartet, bis man das beste Produkt hat, dann hat man zu lange gewartet“.  Ich glaube, keiner von uns hat heute noch die Zeit, ein Produkt komplett zu Ende zu denken und es dann erst auf den Markt zu bringen. Dann gibt’s schon zu viele Leute, die ein Konkurrenzprodukt entwickelt haben.
Zusammenfassend gesprochen hatten wir zwar eine Idee, was wir bauen wollen, aber so wie es jetzt geworden ist, haben wir es uns am Anfang wahrscheinlich nicht vorgestellt.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ausarbeitung des passenden Geschäftsmodells. Uns war es wichtig, den Kunden absolut in den Mittelpunkt zu stellen. Was ist das Beste für den Kunden? Wie können wir das im Geschäftsmodell sicherstellen?
Es gibt Mitbewerber, die den Dienst gratis anbieten und sich über Provisionen von Stromversorgern finanzieren, was aus unserer Sicht überhaupt keinen Sinn macht.
Ich würde niemandem eine Blankovollmacht geben und mich darauf verlassen, dass der Anbieter in meinem Sinne handelt und den günstigsten Tarif raussucht, wenn die Finanzierung von der anderen Seite sichergestellt wird. Jedes Geschäftsmodell hat auch den Zweck Geld zu verdienen – er würde demzufolge immer den Anbieter auswählen, der ihm die höchste Provision zahlt, weil es egal ist, was beim Kunden ankommt. Bei uns ist das anders, wir verdienen ausschließlich, wenn der Kunde auch wirklich von dem profitiert, was wir getan haben - wir bekommen 20%  der Einsparung.

In unserem Geschäftsmodell ist somit verankert, dass wir immer das Beste für den Kunden tun.  Das war von Anfang an klar.

Was war in der Gründungsphase problematisch und wer oder was hat euch geholfen, diese Probleme zu überwinden? Ihr hattet ja bereits Erfahrung.

Was auf jeden Fall geholfen hat: Dass wir zu zweit waren. Mit jemandem zu zweit zu gründen, mit dem man die Idee zum tausendsten Mal durchgehen und die letzten Feinheiten besprechen kann, ist meiner Meinung nach das Wichtigste gewesen.
Eine Schwierigkeit am Anfang war, dass es viel mehr zu tun gab, als zwei Leute erledigen können. Besonders hilfreich waren an dieser Stelle unsere Business-Angel, die uns nicht nur finanziell, sondern auch mit Rat und Tat unterstützt haben. Zeitweise haben sie in der Aufbauphase tatsächlich mitgearbeitet. Das war auf jeden Fall wichtig. Ein anderes Thema ist, sich Leute zu suchen, mit denen man zusammenarbeiten kann, zum Beispiel für das Design. Das war wirklich schwierig – externe Leute zu finden, mit denen es funktioniert. Dabei ist man im Vorteil, wenn man vorher schon einmal gegründet hat, weil man ggf. schon Kontakte hat oder gute Agenturen kennt. Dadurch spart man sich eine Menge Zeit und auch Nerven.

Wen könnte man denn fragen, wenn man noch keine Erfahrung hat, welche Strategien gibt es, an gute Leute zu kommen?

Persönliches Netzwerk nutzen, die Augen offen halten. Wir haben zum Beispiel unseren Frontend Entwickler gefunden, weil er unter einen Post von uns, der von einem Freund geshared wurde, kommentiert hat: „Was ist’n das für ‘ne hässliche Internetseite!“ Über meinen Freund konnte ich herausfinden, wer der Typ ist, und es stellte sich heraus: Er macht Websites. Also haben wir ihn eingeladen und arbeiten jetzt schon seit einigen Jahren super erfolgreich zusammen.
Es sind immer die Zufälle. Es macht keinen Sinn, eine Website zu nennen, auf der sich Entwickler vorstellen - dann sind gleich wieder ganz viele drauf, weil jeder den Kunden sucht. Aber die Leute, die gut sind, müssen ihre Kunden nicht suchen, die haben sie schon.

Zur Finanzierung: Wurde das Projekt komplett fremdfinanziert oder gab es auch Eigenkapital?

Wir haben zu Beginn viel gebootstrapped, um den Prototypen hinzukriegen, also eigenes Geld investiert. Andere Teile wurden aus der bestehenden Firma querfinanziert, weil wir dort viel entwickelt und die Codes im neuen Projekt verwendet haben. Im nächsten Schritt haben wir uns bewusst dazu entschlossen, Investoren zu suchen. Mit einem einfachen Hintergrund: Wenn wir keine finden, ist unser Geschäftsmodell vielleicht auch nicht so super, wie wir glauben.
Wir haben somit weitestgehend fremdfinanziert. Den Eigenanteil haben wir eingebracht, um zu zeigen, dass wir voll dahinterstehen.

Wie viele Klinken musstet ihr putzen? War das schwierig?

Unsere andere Firma wurde komplett selbst finanziert, dadurch hatten wir nicht viel Kontakt zu Investoren. Ein paar hatten wir schon angefragt, aber bei Investoren anzurufen ist ziemlich schwer, es kommt nicht viel dabei rum. Wir hatten mal wieder Glück, weil wir die richtige Partei getroffen haben – Vertragsmanager – das passte sehr gut ins Portfolio. Wir mussten nicht so viele Klinken putzen. [[ Das Umfeld von B2C ist schwierig. Wir geben ziemlich viel Geld unter anderem bei Google aus, was bei Investoren grade nicht besonders beliebt ist. Das ist nicht der Bereich, wo alle Geld hingeben. Genauso wie E-Commerce, das ist auch nicht mehr beliebt. Es gibt Innenbereiche, in die jeder investieren möchte - dazu zählten wir jedoch nicht. Aber ich glaube unser Geschäftsmodell hat jeden, der wirklich hineingeschaut hat, relativ schnell überzeugt. ]]

Ist Hamburg eine gute Stadt zum Gründen? Wird man beraten, findet man Hilfe?

Wir arbeiten viel mit der HASPA zusammen. Das funktioniert wahnsinnig gut, ich finde es toll. Wir haben vorher in Berlin unsere Firma gegründet und mit der Bank dort hat das längst nicht so gut funktioniert. Sonst haben wir nicht wirklich viel genutzt, InnoRampUp zum Beispiel, das hat nicht zu uns gepasst. Meine Frau ist Hamburgerin, deshalb sind wir ursprünglich hier her gekommen. Es gibt viele Veranstaltungen für Startups, wir hatten keine Probleme Kontakte zu knüpfen - grundsätzlich super.

Welchen Ratschlag würdest du Leuten geben, die daran denken, ein Start Up zu gründen?

Auf jeden Fall den richtigen Partner finden. Als Jan und ich damals den ersten Gesellschaftsvertrag unterschrieben haben warnte uns der Notar: „Ihr wisst, dass ihr grade euren Ehevertrag unterschreibt?“ Und genau so ist es. Man verbringt extrem viel Zeit mit dem anderen. Ich telefoniere wahrscheinlich mit Jan mehr als mit meiner Frau. Man sollte sich jemanden suchen mit dem man „in guten wie in schlechten Zeiten“ die richtige Kultur pflegt, mit dem man gut diskutieren kann und der nicht groß nachtragend ist. Es passieren einfach Sachen und dann muss man durch dick und dünn.
Zweiter Tipp: Manche Sachen einfach mal machen. Man muss nicht alles bis zum Ende durch analysieren. Viele Sachen kriegt man nur durch Testing raus .Ein bisschen Naivität gehört dazu. Es gibt eben Risiken und die muss man leider testen. Nicht zu lange warten, einfach machen.
Und drittens: Man muss genug Zeit mitbringen. Wenn man angestellt ist, hat man viel aktive Arbeitszeit. Wenn man Selbstständig ist, teilt sich die Arbeitszeit in „aktive“ und „inaktive“. Das bedeutet, man hat wahrscheinlich die besten Einfälle nachts im Bett, wenn man nicht schlafen kann. Dafür kann man sich die aktive Arbeitszeit einteilen. Man kann mittags mal länger Lunchmeeting halten, aber nacharbeiten muss man es trotzdem. Insgesamt ist die Arbeitszeit viel länger als bei einem Angestellten. Es gibt viele ,die sagen: „Wow, toll, du hast deine Idee umgesetzt, und kannst deine Zeit jetzt total flexibel einteilen“ - aber ich glaube, für jemanden, der etwas sucht, wo er möglichst weniger arbeiten muss  - für den ist selbstständig sein eher nichts. Gründen macht natürlich auch Spaß! Aber wer nur gründet, um schnell reich zu werden… Passiert auch manchmal – wird aber schwer.

Man hat eben nicht nur mehr Freiheiten, sondern auch mehr Verantwortung- und neue Sorgen?

Ja klar, man hat Sorgen!

Beim Startup gründen brennt es überall und man muss immer versuchen, sich eine Roadmap zu erstellen und die knallhart durchzuziehen.

Dein neuer Chef ist dann deine Verantwortung, du arbeitest sehr viel mehr und es lässt dich nicht los, selbst wenn du im Urlaub bist.

Eure Gründung lief parallel dazu, dass ihr Vollzeit Selbstständig in eurer anderen Firma gearbeitet habt, richtig?

Ja, wir waren selbstständig in der anderen Firma. Damit hatten wir sehr viel Glück. Wir haben dem Arbeitgeber, bei dem wir ursprünglich zusammen angestellt waren, davon erzählt, dass wir gerne etwas Eigenes gründen würden. Unsere Idee drehte sich um vollautomatisierten Stromhandel. Wir konnten aus der Firma ausscheiden und haben unseren Arbeitgeber direkt als ersten Kunden mitgenommen. Wir hatten nicht viel Risiko, mussten nicht viel investieren außer Zeit und einen Laptop, das war’s – wir hatten keine hohen Finanzierungskosten. In diesem Betrieb konnten wir vieles automatisieren und somit war nebenbei genug Zeit, um etwas anderes zu gründen.

Was sind deine Schlussworte?

Wir wollen DER Ansprechpartner für alles rund um deine Energieverträge sein. Wir sind so tief aus dem Energiebereich, dass wir die Tricks von den Anbietern und Vergleichsportalen sehr gut kennen und entsprechend reagieren können. Mit Sicherheit mehr als jeder, der sich nur einmal im Jahr damit beschäftigt.
 
An dieser Stelle danken wir Max ganz herzlich für das Interview!
 
In unseren Gründerstories findest du weitere Interviews mit Startups, zum Beispiel "INTERVIEW MIT VAHID MATEIN VON MEMBRS - NACHHALTIG SPAREN & KONSUMIEREN"
 
Bist du selber Gründer? Was würdest du anderen Gründern mit auf den Weg geben? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar mit deinen Tipps und Erfahrungen! 


Outsourcing für Gründer und Startups // Startup Studio Podcast

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Irgendwann kommt jeder Gründer, jedes Startup Unternehmen an den Punkt, an dem nicht mehr alle Aufgaben selber übernommen werden können. Es fehlt an Zeit, alle Aufgaben selber umzusetzen. Dann gilt es entweder Mitarbeiter einzustellen, was in der Gründungsphase ein großes Risiko und hohe Kosten bedeutet. Eine Alternative zum fest angestellten Mitarbeiter sind Plattformen für Outsourcing.

Im Podcast erfährst du:

  • warum die Zusammenarbeit mit Freelancern dich als Gründer entlasten kann

  • für welche Aufgaben sich Outsourcing wirklich lohnt

  • wie du mit Freelancern kommunizieren solltest

  • wo du gute Freelancer finden kannst

 


-Start der Transkription-

Einen wunderschönen guten Tag liebe Freunde hier aus dem Startup-Studio-Podcast, mein Name ist Hamed Farhadian und heute ist der 25. Mai 2018. Einen wunderschönen Freitag hier in Hamburg. Und wir starten direkt durch in den Startup-Studio-Podcast, denn hier soll es ja um Themen gehen, die für Gründer, für Startuper aber auch für Unternehmer einfach interessant sind und euch zeigen sollen, wie ihr besser werdet, bessere Unternehmer werdet, mehr Besucher für eure Webseite generiert, mehr Kunden erreicht und insgesamt einfach ein besserer Mensch werdet. Starten wir durch!

Und zwar haben wir heute ein sehr interessantes Thema, und zwar geht es um das Thema Outsourcing für Startups.

Outsourcing ja oder nein?

Und das ist ein Thema, was mich sehr, sehr lange beschäftigt hat. Ich habe eigentlich das erste Mal 2004, 2005 über eine Plattform meinen ersten virtuellen Assistenten, wenn man so will, gemietet. Das war damals über Elance und später dann über Upwork beziehungsweise damals hieß es noch oDesk. Und ich habe sehr, sehr lange damit gekämpft, outzusourcen.

Wenn man an die falschen Freelancer gerät

Das war wirklich eine Tortur, ich habe auch sehr viel Geld wenn man so will reingesteckt in die falschen Personen, falsche Mitmensch. Wobei die bittere Wahrheit ist, ich denke, ICH war damals einfach noch nicht so weit. Und ich will euch vor diesen Fehlern bewahren und sicherstellen, dass ihr diese Fehler verhindert und deswegen geht es hier um ein paar Tipps und Tricks, wie man als Startup am besten outsourced und wie man und wann man Mitarbeiter mit an Bord holen sollte.

Ich rede jetzt auch in dem weiteren Kontext natürlich über Mitarbeiter, aber die selben Gesetze wenn man so will, gelten auch für die Freelancer und die Selbstständigen und die Webworker und alle Anderen, die irgendwie Webprofessionals sind, mit denen man dann irgendwie online arbeitet.

Welche Aufgaben sollten Gründer und Startup outsourcen?

Also die erste Frage, wann sollte man outsourcen und wann nicht. Und die erste Frage ist insofern auch ganz wichtig, weil man als Unternehmensentscheider die Entscheidung treffen muss, ist das etwas, was auf jeden Fall kritisch ist, wenn es nicht funktioniert oder wenn es nicht klappt.

Dringlichkeit als Parameter

Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, wie kritisch das ist. Wenn es etwas ist, was extrem wichtig ist und vielleicht sogar dringend ist und wenn das nicht klappt, dann ist es vorbei. Dann würde ich eigentlich empfehlen, sehr starkes Micro-Management an den Tag zu legen und entweder die Aufgabe jemandem zu übertragen, der in der Nähe ist, den man schon kennt, der schon Referenzen hat, vielleicht eine Agentur sogar, die auch schon Experten an Bord hat. Aber, wenn es etwas ist, wo man sagt, ja, also es wäre cool, wenn wir das jetzt hätten.

Also nehmen wir mal an, man ist jetzt irgendwie ein Startup Unternehmen und hat auch schon irgendwie eine Webseite und Logo und alles ist schon online und  man denkt sich: Ach, ich das Logo ist nicht mehr so schön, ich will jetzt gern mal ein neues Logo haben. Da macht es natürlich Sinn, mal einen Designer aus den Philippinen oder aus Indien oder wo auch immer zu finden, online, und dann sagt man: "Hey, hier ist ein Festpreis oder pro Stunde, und jetzt mach du das mal." Und wenn das Ding schiefgeht, dann ist nichts gebrochen, ist nichts Schlimmes passiert.

Kritische Aufgaben als Gründer lieber selber übernehmen

Also kritische Aufgaben entweder selber durchführen. Und ich erinnere mich, ich hatte einmal selber die Situation, wo ich ganz dringend für eine Bewerbung, für einen Startup-Event ein Logo machen musste und ich bin überhaupt kein guter Designer, oder zumindest war ich das damals nicht. Und ich habe mit Paint damals, mit Microsoft Paint innerhalb von 15 Minuten was zusammengezaubert und das kam so gut an. Und eigentlich, und das Wertvolle war, das waren meine Ideen, das waren meine, mein Talent, das da rein floss. Und nicht, weil es so schön aussah, sondern die Idee, die dahinter war, die war wertvoll. Und das konnte ein anderer einfach nicht machen.

Unterstützung für Startups: Virtuelle Assistenz

Wohingegen jetzt mittlerweile viele Dinge, die ich jetzt in der Firma umsetze, stammen eigentlich gar nicht mehr von mir. Ich habe eine virtuelle Assistenz jetzt, die/ Und an der Stelle schöne Grüße an Jil, die auch diesen Podcast zum Beispiel vorbereitet und die auch das Ganze dann transkribieren lässt, die dann auch noch weitere Prozesse aufgebaut hat und dann schlussendlich dafür sorgt, dass dieser Podcast online kommt. Und natürlich auch noch einmal als transkribierte Version/ Und es ist 21:00 Uhr an einem Freitagabend, das möchte ich hier an der Stelle auch noch mal ausdrücklichst erwähnen. Die aber dann dafür sorgt, dass dieser Podcast schlussendlich online kommt und als Blogpost erscheint und dann im dritten Schritt auch noch per E-Mail an alle E-Mail-Abonnenten verteilt wird. Also das ist etwas, was wir Schritt für Schritt aufgebaut haben und das sind jetzt Prozesse, die sich über die Zeit ergeben.

Konflikte mit Freelancern

Aber wenn das eine kritische Aufgabe ist, bloß nicht in die Situation kommen, dass man dann jemanden einstellt oder/ Einstellt ist schon ein hartes Wort, aber jemanden online beauftragt und dann es zum Konflikt kommt. Und die hatte ich auch, ich hatte auch Konflikte mit Freelancern, die/ Wo ich einfach zu hohe Erwartungen hatte, die konnten diese Erwartungen nicht erfüllen und dann gab es Komplikationen. Ich habe aber tatsächlich von 2008 bis 2016 würde ich sagen, fast ausschließlich mit einem Remote-Team gearbeitet und da gibt es natürlich auch eigene Gesetze, eigene Anforderungen, die man erfüllen muss. Sowohl als Arbeitgeber aber auch als Freelancer.

Motivation von Freelancern

Wie kommuniziert man am besten mit Freelancern?

Und da sind wir jetzt auch bei dem nächsten Thema, nämlich wie motiviert man, wenn man denn Leute oder Freelancer über Outsourcing-Plattformen gefunden hat, wie motiviert diese. Und ich glaube, es gibt nichts Wichtigeres, als dass man eine offene Unternehmenskommunikation schafft, dass man diese Personen wirklich an die Hand nimmt und denen auch deutlich macht, wer man ist, warum diese Aufgabe für einen wichtig ist, wo sie schlussendlich eingebaut wird oder eingesetzt wird. Und ja, so in einer kurzen Kommunikation vielleicht auch. Und da empfiehlt es sich natürlich, einen Skype-Call zu haben und nicht nur die ganze Zeit zu chatten oder nur E-Mails hin und her zu schreiben, sondern einfach mal den Hörer in die Hand zu nehmen, anzurufen oder halt eben im BESTEN Fall sogar einen Video-Call zu machen. Das ist heutzutage mit WhatsApp und Skype und alle möglichen/ Und Facetime wohlgemerkt überhaupt kein Problem, egal, wo die Person sitzt. Das gibt einem ein ganz, ganz gutes Gefühl, um auch zu verstehen, wer die Personen hinter diesem Usernamen ist und vor allem gibt es die Möglichkeit, dass man selber sich einmal zeigt und deutlich macht, worauf man am meisten achtet. Und wie man diese Person motiviert, wie gesagt, einmal der große Einblick.

Klare Kommunikation als Basis für ein gelungenes Outsourcing

Das Zweite ist, dass man ganz klar definiert, was geliefert werden soll. Das ist eine Sache, die viele irgendwie falsch machen oder ich sehe das auch bei einigen von unseren Kunden, wo ich die natürlich dann an die Hand nehme und sage: "Wir hätten gern eine Webseite." Und: "Was kostet eine Webseite?" Das ist die beste Frage. Das ist so also wenn man sagt, was kostet ein Haus oder was kostet ein Auto? Es kommt immer drauf an, WELCHES Auto und/ Das ist übrigens, beim Auto kann ich sagen, gut, wir haben hier C-Klasse, Mercedes Benz, das liegt in der Preisklasse. Aber, das ist so als wenn ich sage: "Was kostet ein Drei-Minuten-Song?" Es kann sein, dass es irgendwas von Michael Jackson ist und das Ding ist Millionen wert, es kann aber auch sein, dass es irgendwas ist, was einer hier einfach so zusammengesungen hat und das kauft nicht mal einer für 2 €. Also deswegen, es kommt immer drauf an, was erwartet man, was soll dahinterstehen. Und ob das jetzt eine Webseite ist oder ein Logo ist oder eine Landing Page ist oder ein Linkaufbau ist oder ein Artikel ist oder was auch immer, ein Online-Shop, Zahlungssysteme, man muss wirklich ganz, ganz klar kommunizieren und am besten diesen Teil, also gerade wenn es darum geht, auch technische Dinge, also digitale Lösungen umzusetzen oder zum Beispiel im Besten mal sogar Entwicklung, also Webseiten-Entwicklung, also Plugin-Entwicklung zum Beispiel, dass man da eine ganz saubere Dokumentation hat vorher, also im Fachjargon dann "Technical Requirement Sheet" genannt, dass man bis ins letzte Detail definiert, welche Funktion soll da drin sein, was soll sie tun können. Und dann kann man natürlich auch solche Projekte outsourcen.

Aufgabe des Gründers: Koordination des Outsourcing

Wobei ich auch da die Erfahrung gemacht habe, wenn man nicht selber als Gründer drübersteht und das Ganze auch koordiniert, kontrolliert, nicht micro-managt, ganz wichtig, aber das Ganze sozusagen führt, im wahrsten Sinne des Wortes, dann kommt eigentlich nicht bei was Gutes bei raus. Es denn, die Person ist wirklich ein Talent sondergleichen und versteht auf Anhieb, was man will. Also, da muss man wirklich aufpassen. Aber, wenn man einen richtig guten Freelancer gefunden hat, dann, das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe, dann kann man jahrelang davon profitieren. Also ich habe wirklich, ich habe Mitarbeiter, oder Freelancer, mit denen ich arbeite, die schon seit fünf Jahren mit mir an Bord sind. Ich habe auch, also ich habe Leute, die einfach/ Wo ich immer wieder/ Also zum Beispiel einen Programmierer, weil immer wieder, wenn ich irgendwo nicht weiterkomme, dann rufe ich ihn bei Skype an und er hilft mir sofort. Und das ist einfach von der Beziehung, also was der Junge für mich alles gemacht hat und vor allem auch, wie wir schon/ Unter welchen Umständen wir schon alle zusammengearbeitet haben, um drei Uhr morgens an einem Wochenende an einem Projekt und so weiter, das verbindet natürlich. Auch wenn wir uns noch NIE gesehen haben und jetzt, ganz konkret der Entwickler in der Ukraine sitzt, entsteht da natürlich eine Freundschaft.

Erfolg schweißt Freelancer und Startup zusammen

Und das ist vielleicht auch der nächste Schritt. Also, man soll jetzt nicht/ Doch, man soll Freunde werden, man soll ein/ Ein wirklich, ein authentisches, eine authentische Beziehung zueinander aufbauen. Immerhin soll man auch den Gedanken haben, dass man jahrelang miteinander arbeiten will, man muss sich vertrauen können. Man will auch wissen, mit wem zu tun. Und vor allem ein Tipp, den ein Freund von mir vor drei Jahren gesagt hat und ich merke immer wieder, wie wertvoll das ist: Es muss Spaß machen. Es muss Spaß mit der Person zu arbeiten, man muss Lust drauf haben, es muss/ Es muss nicht lustig sein, aber man muss das Gefühl haben, dass die Person einen mag und man diese Person auch mag. Und selbst wenn man nicht miteinander arbeiten müsste, würde man sich zumindest bei einer dreistündigen Busfahrt irgendwo nebeneinandersetzen wollen und miteinander reden wollen. Also diese Art von Respekt oder Zuneigung sollte auf jeden Fall sein, die entsteht mit der Zeit. Die entsteht auch durch Erfolge. Die entsteht natürlich auch durch die Anerkennung von Erfolgen.

Matching zwischen Gründer und Freelancer

Also wenn man zum Beispiel einen Freelancer hat und der wirklich was Gutes liefert, dann auch ganz klar das Ganze kommunizieren und das ist Dankbarkeit zeigen, Anerkennung zeigen, Lob aussprechen, das sind ganz, ganz wichtige Themen, die ich wahrscheinlich damals, 2006, 2007 überhaupt nicht wusste oder belächelt habe und einfach gedacht habe: "Hey, ich zahle, du lieferst und let's do it!" Aber, so funktionieren Menschen nicht. Und ich merke das auch übrigens mit unseren eigenen Kunden. Also die Kunden, die wirklich/ Und deswegen sind wir auch sehr, sehr, sehr/ Oder filtern sehr stark, mit wem wir zusammenarbeiten. Wenn wir merken, dass es auf persönlicher Ebene einfach nicht passt, dann akzeptieren wir auch den Auftrag gar nicht, weil wir davon überzeugt sind, es muss Spaß machen, von beiden Seiten. Und nur dann kommen eben die Ergebnisse zustande, die wir aktuellen unseren Kunden liefern und die für so eine Kundenzufriedenheit sorgen.

Freelancer über Onlineplattformen wie Upwork oder 99designs finden

Ja, ich denke, das war erst mal ein kleiner Einblick zum Thema Outsourcing für Startups und worauf Gründer achten sollten, wenn sie Freelancer über Onlineplattformen hiren. An der Stelle halt auch eben noch mal, ich war selber ein Jahr lang Startup-Mobilizer für Upwork, habe hier also in Hamburg Events für die organisiert und kenne deswegen auch das Team sehr gut, kenne auch die Geschäfts/ Oder wie sagt man, den CIO auch. Und kann eigentlich nur sagen, Upwork ist eine sehr, sehr gute Plattform, wenn man englischsprachig jemanden sucht.

Es gibt, wenn man zum Beispiel einen Designer sucht, dann/ Ja, kann man natürlich auch zu uns kommen, aber man kann auch Seiten nutzen wie zum Beispiel 99designs oder designlassen.de. Es gibt natürlich Plattformen wie zum Beispiel MachDuDas, die ich auch sehr gerne nutze. Und was ich halt auch sehr interessant finde, ist über die Facebook-Gruppen. Mittlerweile kann man halt in zum Beispiel digitale Nomaden, in der Gruppe findet man auch sehr, sehr interessante und coole Leute, mit denen man dann auch langfristig zusammenarbeiten kann.

So viel erst mal meine einfach. Ich würde mich natürlich auch interessieren mir/ Oder, ich würde mich dafür interessieren, welche Erfahrungen ihr gesammelt habt, wir ihr das in eurem Startup macht, wie ihr als Gründer aber auch als Unternehmen aktuell mit euern Mitarbeitern, die nicht in eurem Büro sitzen, arbeitet. Schreibt mir da gerne, hamed@startupstudio.de. Gehe auch gerne mal auf unseren Blog, wir haben jetzt auf startupstudio.de auch die ersten Gründestories veröffentlicht, wo man auch eine Menge lernen kann, von anderen Gründern, also nicht nur das, was ich dir zu erzählen habe, sondern auch was andere Gründer machen. Und ja, ich denke das wird ganz interessant für euch. Gerade auch, wenn ihr selber in der Anfangsphase seid und vielleicht kostspielige Fehler vermeiden möchtet.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal ein schönes Wochenende und freue mich bis zum nächsten Mal.

Bis dahin, das war Hamed aus dem Startup-Studio.

-Ende der Tranksription-


Hast du Erfahrungen mit Freelancern und/oder Plattformen für Outsourcing gemacht? Klappt die Zusammenarbeit und wo hast du deine Freelancer gefunden? Wir sind gespannt! Hinterlasse uns gerne deinen Kommentar.
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